Pfarrei Tschakowa – 300 Jahre in der Gemeinschaft

Im Schematismus der Diözese Temeswar kann man über die Pfarrei Tschakowa folgende Worte lesen: „Die Pfarrei besteht seit 1333 und wurde 1724 wiedergegründet. Die Kirche wurde zwischen 1880-1881 gebaut und 1938 zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit konsekriert. Die Kirchenbücher werden seit 1724 geführt.“
Für das Jahr 2024 kann Domherr Dorin Gyula Filip, der Pfarrer dieser Gemeinde, in der Historia Domus, der Chronik der Pfarrei, mehrere Ereignisse vermerken, darunter die Diamantene Messe, d.h. 60 Jahre seit der Priesterweihe von Alt-Generalvikar Georg Kóbor, emeritierter Pfarrer von Tschakowa und Caritas-Direktor, die Primiz des Neupriesters Ovidiu Virag, der aus Conaul Iosif / Josefsallasch, einer Filiale der Pfarrei Tschakowa stammt und im Juni dieses Jahres von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, in der Domkirche zum Hl. Georg in Temeswar geweiht wurde und das 300-jährige Jubiläum der Wiedergründung der während der osmanischen Herrschaft entvölkerten und untergangenen Pfarrei Tschakowa.
Auf der Facebook-Seite der Pfarrei schrieb ihr Seelsorger, Dorin Gyla Filip, vor einigen Tagen: „300 Jahre mittendrin!!! An diesem Sonntag feiern wir 300 Jahre seit der Neugründung unserer Pfarrgemeinde nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft. In diesen 300 Jahren haben Menschen unterschiedlicher Sprache und Herkunft – Deutsche, Ungarn, Bulgaren, Rumänen, Slowaken, Serben oder Kroaten – ihren Glauben gefeiert und wichtige Lebensereignisse erlebt. 300 Jahre bedeuten zugleich eine wechselvolle Geschichte. Es gab viele Veränderungen, Aufstiege, aber auch Tiefen. Viele Pfarrer und Kapläne sind gekommen und gegangen. Viele Menschen haben sich im Laufe der Jahre ehrenamtlich am Pfarrgemeindeleben beteiligt. Alle, die in dieser Gemeinschaft aktiv waren, hatten hoffentlich eines gemeinsam: Christus zu dienen! Er ist der Eckstein, und auf ihn ist die ganze Gemeinschaft mit ihren Fähigkeiten und Grenzen gebaut.
Die Gemeinschaft der Zukunft wird auf unserer Bereitschaft beruhen, uns für Christus und unseren Glauben einzusetzen. Sie wird nicht nur von äußerlichen Gebäuden und Strukturen abhängen. Wenn die christliche Gemeinschaft in Zukunft relevant bleiben soll, wird sie davon abhängen, dass es Menschen gibt, die für die Botschaft des Evangeliums einstehen. Wie wir die Ortskirche in Tschakowa in Zukunft erleben werden, hängt also von jedem einzelnen von uns ab.
Jubiläumsfeiern gehen über das Alltägliche hinaus, können historische Perspektiven eröffnen und Menschen enger miteinander verbinden. Wer ein Jubiläum feiert, möchte die Zukunft dem Ursprung anbieten und für die Vergangenheit danken. Diese Dankbarkeit wollen wir gemeinsam vor Gott bringen, wenn an diesem Sonntag Msgr. Martin Roos, der emeritierte Bischof unserer Diözese, mit uns um 11.30 Uhr eine feierliche Messe feiern wird. Die ganze Gemeinde ist zu dieser Feier eingeladen! Anschließend wollen wir im Pfarrhof mit einem kleinen Imbiss weiterfeiern. Mein ausdrücklicher Dank gilt allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des Festtages beitragen!“
Die Jubiläumsmesse wurde am Sonntag, den 13. Oktober dieses Jahres von S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, in Anwesenheit mehreren Priester der Diözese gefeiert: Domherr Dorin Gyula Filip, Pfarrer dieser Gemeinde, Domherr János Kapor, Pfarrer von Kischineu a.d. Kreisch, der aus Tschakowa stammt, Domherr emeritus György Kóbor, emeritierter Pfarrer von Tschakowa und Kaplan Ovidiu Virag, der zur Zeit in der Pfarrei Rschitza I. – „Maria Schnee“ tätig ist. An der Jubiläumsfeier nahmen auch die Bürgermeister Dipl.-Ing. Petru Filip aus Tschakowa und Petru Roman aus Detta teil. Die Heilige Messe wurde durch Kirchenlieder belebt, die von Frau Prof. Simona Mustețiu an der Orgel, Frau Crina Vezentan Ciucuriță, Solistin an der Rumänischen Nationaloper in Temeswar und Herrn Ovidiu Ciucuriță, Canto-Lehrer am Musikgymnasium „Ion Vidu“ in Temeswar, interpretiert wurden. Junge Paare in ungarischen, deutschen und rumänischen Trachten aus Tschakowa, Busiasch und Neusentesch nahmen ebenfalls daran teil.
Der emeritierte Bischof der Diözese Temeswar wurde von Vertretern der Gemeinde begrüßt, die ihm als Zeichen des Dankes einen Strauß mit 25 weißen Rosen überreichten, Symbol für 25 Jahre bischöflichen Dienstes, den er dieses Jahr im August feierte.
Die Predigt hielten Kaplan Ovidiu Virag (Deutsch), Pfr. János Kapor (Ungarisch) und Pfr. em. Kóbor György (Rumänisch).
Kaplan Ovidiu Virag betonte die Einheit im Glauben dieser multiethnischen und mehrsprachigen Gemeinschaft – ungeachtet der Wechselfälle der Geschichte (Kriege, Deportationen, Verfolgungen) – in der nach den Worten von Papst Franziskus „Einheit keine Uniformität ist und die Vielfalt unserer kulturellen und religiösen Identitäten ein Geschenk Gottes ist. Einheit in der Vielfalt. Wachset in gegenseitiger Wertschätzung, wie es eure Vorfahren bezeugt haben.“
Pfr. János Kapor erinnerte an die aus Tschakowa stammenden Priester, die einen besonderen Beitrag zum Leben der Lokalkirche und darüber hinaus geleistet haben: Msgr. Konrad Kernweisz, Ordinarius der Diözese Temeswar, Msgr. Johann Heber, päpstlicher Prälat und Sekretär von Bischof Augustin Pacha, Domherr Josef Gerstenengst, der berühmte Organist der St. Josephs-Kathedrale in Bukarest.
„Die ersten fanden den Tod, die zweiten hatten die Not, und die dritten erst das Brot.“ – zitiert Pfr. Kóbor, ein altes Sprichwort, das in wenigen Worten die Mühen, die unendlichen Anstrengungen und das Schicksal der ersten Familien und Generationen deutscher Siedler zusammenfasst, die vor 300 Jahren in diese trostlosen, von Sümpfen dominierten Gebiete kamen.
Am Ende der hl. Messe dankte Pfr. Dorin Gyula Filip allen, die zur Organisation dieses Jubiläums beigetragen haben, S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof, der zusammen mit der Gemeinde von Tschakowa feierte, den Mitbrüdern im Priesteramt, die die Freude über das Jubiläum mit den Mitgliedern der Pfarrei teilten, den Jugendlichen, die in den schönen Trachten aus Busiasch, Neusentesch und Tschakowa kamen. „Ein Jubiläum gibt uns den Mut, in die Zukunft zu schauen und zu schreiten“, sagte Pfr. Filip.
Die jubelnde Gemeinde wurde auch vom Bürgermeister der Stadt, Herrn Dipl.-Ing. Petru Filip geehrt, der Pfarrer Filip ein Ehrendiplom und eine Medaille für seine unermüdliche Unterstützung und Förderung der Einheit zwischen den Kulturen und Konfessionen im Geiste der gegenseitigen Achtung überreichte.
Am Ende der Heiligen Messe gab S.E. Martin Roos, emeritierter Bischof, einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Vergangenheit der Gemeinde Tschakowa und wies mit Freude auf die kommenden Jubiläen hin, und erteilte allen Anwesenden seinen bischöflichen Segen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden mit einer Agape und mit der Musik der Rekascher Blaskapelle im Hof der Pfarrei fortgesetzt.

Der 300. Jahrestage der Wiedergründung der Pfarrei Tschakowa wird auch am Hochfest Allerheiligen und am Martinstag im November mit besonderen symbolischen Elementen weiterhin begangen. So sollen am 1. November auf dem katholischen Friedhof 300 Kerzen angezündet werden und zum Martinsfest 300 Lampions aufsteigen gelassen.

Pressestelle der Diözese Temeswar

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