Reschitza – Peter Rohr (6. April 1881 – 18. Februar 1956) gehört in die Galerie bedeutender Reschitzaer Musiker, die das 20. Jahrhundert im Banater Bergland und darüber hinaus mitgeprägt haben. Er ist der Großvater des Temeswarer emeritierten Hochschullehrers, Musikwissenschaftlers und – kritikers und Dirigenten Damian Vulpe. Über den in Darowa in der Banater Hecke geborenen Peter Rohr schreibt der Verleger, Literaturkritiker und Kulturforscher Gheorghe Jurma in seinem Buch „Reșița muzicală” (TIM-Verlag, 2015): „Als Kind fiel Peter Rohr mit seiner musikalischen Neigung in der Schule und im Kinderchor der Kirche in Darowa auf. 1895 schickte ihn das Regiment von Karansebesch zur musikalischen Fortbildung an die Militärkapelle in Weißkirchen/Bela Crkva, deren Dirigent, Johann Karl, ihm die musikalischen Noten beibrachte und ihn zwei Instrumente lehrte: das Euphonium und das Cello. Letzteres sollte ihn sein ganzes Leben begleiten. Nach wenigen Jahren nutzt Peter Rohr seine musikalischen Talente im Orchester des „Theaters an der Wien“ sowie im „Karlstheater“ in der Hauptstadt des Kaiser- und Königreichs. 1902 kehrt er ins Banat zurück und lässt sich in Reschitza nieder, wo er in der Blaskapelle der Arbeiter der StEG mitmacht. 1907 wird er, neben Otto Sykora, zu deren zweiten Dirigenten, um 1930 das Orchester zu übernehmen. Während des Ersten Weltkriegs war er Dirigent der Militärkapelle in Bielitz, Schlesien. Peter Rohr integrierte bereits damals oft in die Blaskapelle des Militärs Streichinstrumente und verwandelte dieses in ein symphonisches Orchester, das ziemlich viele öffentliche Auftritte hatte. Zurück in Reschitza, dirigiert Rohr verschiedene Chöre (auch bei Auftritten im Ausland), parallel zu seiner Haupttätigkeit als Orchesterdirigent. Unter den Kompositionen Peter Rohrs werden oft die „Kleine Deutsche Sonntagsmesse“, das „Weihnachtsoratorium“, die „Missa Jubilet“, die „Festmesse“ oder der „Waldeszauber- Walzer“ zitiert. Peter Rohr dirigierte auch zahlreiche Opernaufführungen: „Der Barbier von Sevilla“, „Cavalleria Rusticana“, „Tosca“, „Bajazzo“ sowie zahlreiche Aufführungen des Reschitzaer deutschen Operettenensembles, die er neu orchestrierte. Anlässlich des 140. Geburtstags von Peter Rohr brachte das DFBB und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ einen Sonderbrief heraus, mit Sonderstempel, der am 8. April im Postamt 1 Reschitza verschickt bzw. abgestempelt wurde. Gestern Abend um 19 Uhr organisierte das DFBB eine Online-Sonderveranstaltung mit den Enkel des Gefeierten, Damian Vulpe, die dem Jubilar gewidmet war. Sie konnte u.a. über folgende Zugangsadresse verfolgt werden: www.facebook.com/Demokratisches.Forum.der. Banater.Berglanddeutschen

Erwin Josef Țigla

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien 29. Jahrgang/Nr. 7069 Bukarest, Freitag, 9. April 2021