Vielleicht scheint folgende Aussage nicht alltäglich zu sein: Eine Kirche wird nur dort gebaut, wo die Menschen Glaube haben, denn im Haus Gottes findet die Gemeinde auch ein Zuhause. Neben starkem Glauben und Entschlossenheit ist jedoch auch Ausdauer erforderlich, so daß die Idee Gestalt annehmen kann. Es besteht auch die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit – gemeinsame Arbeit für einen gemeinsamen Zweck. Schließlich wird die Kirche nicht nur für die heutigen Gemeindemitglieder gebaut, sondern auch für zukünftigen Generationen. Die römisch-katholische Kirche in Neu-Moschnitza ist bescheiden, erfüllt aber gleichzeitig die aktuellen Erwartungen und entspricht dem modernen Stil von heute. Dazu, dass am 30. August 2020 Diözesanbischof Josef Csaba Pál die Skt. Gerhard Kirche Konsakrieren konnte, musste Glauben, Ausdauer und Einheit vieler vereinigt werden. Vor Jahrzehnten versammelte sich die römisch-katholische Gemeinde in Neu-Moschnitza bei einer Familie, in einem Privathaus, für die Sonntagsmessen. Dann seit etwa 20 Jahren öffnete sich monatlich die Tür der örtlichen reformierten Kirche vor katholischen Gläubigen und Gazdáné Mátyus Melinda, die Pfarrerin der Gemeinde, hat sie immer mit großer Liebe empfangen. Trotz alldem wurde es bei den katholischen Gläubigen immer stärker die Entscheidung: Sie wollen ihre eigene Kirche. Die ersten Schritte fürs erreichen des Ziels hat eine entschlossene, hartnäckige Frau, Irénke Lőrincz gewagt. Sie ist mit der Bitte an den örtlichen Bürgermeister gegangen, ein Grundstück zu bekommen, um die Kirche zu bauen… und Sie hat sich es nicht nehmen lassen, bis sie nicht eine possitive Antwort erhalten hat. Sie bitten um nichts mehr, nur was katholische, steuerzahlende lokale Bürger (auch) verdienen, argumentierte sie. Schließlich wurde ihr Wunsch erfüllt.Danach wandte sie sich an die Pfarrei Temeswar II. Fabrikstadt – an die, die Filiale Neu-Moschnitza gehört – an Pfarrer János Kapor, der am 23. Mai 2016 die Baugenehmigung des örtlichen Bürgermeisteramtes erhielt.Im Zusammenhang mit den ersten Schritten, sagte Pfarrer Kapor:
„Noch heute kommen mir in den Sinn die Gedanken von Pater Kentenich, Gründer der apostolischen Bewegung Schönstatt: Gib nicht auf! Gott hat sogar da Lösungen, bei denen man schon lange nichts mehr gesehen hat!“ Es hat mich näher gebracht die Hilfe von Zoltán Marossy, damals Stellvertreter des Landkreises Temes, der vom Kreisrat eine Unterstützung von 60.000 RON für den Bau der Kirche vergab,- wir sind auch sehr dankbar – fügte Pfarrer János Kapor hinzu, dessen Liste mehrere, weitere Finanzierungsquellen fürs Projekt enthält: jährliche Kirchenbeiträge, Spenden beim Haussegen, bzw. Gemeinschaftsspenden, ergänzt durch Zuschüsse des Staatssekretariats für Kulte der rumänischen Regierung, mehrere Unternehmen und finanzielle Unterstützungen des Bürgermeisteramtes Neu-Moschnitza und Spenden von Gerhard Brock, ein hilfsbereites Mitglied der Gemeinde Lauf-Sasbachtal in Deutschland. Die Kirche wurde nach den Plänen des Temeswarer Architekten, Franz König von der Firma Roxinov Construct SRL aus Urseni/ Medwesch ergebaut. Das Altarbild – Hl. Gerhard, der Schutzpatron der neuen Kirche – ein buntes Glasfenster wurde von Vitral Art SRL aus Neumarkt angefertigt, die Glocke, im Fassadenturm, stammt aus der Werkstatt der Grassmayr-Gießerei in Innsbruck (Österreich), und die Orgel stammt von der Firma Viscount aus Ungarn.Der Altar wurde in Ungarn von der Firma Bozóki Design aus Kiskunfélegyháza gebaut. Die Einrichtung der Kirche, das heißt, das Tabernakel, die Bänke, Statuen und Kreuzwegstationen sind mit freundlicher Unterstützung der Schwester Rita Eble, Leiterin des Franziskanerklosters in Erlenbad (Deutschland) für die Kirche in Neu-Moschnitza gespendet und, da es nicht möglich war, dass Schw. Rita und ihre Mitschwestern an der Konsekration teilnehmen sollen, möchten wir auf diesem Wege, auf Bitte, von Pfr. Kapor noch einmal unseren herzlichsten „Dankeschön“ und „Vergelt´s Gott!“ sagen. Am letzten Sonntag im August stellten sich Stühle und Bänke in streng geordneten Reihenfolge, vor der Kirche auf dem frisch gemähten, grünen Rasen auf (so daß die geltenden Bestimmungen zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie eingehalten wurden).Das Schicksal wollte es so, dass diejenigen, die so hart gearbeitet haben, um ihr Ziel zu erreichen, am Ende nur in begrenzter Anzahl an der Konsekration teilnehmen konnten. Die meisten konnten nur mit Hilfe von Lautsprechern an die Messe, im Freiem teilnehmen.Wir können einen historischen Moment erleben, sagte in seiner Predigt Diözesanbischof
Josef Csaba Pál: Dieser Feiertag ist nur deshalb hervorragend, weil nach der Wende 1989 dies die zweite neu erbaute Kirche in der Diözese Temeswar ist, sondern auch, weil der Schutzpatron der 1030 vom Hl. Stephan gegründeten Tschanader Diözese – der Hl. Gerhard – vor 990 Jahren zum Bischof geweiht wurde. Im Rahmen der Konsekration besprengte der Diözesanbischof mit Weihwasser das Kirchenschiff, die Außenmauern und den Ambo. Der herausragende Moment der Liturgie war die Altarweihe, in deren Einführung Bischof Pál den Altartisch mit Chrisma in Erinnerung an Christus salbte. Dann wurden brennende Kohlen und Weihrauch auf fünf Tellerchen gelegt, die an den fünf heiligen Wunden Jesu errinnern. Der Geruch des Weihrauchs hat eine heiligende und reinigende Rolle, um den Ort für das Messopfer würdig zu machen. Nur danach konnte man den Altar mit Leuchtern und Blumen schmücken. Als Abschlussakkord der Weihe zeichnete Bischof Pál zwölf Kreuze aus Chrisam zur Erinnerung an die Apostel, an die Kirchenschiff-Mauer – schließlich wurde der Tabernakel gesegnet und geweiht.Am Ende der hl. Messe lobte der Oberhirte die bisherige Tätigkeit von Pfarrer János Kapor in der Pfarrei Temeswar II Fabrikstadt und überreichte ihm als Dank und Würdigung die Hl. Gerhard Gedenkmedaille. Unter den anwesenden Gäste waren Pastor István Gazda und Melinda Mátyus Gazda, Reformiertes Pastorenehepaar – die auch die Stärkung der katholischen Gemeinschaft in ihren Herzen trugen – , Zoltán Marossy Vorsitzender der RMDSZ-Temesch, Florin Octavian Bucur Bürgermeister von Neu-Moschnitza und der stellvertretende Bürgermeister György Kádár, auf dessen Unterstützung, man – wie Pfarrer János Kapor sagte – von Anfang an zählen konnte.Der musikalische Teil der Liturgie wurde von Emil Dumitresc, Kantor der Millenniumskirche und seiner Familie gesichert. Die Kirchen- und Volkslieder, die sie aufführten haben nicht nur der Konsekration einen feierlichen Klang verliehen, sondern auch die Persönlichkeit des Hl. Gerhards den Gläubigen näher gebracht. Nach der hl. Messe begrüßte der Männerchor der Reformierten Kirche aus Neu-Moschnitza, am Platz, vor der Kirche, die feiernde katholische Gemeinde, mit Gesang. Schließlich nahmen alle Anwesenden an einer Agape teil. 
Der Bau einer Kirche verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Gemeinschaft. Die Hl. Gerhard-Kirche in Neu-Moschnitza ist ein Zeugnis dafür, wie Menschen verschiedener Konfessionen und Muttersprachen einer Gemeinschaft helfen können für die Verwirklichung ihres Traums und damit den Bau einer Kirche als seelische, gemeinschaftliche Leistung wird. Weil die Kirche wird von keinem Gemeindemitglied, nur für sich selbst, gebaut…
Sipos Enikő






