Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach den Plänen des Architekten László Székely erbaute Piaristenkirche wurde im Jahr 1912 von Dr. Iulius Glattfelder von Mor, Bischof von Csanád/Tschanad mit Sitz in Temeswar, geweiht. In seinem auf Ungarisch, Rumänisch und Deutsch erschienenen Werk mit dem Titel „Die der Erhöhung des Heiligen Kreuzes geweihte Piaristenkirche in Temeswar“ schreibt der Autor Péter Sas Folgendes: „Das Kirchengebäude wurde (…) vom Bischof der Diözese Csanád, Julius Glattfelder (1874–1943), am 22. Januar 1912, am Fest der Heiligen Familie, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie geweiht. ‚Aus den stummen Steinen – führte der Bischof in seiner Predigt aus – wurde ein reich geschmücktes Haus für den Herrn des Himmels geschaffen.‘“
An anderer Stelle erwähnt der Autor: „Der Hauptaltar ist ein halbkreisförmiger, dreiteilig gegliederter Bogenbau, geschmückt mit einer 220 cm hohen künstlerischen Darstellung des Heiligen Kreuzes. Das zentrale Element der aus Holz mit Marmoroptik geschnitzten Komposition ist der gekreuzigte Erlöser; zu beiden Seiten sind die Heilige Jungfrau (Mater Dolorosa) – auf der Evangelienseite – und die Gestalt des heiligen Johannes – auf der Epistelseite – dargestellt. Für die Montage der Statuengruppe, eine Arbeit, die zwei Wochen dauerte, trafen am 28. Oktober 1911 Mitarbeiter der Mayer’schen Hofkunstanstalt aus München unter der Leitung des Meisters Paul Müller ein.“

Das Patroziniumsfest dieses Gotteshauses, das zu Ehren des Festes der Erhöhung des Heiligen Kreuzes geweiht wurde, wurde am Montag, dem 14. September dieses Jahres, gefeiert. Auf Einladung von Domherr Zoltán Kocsik, dem Rektor dieser Kirche, wurde die Festmesse von Pfr. Péter Szabó, emeritierter Domherr, zelebriert. Konzelebriert haben Domherr Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar und Pfarrer von Temeswar IV Josefstadt, sowie Domherr Adalbert Jäger, Dekan und Pfarrer der Pfarrei Temeswar VI Fratelia. An der Heiligen Messe nahmen mehrere Lehrer des Römisch-Katholischen Theologischen Lyzeums „Gerhardinum“ sowie Gläubige aus verschiedenen Pfarreien Temeswars teil. Für die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe sorgte Herr Róbert Bajkai-Fábián, Organist des Temeswarer Hohen Doms zum Hl. Georgs.
In seiner auf Ungarisch und Rumänisch gehaltenen Homilie sagte Pfr. i.R. Péter Szabó:
„Über das Kreuz kann man auf viele Arten sprechen. Wie auch der heilige Paulus sagt: ‚Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit.‘ In ihren Augen ist das Kreuz das Holz der Erniedrigung. Wir können das Kreuz jedoch auch aus einer anderen Perspektive betrachten: das Kreuz, das wir tragen, das zu unserem Leben gehört und in dessen Schatten wir leben. Gerade deshalb kann das Kreuz auch für jeden Menschen etwas sehr Persönliches sein. Zugleich ist das Kreuz ein großes Geheimnis, das höchste Geheimnis der grenzenlosen Liebe Gottes und der Erlösung des Menschen.“
Zum Abschluss dankte Direktor Zoltán Kocsik Pfr. i.R. Péter Szabó für die Feier der Heiligen Messe sowie allen Anwesenden, die sich dafür entschieden hatten, diesen Tag gemeinsam mit der Gemeinde der Piaristenkirche zu begehen. So wurde das Patroziniumsfest zugleich zu einem Moment der Gemeinschaft für die Gläubigen, die sich in dieser Kirche versammeln, und für all jene, die sich ihnen aus diesem Anlass angeschlossen hatten.
Pressebüro der Diözese Temeswar











