Das Gebetsanliegen für den Monat Oktober stellt die Begleitung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Mittelpunkt. Der Impuls von Papst Leo XIV. beleuchtet die Herausforderungen von Betroffenen, die im Stillen mit Angstzuständen, Depressionen oder anderen seelischen Belastungen leben, und verweist auf die Würde jedes einzelnen Menschen.
Mario Galgano – Vatikanstadt
Zugleich wird die Notwendigkeit angesprochen, vorhandene Berührungsängste, Stigmatisierungen und Diskriminierungen gegenüber psychisch Erkrankten abzubauen. Die kirchliche Gemeinschaft wird dazu aufgerufen, als offenes Haus und sicherer Ort zu wirken, in dem Betroffene Zuflucht, Gehör und gesellschaftliche Teilhabe finden, ohne bewertet oder ausgegrenzt zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Bezugspersonen und professionellen Helfern. Fachkräfte, Angehörige und Ehrenamtliche, die in der Pflege und Begleitung tätig sind, bedürfen der Stärkung für ihren täglichen Einsatz. Das Ziel bleibt die verlässliche Integration der Seelsorge für die psychische Gesundheit in den Auftrag der Gemeinschaften.
In Deutschland*, Österreich und der Schweiz arbeitet das Fachgebiet der Psychiatrie eng mit medizinischen, psychotherapeutischen und sozialen Versorgungssystemen zusammen, um seelische Krankheiten zu behandeln und die Inklusion der Betroffenen zu fördern. Die katholische Kirche nimmt hierbei eine Rolle im Bereich der kategorialen Seelsorge ein: Durch den Einsatz von Seelsorgerinnen und Seelsorgern in psychiatrischen Kliniken, die Mitorganisation niederschwelliger Beratungsangebote wie der Telefonseelsorge sowie den Betrieb sozialpsychiatrischer Einrichtungen von Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas bietet sie spirituelle und menschliche Begleitung in Lebenskrisen an.
Wortlaut des Gebetsanliegens
„Gott des Lebens,
du kennst das Innerste unseres Herzens,
die Lichter und die Schatten, die in uns wohnen,
die stillen Wunden, die manchmal niemand sieht.
Heute tragen wir vor dich das Anliegen unserer Brüder und Schwestern,
die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben;
die im Stillen unter Angstzuständen,
Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden.
Du nennst sie liebevoll beim Namen,
und in dir finden sie Würde und Hoffnung.
Vergib uns, dass wir manchmal weggeschaut haben
und so das Stigma und die Diskriminierung gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen noch verstärkt haben.
Lass deine Kirche ein offenes Haus sein,
einen sicheren Ort, an dem jeder seinen Platz hat;
eine Gemeinschaft, die begleitet und niemanden ausschließt,
die zuhört, ohne zu urteilen – und die ohne Angst auf andere zugeht.
Wir bitten dich, Herr, für alle, die sich um andere kümmern:
Fachkräfte, Angehörige, ehrenamtliche Helfer;
Männer und Frauen, die mit Geduld und Liebe
Brücken des Verständnisses und des Trostes bauen.
Schenke ihnen Kraft und Mitgefühl, damit sie anderen beistehen können.
Sende deinen Geist auf uns herab,
damit wir lernen, die Sorge um die psychische Gesundheit
in das Leben und den Auftrag unserer Gemeinschaften und
der ganzen Kirche aufzunehmen und zu integrieren,
und so zu einem lebendigen Zeichen deiner Barmherzigkeit werden,
die niemals im Stich lässt und immer wieder aufrichtet.
Amen.“
Quelle: www.vaticannews.va/de







