Am ersten Samstag nach dem Aschermittwoch, dem 21. Februar dieses Jahres, fand im Diözesanjugendzentrum in Temeswar ein Einkehrtag, in der Fastenzeit, statt. Daran nahmen Gläubige teil, die an den Kursen zur Erwachsenenbildung für Akolythen, Lektoren, Vorbeter, Gruppenanimateure und andere Dienste teilnehmen, die vom Büro für Erwachsenenpastoral der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar organisiert werden, sowie Mitarbeiter und Freiwillige aus den Pfarreien unserer Diözese. Das Programm dauerte von 9.30 bis 16.00 Uhr und umfasste einen Vortrag, Zeugnisse, Kleingruppenaktivitäten und nach dem Mittagessen die Heilige Messe im Hohen Dom zum hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar. An dem Treffen nahmen S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, sowie Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, teil.
In seinem Vortrag mit dem Titel „Gott an die erste Stelle setzen“ sprach Pfr. Zsolt Szilvágyi über jene Gestalt der Heiligen Schrift, die zu einem Vorbild des Gehorsams, eines allmählich reifenden Glaubens und der Bereitschaft wurde, alles aufzugeben, um dem Willen Gottes zu folgen: Abraham. „Auch wir müssen unseren eigenen Exodus, unser eigenes Hinausgehen vollziehen, so wie Abraham. Wenn wir Gott folgen wollen, müssen wir den Mut haben, aus unserer Sicherheit, unserer Bequemlichkeit und unserer Vergangenheit auszuziehen; wir müssen auf unsere Götzen verzichten, wie Geld, das Telefon, das Internet oder zu viel Arbeit. In der Heilsgeschichte hat jeder Exodus eine große Veränderung und sogar eine Segnung mit sich gebracht“, betonte der Referent.
Anschließend sahen die Anwesenden ein Video von Andrea Földi-Kovács, einer in Ungarn bekannten Journalistin, Moderatorin und Redakteurin, die über ihre Bekehrung Zeugnis ablegte.
Das nächste Thema des geistlichen Tages wurde von Frau Melinda Mihu, Vorbeterin aus Warjasch, geleitet. Sie präsentierte mehrere Videos von P. Columba Jordan CFR (Community of the Franciscan Friars of the Renewal, auf Lateinisch Fratres Franciscani a Renovatione), aus der Reihe Living Faith – Gelebter Glaube. In den fünf Kurzvideos spricht P. Jordan über das innere Leben, also das Gebetsleben, die Sakramente, die Gottes- und Reich-Gottes-Erkenntnis, die Gemeinschaft und das persönliche Apostolat. Nach jedem Video folgten Fragen, über die die Teilnehmer 2–3 Minuten nachdenken sollten, bevor sie diese mit einem Partner – möglichst aus derselben Pfarrei – besprachen. Außerdem folgte auf jeden theoretischen Teil auch ein praktischer Abschnitt, der sowohl der einzelnen Person als auch den Pfarrgruppen gewidmet war.
– „Ich muss dem Gebet die beste Zeit des Tages widmen und sie Gott schenken. Also: Schenkst du Gott jeden Tag Zeit? Wie ist die Qualität dieser Zeit? Gibst du Ihm deine beste Zeit oder nur die ‘Reste’?“ In der Praxis empfiehlt P. Jordan für das Gebet oder für die Meditation über die Evangeliumsverse des jeweiligen Tages mindestens 15 Minuten am Morgen, wenn der Mensch noch nicht von Problemen überlastet ist – immer am gleichen, dafür ausgewählten oder eingerichteten Ort im Zimmer oder in der Wohnung.
– Im Zusammenhang mit den Sakramenten wählt P. Jordan im vorgestellten Video zwei davon aus: die Heilige Messe und die Heilige Beichte. „Die höchste Form der Gott dargebrachten Verehrung ist die Heilige Messe. Meine drei Empfehlungen sind: seid präsent, bereitet euch vor und betet. Versuchen wir, nicht abgelenkt zu sein. Die vier Ziele oder Absichten der Heiligen Messe sind die Anbetung Gottes, der Dank, die Sühne und die Bitte. Um uns Gott zu nähern, müssen wir uns von der Sünde entfernen. In der Heiligen Beichte werden uns die Sünden vergeben, und zugleich empfangen wir die Gnade, nicht wieder zu sündigen“ – sagte P. Jordan.
– Was die Gemeinschaft betrifft, hat P. Jordan einen einfachen praktischen Vorschlag: Wenn jemand in seiner Pfarrei oder in einer der benachbarten Pfarreien keine Gruppe oder Gemeinschaft findet, ist es an der Zeit, selbst eine zu gründen. „Überall dort, wo es eine Gemeinschaft gibt – unabhängig von ihrer Größe –, sagt Jesus, dass Er dort gegenwärtig ist, wenn wir uns in Seinem Namen versammeln. Der hl. Johannes vom Kreuz, der große Mystiker des 16. Jahrhunderts aus Spanien, sagte, dass jeder Gläubige einem glühenden Kohlenstück im Feuer gleicht. Wenn das Feuer brennt, sind alle Kohlen heiß. Doch wenn man eine Kohle herausnimmt, kühlt sie aus. Er benutzte dieses Bild für isolierte Gläubige. Suchen wir also Menschen, bei denen wir wirklich wir selbst sein können und mit denen wir Zeit verbringen können. Ich möchte nicht sagen, dass wir die Kirche auf soziale Kontakte reduzieren sollen, aber auch Jesus verbrachte Zeit mit den Armen und den Sündern. Wenn für Ihn die Gemeinschaft wichtig war, ist sie ebenso wichtig für uns. Sucht also die Gemeinschaft, bleibt dort, investiert in sie und helft ihr zu wachsen“ – ermutigte Pater Jordan.
– Abschließend sprach P. Jordan beim Thema Apostolat besonders über die Evangelisierung, also über die Weitergabe des Glaubens: „Ein Apostel war jemand, der gesandt wurde. Jesus selbst wurde vom Vater gesandt. Ebenso hat Er die Apostel gesandt und in Wahrheit die ganze Kirche. Ich würde es so zusammenfassen: Wurzeln und Früchte. Jesus vergleicht uns mit einem Fruchtbaum. Er sagt, dass ein Baum, der keine Früchte trägt, kein gesunder Baum ist. Wir dürfen nicht nur Wurzeln haben und die geistliche Nahrung von Gott empfangen, sondern wir müssen sie auch weitergeben.“ Was den praktischen Teil betrifft, schlägt P. Jordan drei Wege vor: inspirieren, einladen und investieren. Inspirieren – den katholischen Glauben authentisch leben. Einladen – andere Menschen zur Heiligen Messe und zur Heiligen Beichte einladen. Investieren – andere tiefer in das innere Leben, in das Gebetsleben mit Gott hineinführen, indem man die eigenen Glaubenserfahrungen weitergibt.
Das Programm des geistlichen Tages endete um 15.00 Uhr mit der Heiligen Messe, die von S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, im Hohen Dom zum hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, gefeiert wurde.
Pressestelle der Diözese Temeswar













