Die Sonntage nach der Feier der Auferstehung des Herrn zeichnen einen geistlichen Weg: von der Geburt des Glaubens über das Erkennen und das gemeinschaftliche Leben bis hin zum Verständnis der Sendung und zum Empfang des Heiligen Geistes an Pfingsten. Dieser Weg ist derselbe für die Christen von heute: aus der Auferstehung leben, im Heiligen Geist gehen und mit österlicher Freude dienen.
Der 2. Sonntag der Osterzeit – Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit
Joh 20,19–31 – Thomas und die Geburt des Glaubens
Die Geschichte des Thomas ist das Drama des menschlichen Zweifelns und der persönlichen Begegnung mit Christus. Verschlossene Türen, die Angst der Jünger und der Friede Jesu zeigen: Glaube entsteht nicht aus dem Sehen, sondern aus Vertrauen, und der auferstandene Christus tritt in unsere Ängste hinein.
Der 3. Sonntag der Osterzeit – Die Jünger von Emmaus erkennen Jesus
Lk 24,13–35 – Der Weg, das Brotbrechen, das Erkennen
Das Evangelium von Emmaus ist ein Bild des christlichen Lebens: Christus geht an unserer Seite, auch wenn wir ihn nicht sofort erkennen; er wird sichtbar in der Schrift und im Brotbrechen, und die Begegnung mit ihm führt zum Zeugnis: „Noch in derselben Stunde brachen sie auf.“ Der österliche Glaube wird hier gemeinschaftlich: In der Eucharistie erkennen wir ihn, und in der Gemeinschaft geben wir Zeugnis.
Der 4. Sonntag der Osterzeit – Sonntag des Guten Hirten
Joh 10,1–10 – Jesus ist die Tür
Die österliche Freude vertieft sich in der Beziehung zu Jesus: Er ist die Tür zum Vater; er führt, ruft und kennt die Seinen. In ihm „gehen wir ein und aus“ und finden Leben in Fülle. Der österliche Glaube wird Vertrauen und Zugehörigkeit.
Der 5. Sonntag der Osterzeit – „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“
Joh 14,1–12 – Ermutigung der Jünger
Die Abschiedsrede, im Licht von Ostern gelesen, wird zur Verheißung: „Euer Herz beunruhige sich nicht.“ Der auferstandene Christus ist nicht verschwunden; er öffnet den Weg zum Vater, und die Jünger werden gesandt, sein Werk fortzuführen. Der österliche Glaube ist aktiv: Wer glaubt, „wird die Werke tun, die ich tue“.
Der 6. Sonntag der Osterzeit – Die Verheißung des Heiligen Geistes
Joh 14,15–21 – „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“
Gegen Ende der Osterzeit richtet Jesus den Blick der Jünger auf den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist die lebendige Gegenwart Christi unter uns, und die Jünger bleiben nicht als Waisen zurück. Durch den Heiligen Geist wohnt Christus in uns.
Christi Himmelfahrt – „Ich bin bei euch alle Tage“
Mt 28,16–20 – Sendung und neue Gegenwart
Die Himmelfahrt bedeutet keine Entfernung, sondern eine andere Weise der Gegenwart: Jesus sendet – „Macht alle Völker zu meinen Jüngern“ – und er verspricht: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Ostern öffnet sich zur Mission: Die Kirche wird zum Zeugen der Auferstehung in der Welt.
Pfingsten – Die Herabkunft des Heiligen Geistes
Joh 20,19–23 – Gabe und Lebensstil des Geistes
Die Osterzeit erfüllt sich: Der Heilige Geist verwandelt Angst in Mut, Verschlossenheit in Sendung, die Jüngergemeinschaft in Kirche. Der Heilige Geist ist eine Lebensweise: Vergebung, Frieden, Erneuerung.
Pressestelle der Diözese Temeswar







