Im Februar 2025 startete die römisch-katholische Diözese Teneswar – durch ihr diözesanes Amt für Erwachsenenpastoral – einen Ausbildungskurs für Gläubige, die ihren Glauben vertiefen, ihren Platz innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft besser verstehen, anderen dienen und diese zu Jesus führen möchten. Während dieses Zeitraums fanden Vorträge sowohl in Präsenz als auch online über die Plattform Zoom statt.
Am Samstag, dem 24. Oktober 2026, fand ein weiteres Treffen für die Kursteilnehmer im diözesanen Jugendzentrum in Temeswar statt. Ab November setzen die Teilnehmer ihre Ausbildung in getrennten Gruppen fort, die auf die jeweiligen Dienste ausgerichtet sind, auf die sie sich vorbereiten. So treffen sich am 7. November Akolythen und Leiter von Gebetsgruppen; am 14. November folgen Animatoren und Personen, die in praktischen Diensten tätig sind; am 21. November sind die Lektoren an der Reihe. Alle diese Veranstaltungen finden in Präsenz in Temeswar statt.
Das Programm des Treffens am 24. Oktober begann um 10:00 Uhr und umfasste drei Vorträge, an die sich Diskussionen in Kleingruppen anschlossen. Im weiteren Verlauf des Tages wurden zudem Erfahrungsberichte zu verschiedenen Formen des Dienstes in den Pfarrgemeinden geteilt. Moderiert wurde das Treffen von Pfarrer Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, und Melinda Baum, einer Vertreterin des Erzdekanats an der Marosch.
Der erste Vortrag, gehalten von Pfarrer Marin Matieș, Dechant und Pfarrer von Karansebesch, befasste sich mit dem liturgischen Jahr. Pfarrer Marin Matieș betonte, dass das liturgische Jahr nicht lediglich eine Abfolge von Festen und Gedenktagen an vergangene Ereignisse sei; vielmehr biete es den Gläubigen die Möglichkeit, das Heilsgeheimnis in der Gegenwart zu erfahren und ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen. Im Mittelpunkt des liturgischen Jahres steht das österliche Geheimnis – der Tod und die Auferstehung Jesu Christi –, wobei jede liturgische Zeit ihre eigene, besondere Botschaft und ihren eigenen geistlichen Reichtum birgt. Der Referent hob zudem die Bedeutung des Sonntags hervor – des Tages des auferstandenen Herrn –, an dem sich die Gläubigen um das Wort Gottes und die Eucharistie versammeln. Darüber hinaus ermutigte er die Teilnehmer, das liturgische Jahr tiefer zu leben – durch die aktive Teilnahme an der Heiligen Messe, Gebet, Betrachtung der Heiligen Schrift sowie die Ausübung von Werken der Barmherzigkeit.
Der zweite Vortrag mit dem Titel „Elemente der eucharistischen Liturgie“ wurde von Dr. theol. Imogen Tietze gehalten. Ausgehend von alttestamentlichen Traditionen und der Feier des jüdischen Pessachfestes erläuterte die Referentin die Ursprünge der Eucharistie und die Entwicklung ihrer Feier im Laufe der Jahrhunderte. Besonderes Augenmerk galt dabei den beiden grundlegenden Dimensionen der Eucharistie: dem Opfer Jesu Christi und dem gemeinschaftlichen Mahl. Dr. Imogen Tietze ging zudem auf die historischen Wandlungen in der Feier der heiligen Liturgie ein und hob die Bedeutung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßenen Liturgiereform hervor. In diesem Zusammenhang betonte sie, dass die heilige Liturgie nicht lediglich eine vom Priester in Anwesenheit der Gläubigen vollzogene Feier ist, sondern ein liturgisches Geschehen, an dem die gesamte Gemeinschaft bewusst und aktiv teilnehmen soll.
Der dritte Vortrag wurde von Pfr. Veniamin Pălie gehalten, Erzdechant und Seelsorger in Reschitza I – „Maria Schnee“ (Maria ad Nives) –, der über das Stundengebet und das Gebet des Breviers sprach. Er führte die Tradition des Psalmgebets bis auf das Alte Testament zurück und erklärte, wie diese Gebetsform von den frühen christlichen Gemeinschaften übernommen und im Laufe der Jahrhunderte – insbesondere in klösterlichen Gemeinschaften – weiterentwickelt wurde. Zudem unterstrich er die Bedeutung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderten Reform, durch die die Teilnahme der Laien am Stundengebet gefördert und neu belebt wurde. Pater Veniamin Pălie betonte, dass das Stundengebet das Gebet der gesamten Kirche sei, durch das die Gläubigen Gott Lob und Dank darbringen und die verschiedenen Tageszeiten heiligen. Aus seiner eigenen Erfahrung berichtete er, dass dieses Gebet – ob individuell oder, besonders, in der Gemeinschaft – ihm dabei helfe, seine Beziehung zu Gott zu vertiefen.
Nach den Kleingruppendiskussionen und der Mittagspause hörten die Teilnehmenden Erfahrungsberichte von Andreea Bârza (aus der Pfarrei Temeswar III Elisabethstadt), dem Ehepaar Petre und Monica Muntean (aus der Pfarrei Temeswar IV Josefstadt) sowie Dr. Zsolt Vastag –Arzt und Akolyth in der römisch-katholischen Diözese Temeswar. Sie berichteten von ihrem Engagement in ihren jeweiligen Pfarreien – von Programmen für und mit Kindern bis hin zu Gebetsgruppen und anderen Treffen für Erwachsene –, die allesamt darauf abzielen, den Zusammenhalt unter den Gemeindemitgliedern zu stärken.
Das Treffen bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, verschiedene Aspekte des liturgischen Lebens der Kirche vertieft zu betrachten und zugleich konkrete Beispiele für das Engagement von Laien im pfarrlichen Leben kennenzulernen. Darüber hinaus bot der Erfahrungsaustausch – ebenso wie die anschließenden Diskussionen – Anlass, über den eigenen Beitrag zum Leben der Kirche nachzudenken.
Pressestelle der Diözese Temeswar















