Seit mehreren Jahren ist es Tradition, dass die Studenten des Römisch-Katholischen Priesterseminars „Menschgewordene Weisheit“ (Seminarium Incarnatae Sapientiae) in Karlsburg (Alba Iulia) in den Tagen vor dem Sonntag des Guten Hirten verschiedene Diözesen und Pfarren in Rumänien besuchen, um sich in die dortigen pastoralen Tätigkeiten einzubringen. Heuer reisten am Freitag, dem 24. April, sieben Theologiestudenten in die Diözese Temeswar, wo sie von den Pfarren Temeswar-Josefstadt, Lugosch und Arad-Sega empfangen wurden. Das Programm der gemeinsam verbrachten Tage umfasste Begegnungen mit Jugendgruppen, Firmkandidaten, Erstkommunionkindern und Familienkreisen, den Besuch des Obdachlosenheims „Pater Jordan“ in Temeswar, die Teilnahme am Treffen der römisch-katholischen und griechisch-katholischen Ordensleute des Banats, einen Online-Kurs für Erwachsene sowie heilige Messen in den Pfarrkirchen und Filialen.
Die Theologiestudenten aus der Diözese Sathmar, die in der Lugoscher Pfarrei untergebracht waren, nahmen am Freitag und Samstag an mehreren Jugendprogrammen, an Erstkommunion- und Firmvorbereitungen sowie an einer Kindermesse in Lugosch und Fatschet teil. Kris Szilveszter Roland, Student im ersten Jahr, und Melega Ferenc István, Diakon im sechsten Jahr, hoben besonders die Offenheit, die Tätigkeit und die Einsatzbereitschaft der Jugendlichen hervor. All dies sei – so betonten sie – auch das Ergebnis der kompetenten und hingebungsvollen Arbeit der dort tätigen Seelsorger: Msgr. Wonerth László, Pfr. Francisc Lisi und Kaplan Ovidiu Virag.
In Temeswar schlossen sich die drei Theologiestudenten aus der Erzdiözese Karlsburg und den Diözesen Großwardein und Sathmar den Programmen der Josefstädter Pfarrei an. Ihre Gastgeber waren der Pastoralvikar Zsolt Szilvágyi und der Kaplan Branko Duma. Am Abend ihrer Ankunft, am Freitag, nahmen die Seminaristen an der nächsten Online-Einheit des vom Ordinariat organisierten Erwachsenenbildungskurses teil und teilten den Teilnehmern ihre bisherigen Erfahrungen auf dem Weg zum priesterlichen Dienst mit. Auf die Frage, welche Eindrücke und Erinnerungen sie aus Temeswar mitnehmen, antworteten sie nahezu einstimmig: Sie seien bereichert worden durch alles, was sie hier erlebt haben.
Barna Miklós István, Diakon, Diözese Karlsburg: „Für mich war die Begegnung mit den verschiedenen ungarisch-, deutsch- und rumänischsprachigen Gruppen – Religionsschülern, Erstkommunionkindern, Familienkreisen, Gläubigengruppen – die prägendste Erfahrung. Ich konnte sehen, was es bedeutet, wenn eine lebendige Gemeinschaft sich in das Leben der Kirche einbringt. Es ist der Beweis dafür, dass die Verkündigung des Evangeliums nicht nur Aufgabe des Priesters ist, sondern ein gemeinsamer Dienst. Es war gut, all das in der Realität zu sehen, was wir in der Theologie lernen. Ebenso beeindruckte mich, wie schön die mehrsprachigen Gemeinschaften der Pfarrei nicht nur nebeneinander, sondern miteinander leben. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Eucharistie wirkt, wenn wir es zulassen.“
Kovacsinszki Áron, 3. Jahr, Diözese Sathmar: „Für mich war die größte Erfahrung die Kraft und die Gebetsatmosphäre der hiesigen Gemeinschaft. Eine so starke Gemeinschaft habe ich bisher noch nirgends gesehen. Ich konnte die Gegenwart und Liebe Gottes in dieser Gemeinschaft spüren. Sehr bewegt hat mich auch der Besuch im Obdachlosenheim «Pater Jordan».“
Ungi Márton Szabolcs, 3. Jahr, Diözese Großwardein: „Was mir am meisten aufgefallen ist: wie viel Leben in dieser Pfarrei steckt. Am Samstag nahm ich an der Probe des ungarischen Kinderchors teil – unglaublich, mit welcher Begeisterung sie gesungen haben. Sehr gefallen hat mir auch, was Pfarrer Zsolt betonte: Dieser Dienst kann nur mit Liebe und Geduld getan werden.“
Es bleibt zu hoffen, dass die in der Diözese Temeswar verbrachte Zeit die Theologiestudenten nicht nur mit wertvollen Erfahrungen, sondern auch mit geistlicher Wegzehrung bereichert und zur Vertiefung ihrer Berufung beigetragen hat.
Pressestelle der Diözese Temeswar













