Am 24. September waren die Bänke der wunderschönen und eindrucksvollen römisch-katholischen Kirche von Cenad/Tschanad, auf die die örtliche Gemeinschaft mit Recht stolz ist, von Pilgern aus den Pfarreien der Diözesen Temeswar und Szeged-Csanád besetzt. Es war das Hochfest des heiligen Gerhard, des ersten Märtyrerbischofs des ehemaligen Bistums Tschanad, des Schutzpatrons der Diözese Temeswar und der Kirche von Tschanad.
Die heilige Messe wurde von S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, am Altar der Kirche gefeiert, der eigentlich der steinerne Sarkophag ist, in dem die sterblichen Überreste des heiligen Gerhard eine Zeit lang ruhten. Konzelebriert wurde die Heilige Messe von 60 Priestern aus den beiden Diözesen. Die Zahl der Pilger belief sich auf etwa 500. Neben dem gemeinsam gelebten Glauben kehrten viele Gläubige nach der heiligen Messe noch einmal in die Kirche zurück, um in Stille vor der Reliquie des ersten Märtyrerbischofs unserer Diözese zu beten, die an diesem Festtag von Domherr Tamás Bene, dem Pfarrer der Gemeinde Tschanad, auf dem Altar aufgestellt worden war.
In seinem Grußwort an die Anwesenden sagte der Diözesanbischof: „Die Heiligen sind ein Licht für uns. Der heilige Gerhard versammelt uns auch heute, nach fast 1000 Jahren, hier in dieser Kirche und hilft uns, Gott zu begegnen. Danken wir Ihm dafür, dass Er uns den heiligen Gerhard geschenkt hat, und folgen wir seinem Beispiel.“
An der heiligen Messe konzelebrierten aus der Diözese Szeged-Csanád Msgr. Lajos Kondé, Pastoralvikar und Pfarrer der Kathedrale von Szeged, gemeinsam mit einer größeren Gruppe von Priestern dieser Diözese sowie P. Márton Gál SDS, Provinzial der Österreich-Rumänischen Provinz der Salvatorianer. Am Altar dienten die Diakone Mihai Kiss und Mario Karnel. An der heiligen Messe nahm auch Herr Andrei-Codruț Tița, Bürgermeister der Gemeinde Cenad/Tschanad teil.
Gemeinsam mit den Pilgern kam auch eine Gruppe des Malteser Hilfsdienstes aus Ungarn, Fliale Makó, nach Tschanad. Für die musikalische Gestaltung der heiligen Messe sorgte der Kirchenchor; an der Orgel spielte der Kantor Emil Dumitresc aus der Pfarrei Temeswar II-Fabrikstadt. An der heiligen Messe nahm auch eine Gruppe Jugendlicher unter der Leitung von Herrn Lucian Oprea (Kulturverein „Pusta“, Tschanad) teil, die wunderschöne Trachten der ungarischen und deutschen/schwäbischen Volksgruppen trug. Ebenso war eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Allgemeinschule der Gemeinde Tschanad anwesend.
Die Botschaft des Evangeliums wurde bei diesem Fest vom Diakon Mihai Kiss verkündet.
In seiner in ungarischer, deutscher und rumänischer Sprache gehaltenen Homilie erklärte Domherr Nikola Lauš, Direktor der Bischöflichen Kanzlei, dass „die Heiligen und Märtyrer uns jenen Impuls geben, den wir brauchen, um zu erkennen, dass wir nicht für uns selbst leben und zu etwas Größerem geschaffen sind. Wenige Worte vermögen den Reichtum zu beschreiben, den uns unser heiliger Bischof Gerhard hinterlassen hat. Dieser Reichtum ist nicht nur ein historischer, fast 1000 Jahre alter. Er ist ein pastoraler Reichtum für jeden Priester, nicht nur für die Priester dieser Diözese, denn er erzählt uns von einem Hirten, der keine Angst hatte, an einen unbekannten Ort zu kommen und bei null anzufangen. Er ist ein Hirte, der bei seinem Volk bleibt und sich um es kümmert. Gleichzeitig ist er ein geistlicher Reichtum für jeden Gläubigen, denn das letzte Wort gehört weder der Angst noch der Krankheit, sondern Gott. Für uns, die Gläubigen dieser Diözese, ist dieser Märtyrer einer jener Heiligen, für die wir besonders dankbar sein dürfen. Denn obwohl er in schwierigen Zeiten lebte, gelang es ihm mit großem Mut und großer Beharrlichkeit, gerade in dieser Gegend, zu der auch wir heute gehören, und darüber hinaus, die Grundlagen für einen starken und lebendigen Glauben zu legen. Er suchte und kämpfte mit großem Eifer dafür, den christlichen Geist im Bewusstsein und in den Herzen der Menschen zu wecken – ein Bemühen, dessen Echo bis in unsere Tage widerhallt.“
Nach der heiligen Messe segnete S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, den Kirchweihbaum, der im Hof der Pfarrei Cenad/Tschanad aufgestellt worden war. Dort waren die Pilger und Mitglieder der örtlichen Gemeinschaft zu einer Agape eingeladen. Pfarrer Tamás Bene hatte gemeinsam mit den Mitgliedern der Gemeinde Gulasch in sieben Kesseln zubereitet. Wie die „Köche“ berichteten, hatten die Vorbereitungen bereits am Nachmittag des Vortages des Festes des heiligen Gerhard begonnen und wurden am 24. September in den frühen Morgenstunden fortgesetzt.
Der Tradition entsprechend wurde des heiligen Gerhard bereits am Abend des 23. September im Rahmen einer feierlichen Vesper gedacht, die um 18.00 Uhr von Msgr. Johann Dirschl, Domprobst und Generalvikar, im Temeswarer St.-Georgs-Dom, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, in Anwesenheit der Mitglieder des Domkapitels gefeiert wurde. Für die musikalische Gestaltung sorgte Herr Róbert Bajkai-Fábián, der Domorganist. Zahlreich vertreten waren die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte des römisch-katholischen Theologischen Lyzeums Gerhardinum.
Auch in der Diözese Zrenjanin/Großbetschkerek wurde der heilige Gerhard mit einer Pontifikalmesse geehrt, die ebenfalls am 24. September am Nachmittag in der Kathedrale zum heiligen Johannes Nepomuk gefeiert wurde. Hauptzelebrant war S.E. László Böcskei, Diözesanbischof von Großwardein und Vorsitzender der Rumänischen Bischofskonferenz. Seitens der Diözese Temeswar nahmen S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof, und Pfarrer Dr. Attila Kozovits, Pfarrer von Neusimand und Sanktanna, teil. Bei dieser Feier wurde auch der Geburtstag des Diözesanbischofs von Zrenjanin/Großbetschkerek, S.E. Mirko Stefković, gefeiert.
Pressestelle der Diözese Temeswar
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