Papst Leo XIV. hat seinen zweiten Reisetag in Frankreich am Samstagabend mit einem Gebet an der Grotte von Lourdes abgeschlossen. Das katholische Kirchenoberhaupt betete dort zunächst in Stille und sprach dann ein Gebet für den Frieden und die Wahrung der Menschenrechte. Das Gebet im Kerzenschein bildete den Auftakt seines Aufenthalts in dem französischen Marienwallfahrtsort, an dem er auch den gesamten Sonntag verbringt.

Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt

Die Grotte der Erscheinungen von Massabielle in Lourdes ist knapp vier Meter hoch sowie etwa neun Meter breit und seit 1858 Ziel zahlreicher Wallfahrten. In dem südfranzösischen Ort soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844–1879) insgesamt 18 Mal die Jungfrau Maria erschienen sein. In der Grotte ist eine Marien-Statue. Vor dieser verharrte Leo XIV. zunächst mit geschlossenen Augen ins stille Gebet vertieft. Er berührte anschließend die Felsen der Grotte und trank ein Glas Quellwasser, das als wundersam heilend gilt. Schließlich zündete er eine Kerze an, und stellte sie zu den anderen vor der Statue der Gottesmutter.
Dann sprach Leo XIV. auf Französisch ein Gebet, das er an die Gottesmutter, die Schutzpatronin Frankreichs, richtete.
Für das französische Volk bat Leo XIV. um „die Gabe brüderlicher Eintracht. Möge es in der Lage sein, eine harmonische Gesellschaft zu bilden, die alle Gewalt und allen Hass verbannt und es allen ermöglicht, zu arbeiten, eine Familie zu gründen und das Leben ganz in Ruhe und Gelassenheit zu leben.“

Gemeinwohl, Menschenrechte, Friede
Der Papst betete zudem für Regierende mit Fokus auf dem Gemeinwohl, Menschenrechten und Frieden: „Erbitte Frankreich weise und großherzige Regierende, die bereit sind, sich aufzuopfern, die fähig sind, sich den Herausforderungen zu stellen und die sich danach sehnen, dem Gemeinwohl zu dienen. Mögen sie das Land im Konzert der Nationen in Frieden bewahren. Mögen sie seiner Stimme Gehör verschaffen zur Verteidigung der grundlegenden Menschenrechte und zur Förderung des Friedens in der Welt, indem sie die Logik des Krieges für immer zurückweisen.“

Anliegen für Kirche und Gesellschaft
Der Papst vertraute der Schutzpatronin Frankreichs das Land sowie die Bevölkerung an. Er bat um eine Erneuerung des Glaubens der Christen, um Berufungen zum Priester- und Ordensleben sowie darum, dass die katholische Kirche im Land besonders der Jugend das Evangelium nahebringe, um beim Aufbau einer „gerechten und brüderlichen Gesellschaft“ zu helfen.

Gebet für Kranke und Arme
Die Grotte von Massabielle ist auch wegen zugeschriebener Heilungen ein besonderes Ziel für Wallfahrten. Das Wasser aus der dortigen Quelle wird mit zahlreichen Genesungen in Verbindung gebracht; die Zahl der kirchlich anerkannten Wunderheilungen liegt bei 72.
Papst Leo XIV. schloss in sein Gebet an der Grotte am Samstagabend auch kranke, leidende und benachteiligte Menschen sowie deren Pflegekräfte ein: „Schließlich, liebevolle Mutter, vertrauen wir dir unsere drängendsten persönlichen Anliegen an, insbesondere die der Kranken und Leidenden sowie all jener, die sie begleiten und die gemeinsam hierhergekommen sind, um Kraft und Heilung zu erlangen. Wir vertrauen dir unsere Angehörigen und unsere lieben Verstorbenen an. Bitte beseitige alle Hindernisse, die uns noch von deinem geliebten Sohn trennen, und gib, dass er in allen Herzen herrsche.“
Goldene Rose für die MuttergottesPapst Leo XIV. legte zudem die goldene Rose zu Füßen der Gottesmutter ab. Bei der Heilig-Jahr-Feier der Marianischen Spiritualität hatte er 2025 bereits „Unsere Liebe Frau von Fatima“ mit einer goldenen Rose geehrt; später bei seiner Spanienreise gab es auch für die „Jungfrau von Almudena“ diesen Ehrerweis. Zum Abschluss des Gebets in Lourdes folgten ein gemeinsames Vaterunser auf Latein und der päpstliche Segen.

Quelle: www.vaticannews.va/de