Am Montag, dem 14. September, feierte die römisch-katholische Pfarrgemeinde von Otelek das Patroziniumsfest ihrer Kirche, die dem Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes geweiht ist. Wie Prtspfarrer Josef Heinrich berichtete, wurde das Patrozinium stets am 14. September gefeiert, auch wenn dieser Tag auf einen Werktag fiel.
„Während der kommunistischen Diktatur, etwa zu Beginn der 1980er-Jahre, wollten die Machthaber uns vorschreiben, das Patroziniumsfest nur am Sonntag zu feiern, da unter der Woche Arbeitstag war. Weder ich noch die Gemeinde waren mit dieser Entscheidung einverstanden, und wir widersetzten uns. Hier in Otelek ist es Tradition, das Patrozinium am Festtag der Erhöhung des Heiligen Kreuzes zu feiern. Und man konnte uns nicht dazu zwingen, diese Tradition zu ändern“, erinnerte sich der Pfarrer an jene Zeit.
Die Festmesse wurde um 11.00 Uhr von Domherr i.R. Peter Szabó gefeiert. Konzelebriert haben Pfr. Lajos Máthé von Dumbrăvița/Neusentesch, Pfr. Daniel Pozsonyi von Hatzfeld und Gertjanosch, sowie Pfr. József Heinrich. An der Festmesse nahm auch Frau Silvia Fechete, Bürgermeisterin der Gemeinde Otelek, teil. Zahlreiche Gläubige kamen auch aus den umliegenden Ortschaften, die als Filialgemeinden zu dieser Pfarrei gehören, sowie aus Temeswar und Neusentesch, um sich der Feier anzuschließen. Die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe übernahm der örtliche Kirchenchor.
Ausgehend von einer Erzählung über einen Tischler, der ein Holzkreuz angefertigt hatte, das die Menschen jedoch als viel zu groß und zu schwer empfanden, betonte Pfr. Lajos Máthé in seiner Homilie:
„Nicht das Kreuz müssen wir kleiner machen, sondern unser Herz muss größer werden. Schaut auf das Kreuz Jesu. Es ist nicht deshalb groß, weil es aus viel Holz gefertigt wurde, und es ist nicht deshalb stark, weil es dick ist, sondern weil Jesus am Kreuz Sein ganzes Herz für uns hingegeben hat. Nicht die Nägel haben Jesus am Kreuz festgehalten, sondern Seine Liebe zu uns.
Doch der heutige Mensch scheut Schwierigkeiten. Viele wollen möglichst viel erreichen und dabei möglichst wenig Mühe auf sich nehmen. Die Slogans der heutigen Welt lauten: Geld ohne Arbeit, Erfolg ohne Anstrengung, Wissen ohne Lernen, Glück ohne Opfer, Liebe ohne Ehe und Auferstehung ohne das Kreuz Christi.
Doch Jesus hat zu Seinen Jüngern gesagt und sagt es auch zu uns: ‚Wenn jemand hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!‘ Auch wir müssen unser eigenes Kreuz in Liebe tragen, denn das Kreuz ist das Symbol jener Liebe, die treu bleibt, auch wenn es schwer ist.“
In der Pfarrkirche von Otelek zeigt das Gemälde über dem Hauptaltar die Auffindung eines großen Teils des Heiligen Kreuzes durch die heilige Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin des Großen. Der christlichen Überlieferung zufolge ließ Kaiserin Helena die drei Kreuze ausgraben, die auf dem Kalvarienberg in der Erde verborgen waren und an denen Jesus und die beiden Schächer gekreuzigt worden waren. Auch die Tafel mit der Aufschrift INRI, die Pilatus am Kreuz des Herrn hatte anbringen lassen, wurde gefunden.
Es ließ sich jedoch nicht feststellen, welches der drei Kreuze das Kreuz Christi war. Deshalb ließ Makarius, der Bischof von Jerusalem, alle drei Kreuze eine todkranke Frau berühren. Als sie bei der Berührung eines der Kreuze geheilt wurde, konnte auf diese Weise das Kreuz Christi identifiziert werden.
Das Patroziniumsfest war für die Gemeinde von Otelek ein Moment der Gemeinschaft, in dem die Gläubigen, eine seit vielen Jahrzehnten gepflegte Tradition bewahrend, sich um das Heilige Kreuz versammelten.
Pressebüro der Diözese Temeswar











