Papst Leo XIV. hat diesen Freitag (6. November) seine 6. Auslandsreise begonnen – es ist die längste seines Pontifikats. Die ITA Airways Maschine mit dem katholischen Kirchenoberhaupt an Bord hob um 7.05 Uhr vom römischen Hauptstadtflughafen Fiumicino ab. Zuerst besucht das katholische Kirchenoberhaupt Uruguay. Am Flughafen Montevideo soll Leo am Abend um 20:30 Uhr MEZ landen. Am 8.11 geht es weiter nach Argentinien; am 11.11. nach Peru, frühere Heimat Leos. Die Reise endet am 17. November.
Stefanie Stahlhofen – Vatikanstadt
Den 11.100 Kilometer weiten Transatlantikflug nach Uruguay legt der Papst in einem Airbus A330-900 zurück. An Bord sind neben dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt, seinen geistlichen Beratern und Sicherheitsleuten auch rund 80 Vertreterinnen und Vertreter internationaler Medien.
In einem Telegramm an den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella beim Überflug Italiens erklärte Leo XIV.: „Da ich mich nun auf die Apostolische Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru begebe, vertraue ich die Wünsche dieser Völker nach Frieden und Geschwisterlichkeit der Fürsprache der Jungfrau Maria und der Heiligen an, die ihnen das Evangelium der Nächstenliebe verkündet haben.“ In dem Telegramm versicherte der Papst zudem sein Gebet für Italien und seine Bevölkerung.
Nach Johannes Paul II. (1987 und 1988) besucht nun mit Papst Leo XIV. erneut ein katholisches Kirchenoberhaupt Uruguay. Leos Visite im Land steht unter dem offiziellen Motto „Ich verkünde euch eine große Freude“. Es stammt aus der Botschaft des Engels an die Hirten von Betlehem im Lukasevangelium (Lk 2,10). Das Logo zum Papstbesuch zeigt Leo XIV. mit der Nationalpatronin, der „Virgen de los Treinta y Tres“ (Jungfrau der 33) sowie eine stilisierte Sonne, die an die Nationalflagge der Republik Uruguay erinnert. An die Flagge erinnern auch blaue Linien am unteren Rand des Logos.
Abend in Montevideo: Treffen mit Staat und Zivilgesellschaft sowie Kirchenvertretern
Nach seiner Ankunft am Flughafen Montevideo-Carrasco „General Cesáreo L. Berisso“ und der offiziellen Begrüßungszeremonie um 20:30 Uhr MEZ wird Papst Leo XIV. in Montevideo beim Treffen mit Vertretern von Staat und Zivilgesellschaft ab 21.20 MEZ auf der „Plaza Independencia“ seine erste Rede in Uruguay halten. Um 22:15 MEZ trifft das katholische Kirchenoberhaupt Uruguays Staatspräsidenten Yamandú Orsi. Seine zweite Ansprache in Uruguay hält Leo XIV. dann um 23 Uhr MEZ bei der Begegnung mit Vertretern der katholischen Kirche des Landes, mit denen er eine Vesper in der Metropolitankathedrale der Unbefleckten Empfängnis und der Heiligen Philippus und Jakobus feiert.
Samstag: Paysandú
Nach den offiziellen Terminen in Montevideo wird das katholische Kirchenoberhaupt am zweiten Tag seiner Uruguay-Visite nach Paysandú an der argentinischen Grenze weiterreisen, um dort die erste Messe seiner Reise zu feiern. Anschließend kehrt er in die Hauptstadt zurück und widmet den Nachmittag einem Treffen mit Vertretern der sozialen Einrichtungen des Vororts Casavalle sowie mit Vertretern der akademischen Welt an der Katholischen Universität. Der Tag endet mit einer Gebetswache im Estadio del Centenario – Uruguays größtem Fußballstadion.
Sonntag: Papstmesse in Florida und Weiterreise nach Argentinien
Am Sonntag, 8. November, reist Leo XIV. nach Florida – ein symbolträchtiger Ort der uruguayischen Unabhängigkeit und Sitz des Heiligtums der „Virgen de los Treinta y Tres“ (Jungfrau der 33), der Schutzpatronin des Landes, die auch im Logo der Papstreise in Uruguay zu sehen ist. Das Marienheiligtum in Florida beherbergt die Jungfrau der 33, die mit der Geschichte der uruguayischen Unabhängigkeit verbunden ist, da sich ihr die „Trentatré Orientali“ („33 Orientalen“ ), eine revolutionäre Gruppe, die im Jahr 1825 die Unabhängigkeit vom Nachbarland Brasilien erstritt, anvertraute. Unter dem Motto „Libertad o Muerte“ (Freiheit oder Tod) leitete die Gruppe den Aufstand und die anschließende Gründung des heutigen Staates ein. Die jährliche Wallfahrt zur Jungfrau der 33 gehört zu den bedeutenden katholischen Glaubensmanifestationen im Land.
An diesem bedeutenden Marienwallfahrtsort wird Papst Leo XIV. die Schluss-Messe seiner Uruguay-Reise feiern, bevor er nach Buenos Aires weiterreist. Argentinien ist die zweite Etappe seiner Reise. Auch dieses Land wurde zuvor von Papst Johannes Paull II besucht – in den Jahren 1982 und 1987.
Katholische Kirche in Uruguay
Uruguay, gelegen zwischen Argentinien und Brasilien, gilt als eines der am wenigsten katholischen Länder Lateinamerikas und ist besonders säkular: Die Trennung von Kirche und Staat erfolgte hier 1918. Religiöse Feiertage werden in offiziellen Kalendern anders bezeichnet. Die Kirche steht vor der Herausforderung, den Glauben in dieser säkularen Gesellschaft weiterzugeben, in der viele Menschen keiner Religionsgemeinschaft angehören. An die 1,2 Millionen Menschen und damit etwa 33 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Ein Drittel der Uruguayer lebt in der Metropolregion Montevideo. Seit 2012 gilt bei der Abtreibung eine Fristenregelung mit Beratungspflicht; 2025 wurde per Gesetz die aktive Sterbehilfe für unheilbar kranke Menschen zugelassen. Die katholischen Bischöfe Uruguays haben sich zu dieser Form der Liberalität stets kritisch zu Wort gemeldet.
Die katholische Kirche im Land ist in neun Diözesen mit insgesamt 240 Pfarren organisiert. Laut Vatikanstatistiken aus dem Jahr 2023 sind im Land rund 210 Diözesan- und 190 Ordenspriester, 100 Diakone, knapp 550 Ordensfrauen und -brüder tätig. Erzbischof der Hauptstadtdiözese Montevideo ist seit 2014 Kardinal Daniel Sturla (67). Der Salesianer ist auch Vizepräsident der Uruguayischen Bischofskonferenz (CEU). Den Vorsitz führt Bischof Milton Troccoli (62), der die Diözese Maldonado-Punta del Este-Minas leitet. Die katholische Kirche ist neben der Pfarrseelsorge in der Katechese, der Bildung und der Sozialpastoral tätig.
Quelle: www.vaticannews.va/de







