27.–30. Oktober 2026, Salzburg: Vollversammlung des CCEE – Schlusskommuniqué

Die Vollversammlung befasste sich mit der Sendung der Priester in einer synodalen Kirche, richtete einen Friedensappell an die Welt und wählte die Präsidentschaft des CCEE für die kommenden fünf Jahre (2026–2031).

Die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen kamen vom 27. bis 30. Oktober 2026 in Salzburg zur Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zusammen. Sie stand unter dem Thema „Evangelisierung und Synodalität: Die Sendung der Priester im heutigen Europa“. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, wie die priesterliche Identität und Ausbildung, die Teilhabe und Mitverantwortung des gesamten Volkes Gottes sowie der Austausch der Gaben zwischen den Ortskirchen die Sendung der Kirche stärken können. Das Engagement für Frieden und Versöhnung war während des gesamten Treffens ein gemeinsames Anliegen.

Anlässlich der ersten Vollversammlung des CCEE, die in Österreich ausgerichtet wurde, erinnerte Seine Exzellenz Erzbischof Franz LACKNER OFM, Erzbischof von Salzburg und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, an die missionarischen Wurzeln der Stadt und hob die tiefe Verbindung zwischen Glaube und Kultur hervor.

In seiner Eröffnungsansprache blickte Seine Exzellenz Erzbischof Gintaras GRUŠAS, Erzbischof von Vilnius und Vorsitzender des CCEE, auf die Arbeit der scheidenden Präsidentschaft während der vergangenen fünf Jahre zurück. Im Hinblick auf das Thema der Vollversammlung betonte er, dass die Evangelisierung das „Warum“ der Sendung der Kirche zum Ausdruck bringe, während die Synodalität deren „Wie“ durch Gemeinschaft, Zuhören und gemeinsames Unterscheiden beschreibe. Er lud die Teilnehmer dazu ein, nicht nur über die Zahl der Priester nachzudenken, sondern auch über ihre Identität als Hirten, die mit Christus verbunden sind, den Menschen nahe stehen und gemeinsam mit dem gesamten Volk Gottes unterwegs sind. Dies erfordere eine ganzheitliche und kontinuierliche Ausbildung, die Zusammenarbeit mit den Familien bei der Weitergabe des Glaubens sowie eine Erneuerung der Beziehungen und der pastoralen Prioritäten.

Diese Perspektive einer gemeinsamen Sendung wurde von Seiner Eminenz Kardinal Mario GRECH, Generalsekretär der Bischofssynode, weiter entfaltet, der die Rolle der Ortskirchen vertiefte. Jede Diözese, so erinnerte er, bringe einzigartige und unersetzliche Gaben und Erfahrungen ein, die die gesamte Kirche bereichern. Die Teilhabe aller Getauften bilde dabei die eigentliche Methode des synodalen Weges: Das Zuhören und der Austausch der Gaben müssten zu einer lebendigen und schöpferischen Rezeption der Synode führen, die geeignet sei, das alltägliche pastorale Leben, die Beziehungen und die kirchlichen Strukturen zu gestalten.

Der Bischof begleite diesen Unterscheidungsprozess und wahre die Gemeinschaft, während er zugleich die Verantwortung für die endgültige Entscheidung übernehme. Mit Blick auf die für Oktober 2028 vorgesehene kirchliche Versammlung lud der Kardinal die Kirchen Europas dazu ein, ihren Beitrag zur Weltkirche zu erkennen und einzubringen.

Ausgehend von dieser missionarischen und synodalen Perspektive auf den priesterlichen Dienst nahm Seine Eminenz Kardinal Lazzaro YOU HEUNG-SIK, Präfekt des Dikasteriums für den Klerus, Evangelii Gaudium als Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Er lud die Priester dazu ein, frohe missionarische Jünger zu sein, die sich für eine mutige und kreative Pastoral sowie für eine von Mitgefühl geprägte Nähe zu den Menschen einsetzen, insbesondere zu den Schwächsten und Verletzlichsten. Er unterstrich die Bedeutung einer Ausbildung, die im konkreten Leben und in der priesterlichen Brüderlichkeit verwurzelt ist, damit das Presbyterium zu einer „Familie“ und einem „Haus“ wird und Individualismus sowie Einsamkeit entgegenwirkt. In einem multikulturellen und multireligiösen Europa sind die Priester dazu aufgerufen, Brücken zu bauen, den Dialog zu fördern und die Gaben eines jeden wertzuschätzen, wobei sie die Gegenseitigkeit zwischen Männern und Frauen stärken sollen.

Die Plenardebatte und die Arbeitsgruppen boten Gelegenheit, diese Überlegungen gemeinsam zu vertiefen und ihre Auswirkungen auf das pastorale Leben zu erörtern.

Aktuelle Informationen zum europäischen synodalen Weg wurden von Seiner Eminenz Kardinal Ladislav NEMET SVD (Belgrad) vorgestellt. Er berichtete über das Treffen Shaping Synodality in Europe, das im September in Wels, Österreich, stattgefunden hatte, sowie über den Bericht der European Synodal Task Force. Seine Eminenz Kardinal Jean-Claude HOLLERICH SJ stellte seinerseits die Initiativen des European Synodal Team vor.

Die Herausforderungen, vor denen Europa steht, und der Beitrag der Kirche bildeten den Schwerpunkt der Beiträge Seiner Exzellenz Erzbischof Bernardito C. AUZA, Apostolischer Nuntius bei der Europäischen Union, Seiner Exzellenz Bischof Mariano CROCIATA, Präsident der COMECE, sowie von Bischof Michael LANDAU, Präsident von Caritas Europa.

Die Tätigkeiten der Kommissionen und Sektionen des CCEE wurden von den jeweiligen Vorsitzenden vorgestellt: Seine Exzellenz Bischof Leo CUSHLEY für Familie und Leben; Seine Exzellenz Erzbischof Zbigņevs STANKEVIČS für Evangelisierung und Kultur; Seine Exzellenz Bischof Claudio GIULIODORI für Jugend; sowie Seine Exzellenz Bischof Bohdan DZYURAKH CSsR für Sozialpastoral.

Seine Exzellenz Erzbischof Filippo IANNONE O. Carm. wandte sich erstmals in seiner Eigenschaft als Präfekt des Dikasteriums für die Bischöfe an die Vorsitzenden der Europäischen Bischofskonferenzen. Dieses Amt hatte zuvor Kardinal Robert Francis Prevost inne, der heute als Papst Leo XIV. der Kirche vorsteht. Seine Anwesenheit ermöglichte eine unmittelbare Begegnung mit den Vorsitzenden in seiner neuen Funktion.

Die Einladung, Brücken zu bauen und Versöhnung zu fördern, fand ihren konkreten Ausdruck im Appell „Der Herr schenke uns Frieden!“. Die Vorsitzenden erneuerten ihren Aufruf zu einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine sowie in allen Konfliktgebieten Europas und der Welt. Dabei betonten sie, dass wahrer Frieden weder aufgezwungen noch auf eine bloße Vereinbarung reduziert werden könne: Er beginne im Herzen des Menschen und werde durch Vergebung und Versöhnung aufgebaut. In Verbundenheit mit dem Heiligen Vater und seinem Aufruf zu einem „entwaffneten und entwaffnenden“ Frieden ermutigten sie alle Menschen guten Willens, konkrete Schritte zum Aufbau des Friedens zu unternehmen.

Die Vollversammlung wählte die Präsidentschaft des CCEE für die Amtszeit 2026–2031. Seine Exzellenz Erzbischof Gintaras GRUŠAS, Erzbischof von Vilnius, wurde erneut zum Präsidenten gewählt. Seine Exzellenz Erzbischof Eamon MARTIN, Erzbischof von Armagh, und Seine Exzellenz Erzbischof Dražen KUTLEŠA, Erzbischof von Zagreb/Agram, wurden zu Vizepräsidenten gewählt.

Die Teilnehmer brachten den scheidenden Vizepräsidenten, Seiner Eminenz Kardinal Ladislav NEMET SVD und Seiner Eminenz Kardinal Jean-Claude HOLLERICH SJ, ihren Dank für ihren Dienst während der vergangenen fünf Jahre zum Ausdruck. Ebenso dankten sie Seiner Exzellenz Erzbischof Franz LACKNER für die Gastfreundschaft und die Organisation der Vollversammlung.

Das gemeinsame Gebet und die liturgischen Feiern begleiteten diese Zeit der Begegnung. Am Ende der Eröffnungsmessfeier in der Kirche Maria Assunta in Mülln beteten die Vorsitzenden gemeinsam für ein Ende des Krieges in der Ukraine.

Quelle: www.bisericacatolica.ro

Fotos: Erzdiözese Salzburg (eds) / Hiva Naghshi