Am letzten Samstag im August füllte sich der Parkplatz vor der Pfarrkirche „Heiliges Herz Jesu“ in Temeswar-Elisabethstadt mit Motorrädern und Motorradfahrern. Es handelte sich nicht um eine Demonstration der „Ritter auf zwei Rädern“, sondern um das Treffen jener Menschen, die einmal im Jahr gemeinsam auf ihren Motorrädern zur Wallfahrt zur Basilika Maria Radna aufbrechen, um an der Heiligen Messe teilzunehmen, die in diesem Sanktuar der Muttergottes gefeiert wird. Dies ist das vierte Jahr, in dem diese Wallfahrt auf Initiative und unter der Organisation der römisch-katholischen Pfarrei Temeswar III – Elisabethstadt und des Salvatorianerordens unter der Leitung von Pater István Barazsuly SDS, Pfarrer zu Elisabethstadt, stattfindet.
Gemäß dem Programm segnete Pater Barazsuly vor der Abfahrt die Motorräder und diejenigen, die mit ihnen unterwegs waren. „Herr Jesus Christus, Du, der Du Deinen Jüngern auf ihrer Reise nahe warst und sie vor jeder Gefahr beschützt hast, gieße nun Deinen Segen über diese Motorradpilger aus, die sich auf zwei Rädern auf den Weg zum Heiligtum der Mutter der Gnaden in Maria Radna machen. Durch die Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria, unserer Mutter von Radna, bitten wir Dich ganz besonders, alle Motorradfahrer, die infolge von Verkehrsunfällen zu früh von uns gegangen sind, in Dein Reich aufzunehmen und ihren Familien Trost zu spenden“, sprach Pfarrer Barazsuly im Rahmen des Segensgebets.
In diesem Jahr begleiteten drei Priester die Pilger nach Maria Radna – ebenfalls auf Motorrädern: Pater István Barazsuly SDS, Pater Adrian Hafner SDS und Pfr. Győző-Edmund Dujardi – bekannt als „Pater Dodo“ –, ein griechisch-katholischer Pfarrvikar, der aus Klausenburg angereist war, um sich den Pilgern aus der Diözese Temeswar anzuschließen.
Nach dem Gottesdienst teilten sich die rund 50 Pilger in mehrere Gruppen auf und machten sich auf den Weg – über die Route Remetea Mare – Rekasch – Topolovățul Mare – Brestowatz – Cuveșdia – Șiștarovăț – Lippa – in Richtung Maria Radna. Auch diesmal schlossen sich den Motorradfahrern Verwandte und Freunde an, die die Fahrt auf vier Rädern bevorzugten.
Vor der Abfahrt nach Radna äußerte sich Pfr. Győző-Edmund Dujardi, der Initiator des ersten Treffens katholischer Priester-Motorradfahrer in Rumänien, auf eine Frage der Pressestelle der Diözese Temeswar hin wie folgt: „Derzeit bilden wir eine Gruppe von 40 römisch-katholischen und griechisch-katholischen Priester-Motorradfahrern aus Rumänien. Die Idee, ein nationales Treffen zu organisieren, entstand aus dem einfachen Wunsch heraus, einander kennenzulernen und eine Verbindung untereinander zu knüpfen. So kam es zu unserem Treffen in Klausenburg. Der erste Schritt bestand jedoch darin, Kontakt zu diesen Mitbrüdern im Priesteramt aufzunehmen. Einige von ihnen kannte ich bereits, andere fand ich durch Nachfragen bei den bischöflichen Ordinariaten. Pater Barazsuly – oder Pater Pisti, wie wir ihn nennen – nahm ebenfalls an dem Treffen in Klausenburg teil und erwähnte diese Wallfahrt nach Maria Radna. Meine Frau und ich beschlossen, dass auch wir dieses Jahr daran teilnehmen würden. Wir sind gestern in Temeswar angekommen, haben bei Pater Pisti übernachtet und machen uns nun gemeinsam mit den Pilgern auf den Weg nach Radna, von wo aus wir anschließend nach Hause zurückkehren werden. Für uns ist es das erste Mal in Temeswar und in Radna.“
Die Heilige Messe für die motorradfahrenden Pilger fand um 12:00 Uhr in Radna statt; sie wurde im Freien vor der Basilika an dem Altar gefeiert, der die Erscheinungsgrotte der seligen Jungfrau Maria von Lourdes darstellt. Hauptzelebrant war P. István Barazsuly; als Konzelebranten wirkten Pfarrer Győző-Edmund Dujardi und Pfarrer Ovidiu-Ionuț Neiconi – Verwaltungsrat der griechisch-katholischen Eparchie Lugosch – mit. Die musikalische Begleitung übernahm Frau Andreea Bodroghi, die Organistin der Basilika.

Pressestelle der Diözese Temeswar
Fotos: György Szilárd, Andreea Bodroghi