Der von der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar durch das Diözesanbüro für Erwachsenenpastoral organisierte Bildungskurs für Erwachsene, der am 22. Februar 2025 begonnen hat, wird auch in diesem Jahr fortgesetzt; die Ausbildung ist auf zwei Jahre angelegt. Die Vorlesungen des Kurses finden sowohl mit physische Präsenz als auch über die Plattform Zoom statt.
Am Samstag, dem 17. Januar 2026, fand im Saal des Diözesanjugendzentrums in Temeswar das erste Präsenztreffen dieses Jahres für die Teilnehmer statt, die sich für diese Ausbildung angemeldet haben und daran teilnehmen. Das Programm begann um 10.00 Uhr und umfasste drei Vorträge, Gespräche in Kleingruppen sowie zum Abschluss die Heilige Messe in der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, zelebriert von S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof. Moderator des Treffens war Pfarrer Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar.
Der erste Vortrag trug den Titel „Die Grundlagen einer christlichen Gemeinschaft“ und wurde vom Diözesanbischof selber gehalten. Der Hirte der Diözese gliederte seinen Vortrag in drei Themenbereiche: Wie sollte eine christliche Gemeinschaft sein?; Warum ist es wichtig, Teil einer christlichen Gemeinschaft zu sein?; Wie bauen wir eine christliche Gemeinschaft auf?
„Eine christliche Gemeinschaft verkündet das Evangelium – sie ist eine evangelisierende Gemeinschaft –, sie feiert, zum Beispiel an jedem Sonntag in der Heiligen Messe, alles, was der Herr für uns getan hat. Eine christliche Gemeinschaft lebt die Diakonie, den Dienst – sie sorgt für die kranken oder bedürftigen Mitglieder der Gemeinschaft, und diese Sorge muss sowohl materiell als auch geistlich sein. Eine christliche Gemeinschaft lebt die Gemeinschaft und ist missionarisch“ – betonte der Bischof in seinem Vortrag.

Das Thema des zweiten Vortrags lautete „Das Sakrament der Versöhnung“. Referent war Pfarrer Veniamin Pălie, Erzdekan des Banater Berglands und Pfarrer zu Reschitza I. – Maria Schnee. „Wir sind verletzliche Menschen, der Sünde ausgesetzt. Der Katechismus der katholischen Kirche lehrt uns, dass für jene, die nach der Taufe in Sünde gefallen sind, das Bußsakrament, das Sakrament der Versöhnung, das einzige für das Heil notwendige Sakrament ist. Das Sakrament der Versöhnung ist in Wirklichkeit ein Heilmittel für die Seele. Das Sakrament der Vergebung durch die Heilige Beichte ist das notwendige Medikament zur Reinigung und Heilung der Seele, und in der Kraft des Geistes Gottes, der von Gott empfangenen Gnade, kann auch der Leib Stärkung und Heilung finden. Dieses Sakrament wird auch Sakrament der Umkehr genannt, weil wir unsere Ausrichtung korrigieren. Ich kläre in meinem Gewissen, worauf ich blicke und wie ich gemeinsam die Liebe Gottes leben möchte“ – sagte Pfarrer Veniamin Pălie.
Nach den beiden Vorträgen folgten Kleingruppengespräche, die sich um zwei Fragen drehten:

  1. Wozu lädt Sie persönlich dieses Wort der Heiligen Schrift ein: „Seid alle eines Sinnes, mitfühlend, voll brüderlicher Liebe, barmherzig und demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, noch Beschimpfung mit Beschimpfung; im Gegenteil, segnet, denn dazu seid ihr berufen, damit ihr den Segen erbt!“ (1 Petrus 3, 8–9).
  2. Entdecken Sie etwas Schönes in Ihrer Gemeinschaft oder in den Menschen um Sie herum und bringen Sie diese Dinge ans Licht.

Nach dem Mittagessen folgte der dritte Vortrag mit dem Titel „Das Leiden. Das Sakrament der Krankensalbung“, gehalten von Dr. theol. Imogen Tietze. Im Rahmen des Vortrags erfuhren die Anwesenden, wie Krankheit und der kranke Mensch in der Heiligen Schrift dargestellt werden, welche Bedeutung die Salbung der Kranken mit heiligem Öl hat, wie die ersten Krankenhäuser entstanden und worin der Unterschied zwischen dem Sakrament der Krankensalbung und dem Viaticum – der dem Sterbenden gespendeten letzten Heiligen Kommunion – besteht. „Jesus sieht die Krankheit als eine Chance für den Menschen, sich Gott anzuvertrauen, und nicht als Strafe für eine Sünde. Die ersten Christen besuchten sowohl kranke Christen als auch Nichtchristen. Aus dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter lernen wir, dass jeder Mensch Fürsorge braucht. Das Sakrament der Krankensalbung ist eine geistliche Stärkung: Wenn wir spüren, dass Gott mit uns ist, kann uns das bei der Heilung helfen; wenn nicht, bereitet es uns darauf vor, den anderen Weg anzutreten“ – betonte Dr. Imogen Tietze.
Anschließend teilte Pfarrer Simon Ciubotaru, aus der Pfarrei Temeswar VII. Freidorf und Verantwortlicher für die Krankenpastoral in Temeswar, drei Erfahrungen aus diesem Bereich mit den Teilnehmern.
Zum Abschluss stellte Frau Karina Mihu, Psychologin bei der Generaldirektion für Soziale Assistenz und Kinderschutz des Kreises Temesch, einen relativ neuen Dienst dieser Institution vor: die telefonische Unterstützungs- und Beratungsstelle für ältere Menschen. „Durch diesen Dienst, der unter der Telefonnummer 0800 420 411 erreichbar ist, erhalten gefährdete ältere Personen kostenlos psychologische und juristische Beratung sowie soziale Unterstützung“ – erklärte Frau Mihu.
Die Begegnung endete mit einer Heiligen Messe im Hohen Dom zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, zelebriert von S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof.
Der Kurs wird am Samstag, dem 21. Februar, um 10.00 Uhr mit einem Einkehrtag im Diözesanjugendzentrum fortgesetzt.

Pressestelle des Bistums Temeswar