„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!
Mach mich wieder froh mit deinem Heil
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Herr, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden!“ (Psalm 51, 12–14,17)
Mit diesen Versen aus Psalm 51, die während der Aschermittwochsmesse gesungen wurden, verkündete die Kirche den Beginn der Fastenzeit – eine besondere Zeit der Einkehr und Vorbereitung auf das Hochfest der Auferstehung des Herrn, das heilige Osterfest. Der Aschermittwoch ist für die römisch-katholischen Gläubigen ein Tag des Fastens und der Abstinenz. An diesem Tag wird in den katholischen Kirchen die Asche gesegnet und den Gläubigen als Zeichen der Umkehr und Buße auf die Stirn gestreut.
Am Aschermittwoch, dem ersten Tag der Fastenzeit, trafen sich die Mitarbeiter der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar im Saal des Diözesanen Jugendzentrums zu einem Tag der geistlichen Einkehr, zu dem auch Mitarbeiter und Freiwillige aus den Pfarreien eingeladen waren. Das geistliche Programm, das einen Vortrag und Kleingruppengespräche umfasste, wurde von Pfarrer Szabolcs Csíki, Pfarrer von Delnița (Erzdiözese Karlsburg/Alba Iulia), geleitet. Der Einkehrtag endete mit einer Heiligen Messe um 13 Uhr in der Pfarrkirche zur hl. Katharina in Temeswar I – Innere Stadt, zelebriert von S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof.
In seinem einleitenden Wort begrüßte der Bischof die Anwesenden und sagte: „Vielleicht treffen wir heute auch Entscheidungen für die Fastenzeit, damit die Gaben, die uns der gute Gott geschenkt hat, Früchte bringen.“
Im Mittelpunkt der Meditation von Pfarrer Szabolcs Csíki standen folgende Gedanken:
– Gott hat den Menschen für den Himmel bestimmt.
– Im Neuen Testament begegnet uns mehrfach der Aufruf Jesu an die von ihm Geheilten: „Steh auf!“ Gott richtet uns immer wieder auf, denn er will uns aufrecht sehen.
– Das Glaubensleben kann nicht abgeschlossen werden.
– Eine Pfarrei, ein Bistum oder eine Gemeinschaft wird dann wirklich missionarisch, wenn Gläubige, Mitarbeiter und Priester Erneuerung, geistliche Stärkung, Gemeinschaftserfahrungen und Momente des Gebets suchen.
– Wir müssen die Realität annehmen: Unser Weg ist voller Herausforderungen, wir machen Fehler, wir erleben Misserfolge – und doch liegt in dieser Realität die Hoffnung, dass Gott in jeder Situation an unserer Seite steht und uns immer etwas schenken will.
– Die Fürsorge Gottes wurde durch eine Geschichte veranschaulicht: Ein Kind bat seine Eltern, allein mit dem Zug in den Ferien zu den Großeltern reisen zu dürfen. Der Vater begleitete ihn zum Bahnhof und gab ihm vor der Abfahrt einen Zettel: „Lies ihn nur, wenn du in Schwierigkeiten bist.“ Unterwegs geriet der Junge tatsächlich in Not, zog den Zettel aus der Tasche und las: „Mein Sohn, ich bin im letzten Waggon.“
Für die Kleingruppengespräche stellte Pfarrer Csíki folgende Fragen:
Was hat mich heute am meisten berührt? Gab es Situationen in meinem Leben, in denen meine Zugehörigkeit zur Kirche infrage gestellt wurde? Wo und wie lebe ich meinen Glauben sichtbar für andere?
Das geistliche Programm endete mit einer Heiligen Messe in der Katharinenkirche, zelebriert auf Rumänisch, Ungarisch und Deutsch, in deren Rahmen der Bischof die Asche segnete, die anschließend in Kreuzform auf die Stirn der Gläubigen gestreut wurde. „Lasst uns Gott, den Vater, inständig bitten, diese Asche, die wir uns als Zeichen der Buße auf das Haupt legen, mit dem Überfluss seiner Gnade zu segnen. Gott, der du dich des Demütigen erbarmst und dich mit dem versöhnst, der Buße tut, neige dich gütig unseren Gebeten zu und gieße gnädig den Segen über deine Diener aus, die diese Asche empfangen; schenke ihnen die Gnade, damit sie, treu den Weg der vierzig Fastentage gehend, mit gereinigter Seele das Ostergeheimnis deines Sohnes feiern können“ – betete der Hirte der Diözese.
In seiner Predigt sagte Pfarrer Csíki: „In der Fastenzeit denken viele nur an Fasten und Verzicht. Diese sind wichtig, aber sie haben nur dann Sinn, wenn wir uns Gott öffnen. Es ist gut, diese Zeit so zu sehen, wie die Kirche sie nennt: „Die heiligen vierzig Tage“ – eine Zeit der Gnade, in der Gott uns nahe sein will, eine Zeit der Begegnung mit Gott.“
An der Heiligen Messe konzelebrierten Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar und Pfarrer der Inneren Stadt, Pfarrer Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, Domherr Nikola Lauš, Direktor des bischöflichen Kanzlei, Pfarrer Augustin Bărbuț, Seelsorger zu Temeswar IX (Marienheim), sowie Pfarrer Szabolcs Csíki, der Gastprediger. Die musikalische Gestaltung übernahm Herr Róbert Bajkai-Fábián, Organist der Domkirche.
Der Tag der geistlichen Einkehr endete mit einer brüderlichen Agape in der innenstädtischen Pfarrei.
Pressestelle der Diözese Temeswar















