Vor fast vier Jahren, am 10. Oktober 2021, zelebrierte Papst Franziskus, seligen Angedenkens, in der Basilika St. Peter in Rom die feierliche Eröffnungsliturgie der Synode, die der Synodalität in der Kirche gewidmet ist. Das Thema lautete: „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“. Im Oktober der Jahre 2023 und 2024 fanden in Rom die erste und zweite Sitzung der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode statt. Daran wurde Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar als „Membri di Nomina Pontificia„, d. h. als einer der direkt vom Papst ernannte Mitglieder, an der Tagung teilnehmen.
Am Ende der zweiten Sitzung wurde das Abschlussdokument angenommen, in dem Papst Franziskus betonte: „Das Abschlussdokument enthält Hinweise, die – im Licht seiner grundlegenden Ausrichtung – bereits jetzt in den Ortskirchen und Zusammenschlüssen von Kirchen berücksichtigt werden können, unter Berücksichtigung der jeweiligen Kontexte und dessen, was bereits erreicht wurde, und dessen, was noch zu tun ist, um den eigenen Stil der synodalen missionarischen Kirche immer besser zu erlernen und zu entwickeln.“

Im März 2025 richtete das Generalsekretariat der Synode ein Schreiben an alle Bischöfe und durch sie an das gesamte „Heilige Volk Gottes“. Das Schreiben, unterzeichnet von Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, nennt „angemessene und nachhaltige Zeiten bietet, um mit der Umsetzung der Hinweise der Synode zu beginnen, wobei dann einige wichtige Elemente zur Bewertung vorgesehen sind:
– März 2025: Ankündigung des Begleitungs- und Evaluierungsprozesses;
– Mai 2025: Veröffentlichung des begleitenden Dokuments für die Umsetzungsphase mit den Hinweisen dazu;
– Juni 2025 – Dezember 2026: Umsetzungswege in den Ortskirchen und ihren Gruppierungen;
– 24. – 26. Oktober 2025: Jubiläum der Synodenteams und Beteiligungsgremien im Heiligen Jahr;
– erstes Halbjahr 2027: Evaluationsversammlungen in den Diözesen und Eparchien;
– zweites Halbjahr 2027: Evaluationsversammlungen in den nationalen und internationalen Bischofskonferenzen, in den hierarchischen Strukturen der Ostkirchen und in anderen kirchlichen Gruppierungen;
– erstes Halbjahr 2028: Kontinentale Versammlungen zur Evaluation;
– Juni 2028: Veröffentlichung des Instrumentum laboris für die Arbeit der Kirchlichen Versammlung im Oktober 2028;
– Oktober 2028: Feier der Kirchlichen Versammlung im Vatikan. (Quelle: www.synod.va)

Auf Grundlage des Abschlussdokuments, das nach der zweiten Sitzung der 16. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode angenommen wurde, veröffentlichte das Generalsekretariat der Synode am 7. Juli 2025 das Dokument mit dem Titel „Skizzen für die Umsetzungsphase der Synode 2025–2028“. Dieses wurde von Papst Leo XIV. genehmigt und ist um zentrale Fragestellungen strukturiert: Was ist die Durchführungsphase und was sind ihre Ziele? Wer ist an der Durchführungsphase beteiligt? Mit welchen Aufgaben und Verantwortlichkeiten? Wie wird das Schlussdokument in der Umsetzungsphase eingesetzt? Mit welcher Methode und welchen Instrumenten soll in der Umsetzungsphase vorgegangen werden?
Gemäß den genannten Dokumenten und Etappen fand am Montag, dem 25. August 2025, um 18:00 Uhr im Bischöflichen Ordinariat das erste Treffen der diözesanen Synodalgruppe statt, geleitet von Seiner Exzellenz Bischof Josef Csaba Pál. An der Sitzung nahmen Vertreter der drei Erzdiakonate der Diözese teil: Temesch, Marosch und Banater Bergland. Zur Gruppe gehören Priester und Laien aus folgenden Pfarrgemeinden: Karansebesch, Tschakowa, Dorobanți, Arad-Schega, Perjamosch, Klokotitsch, Temeswar I. – Innenstadt, Temeswar II. – Fabrikstadt, Temeswar III. – Elisabethstadt, Temeswar IV. – Josefstadt und Temeswar IX. – Marienheim. Diese neue Etappe des synodalen Weges – die Umsetzungsphase – wird von Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, koordiniert.
Zu Beginn des Treffens präsentierte Bischof Josef Csaba Pál einige zentrale Punkte aus dem Abschlussdokument der zweiten Sitzung des Synodenprozesses und erklärte:
„Die Synodalität ist zuerst einmal eine geistliche Haltung. Sie durchdringt das tägliche Leben der Getauften sowie jeden Aspekt der Sendung der Kirche. Eine synodale Spiritualität entspringt dem Wirken des Heiligen Geistes und erfordert das Hören auf das Wort Gottes, die Betrachtung, das Schweigen und die Umkehr des Herzens. Eine synodale Spiritualität entspringt dem Wirken des Heiligen Geistes und erfordert das Hören auf das Wort Gottes, Kontemplation, Stille und Bekehrung des Herzens.“ (S. 43). „Die Erneuerung der christlichen Gemeinschaft ist nur möglich, wenn man den Vorrang der Gnade anerkennt. Wenn es an geistlicher Tiefe sowohl auf persönlicher als auch auf gemeinschaftlicher Ebene mangelt, wird die Synodalität auf organisatorische Zweckmäßigkeit reduziert“ (S. 44). Anschließend betonte der Bischof die Bedeutung des gemeinsamen Engagements: „Gemeinsam müssen wir die verschiedenen Bereiche unseres Lebens sowie unserer pastoralen und administrativen Tätigkeiten neu überdenken, und in dieser Arbeit wird das Abschlussdokument der Synode unser Arbeitsdokument sein. Dieses Dokument ist nicht nur eine Empfehlung, sondern ein spezifisches Dokument des kirchlichen Lehramts, das gemeinsam studiert und diskutiert werden muss – mit dem Ziel zu verstehen, was in unserem Bereich umgesetzt werden kann, und diese Dinge in die Praxis zu bringen.“
Nach den einleitenden Worten lud der Hirte der Diözese die Anwesenden ein, persönliche Gedanken und Reflexionen zu vier wesentlichen Fragen zu teilen, die dazu dienen sollen, Unterscheidung und Engagement im Leben der Gemeinschaft zu fördern: Was können wir tun, damit immer mehr Menschen – dort, wo wir leben – die Gegenwart des auferstandenen Christus besser wahrnehmen? Wie können wir den Getauften, die sich mit der Eucharistie, dem Leib Christi, nähren, helfen zu erkennen, dass sie gemeinsam den Leib Christi bilden? Folglich sind wir als Gemeinschaft, als Volk Gottes, berufen, die Frohe Botschaft des Heils zu verkünden und zu bezeugen. – Wie wird dies im Leben des Volkes Gottes immer wahrhaftiger? In Gottes Herzen haben die Armen einen privilegierten Platz. Was können wir tun, damit auch in unseren Herzen und Gemeinschaften die Armen einen bevorzugten Platz erhalten? Wie können wir für die Armen leben? „Die Kirche ist berufen, arm zu sein mit den Armen.“ – Was können wir dafür tun, dort, wo wir leben?

Anschließend hoben die Teammitglieder hervor, was sie aus den Reflexionen der anderen Teilnehmer besonders berührt hat. Dabei wurden einige wesentliche Akzente deutlich: – Die Gemeinschaft soll wie eine große Familie sein, vereint im Glauben und gegenseitiger Unterstützung. – Das Zeugnis des Glaubens soll durch das Leben des Evangeliums im Alltag zum Ausdruck kommen. – Die Bedürftigen sollen erkannt werden – nicht nur materiell, sondern auch geistlich: kranke, einsame, ausgegrenzte Menschen. – Die Suche nach konkreten Wegen der Unterstützung und Hilfe für diese Personen im Geist christlicher Solidarität.
Am Ende des Treffens besprachen die Anwesenden das Arbeitsprogramm für die kommende Zeit. Es wurde beschlossen, dass bis Herbst 2026 monatliche Treffen stattfinden sollen, die verschiedenen pastoralen Gruppen gewidmet sind: Jugend- und Familienpastoral, Gott-geweihte Personen, Mitglieder des Priestersenats, Dekane und Erzdiakone, Mitglieder des pastoralen Komitees und kirchlicher Bewegungen, Verantwortliche der kleinen Gruppen in den Pfarreien gemeinsam mit den Pfarrern, Katecheten, Akolythen, Diakonen und Diakonatskandidaten. Diese Treffen sollen einen Rahmen für die Vertiefung der Synodalität, für die Ausbildung und für die gemeinschaftliche Unterscheidung bieten – auf dem Weg zu einer immer lebendigeren, partizipativen und missionarischen Kirche.
„Die Synode ist ein Weg der geistlichen Unterscheidung, ein kirchlicher Unterscheidungsprozess, der in der Anbetung, im Gebet und im Kontakt mit dem Wort Gottes stattfindet“ – sagte Papst Franziskus in seiner Predigt am 10. Oktober 2021 während der Heiligen Messe zur Eröffnung des synodalen Pfades der katholischen Kirche. In diesem Geist zitieren wir im Folgenden die innigste Anrufung des Heiligen Vaters an den Heiligen Geist – ein Gebet, das mit Sicherheit auch in den synodalen Gesprächsgruppen der Diözese Temeswar gesprochen werden wird:
„Komm, Heiliger Geist, der du neue Sprachen erweckst und Worte des Lebens auf die Lippen legst, bewahre uns davor, eine museale Kirche zu werden, die schön, aber stumm ist, die viel Vergangenheit, aber wenig Zukunft besitzt. Komm unter uns, auf dass wir uns in der synodalen Erfahrung nicht von Ernüchterung überwältigen lassen, die Prophetie nicht verwässern, nicht darin enden, alles auf unfruchtbare Diskussionen zu reduzieren. Komm, Heiliger Geist der Liebe, öffne unsere Herzen für das Hören. Komm, Geist der Heiligkeit, erneuere das heilige und gläubige Volk Gottes. Komm, Schöpfer Geist, erneure das Angesicht der Erde. Amen.“

Pressestelle der Diözese Temeswar