Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der vor kurzem im Herrn entschlafene Papst Franziskus forderte beim Weltjugendtreffen in Krakau die Jugendlichen auf, keine „Couch-Christen“ zu sein, die sich auf ein bequemes Sofa zurückziehen und „andere für sie über ihr Leben, über ihre Zukunft entscheiden lassen“.

Liebe Brüder und Schwestern! Die Versuchung, sich zurückzuziehen, wird besonders stark, wenn wir enttäuscht werden – entweder von einem Menschen oder von einer Situation. Dann sind wir versucht zu sagen: „Das ist mir doch egal, die sollen machen, was sie wollen, lasst mich in Ruhe“. Später merken wir jedoch, vielleicht zu spät, dass wir etwas hätten tun können, aber die Gelegenheit verpasst haben. Und so sind wir jahrelang traurig über die Folgen unserer Untätigkeit.

Vielen Menschen geht es mit der Politik und den Wahlen ähnlich. Sie sind enttäuscht worden. Was können wir in solchen Zeiten tun? – Bringen wir unsere Enttäuschungen zu Gott. Sprechen wir mit ihm und bitten wir ihn um die Kraft, das Wenige oder das Viele zu tun, das er im Zusammenhang mit der aktuellen Wahl von uns verlangt. Eine einzige Stimme mag unbedeutend erscheinen, aber so wie Jesus die arme Witwe für die zwei kleinen Münzen lobte, die sie opferte, weil sie das Beste tat, was sie konnte, sind wir aufgerufen, dasselbe zu tun. Dieses Wort so zu leben, dass wir unsere Pflicht tun und wählen gehen und andere ermutigen, wählen zu gehen.  Die andere Frage ist: Wen sollen wir wählen? – Auch hier müssen wir vor Gott stehen, denn er kennt die Herzen viel besser als wir. Wir müssen ihn fragen: Herr, wen würdest du wählen? Lasst uns die Person wählen, die dem Herzen des Herrn entspricht, die in der Lage ist, unsere Kirche, unser Volk, uns mit der von Gott gegebenen Weisheit und seiner Macht zu vertreten.

Wenn wir unseren Teil gut erfüllen, können wir den Rest in aller Ruhe Gott anvertrauen. Und Gott wird seinen Teil tun.

 

+ Josef Csaba Pál
Diözesanbischof

 

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