Die Chrisam-Messe, die am Gründonnerstag am Vormittag gefeiert wird – in der Regel in Bischofs- oder Erzbischofskirchen –, versammelt alle Priester der jeweiligen Diözese oder Erzdiözese um den Altar. In dieser heiligen Messe segnet der Bischof oder Erzbischof das Krankenöl, das Katechumenenöl und weiht das Chrisam, das bei der Taufe, der Firmung sowie bei verschiedenen Weihen verwendet wird: Priesterweihe, Bischofsweihe, Altar-, Glocken- oder Kirchweihe.
Im Dom St. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, feierte S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof am Gründonnerstag, dem 2. April, um 10 Uhr die Chrisam-Messe. Die musikalische Gestaltung übernahmen Kantoren aus mehreren Pfarreien der Diözese, die gemeinsam sangen.
In seiner Predigt betonte der Bischof: „Bevor wir in das österliche Triduum eintreten, vereinen wir uns in besonderer Weise in Jesus. Wir machen uns bewusst, wer uns berufen hat und um wessen Liebe willen wir den Weg des Priestertums oder des Diakonats begonnen haben. Er ist es, ohne den unser Leben, unsere Mühen und unsere Arbeit auch heute keinen Sinn hätten. Er ist derjenige, der durch uns wirkt. Doch in uns findet ein Kampf statt: wie und auf welche Weise wir zulassen, dass Er durch uns handelt. Zum Beispiel beim Predigen: Wie sollen wir es tun, damit Er spricht? Damit wir das sagen, was Er in dieser Situation sagen möchte. Im Evangelium lesen wir, dass Jesus seine Jünger zu zweit vor sich hersandte, dorthin, wohin Er selbst gehen wollte. So geschieht es auch heute. Wir sind nicht diejenigen, die die Probleme der Menschen oder der Gesellschaft lösen – wir wären dazu gar nicht fähig. Wir gehen nur Jesus voraus, aber nicht ohne Seine Hilfe.“
Nach der Predigt forderte der Diözesanbischof die aus der ganzen Diözese angereisten Priester auf, ihre bei der Priesterweihe abgelegten Versprechen zu erneuern. Der Bischof betete: „Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, wir feiern heute den Tag, an dem Christus, der Herr, die Apostel – und mit ihnen auch uns – an Seinem Priestertum teilhaben ließ. Gott bewahre uns alle in Seiner Liebe und führe uns – Hirten und Herde – zum ewigen Leben.“
Am Ende der heiligen Messe segnete der Bischof die heiligen Öle, die bei der Spendung verschiedener Sakramente verwendet werden (Katechumenenöl, Krankenöl), und weihte das Chrisamöl.
Am Abend des Gründonnerstags wurde um 18.00 Uhr die zweite Messe des Tages gefeiert – zum Gedächtnis des Letzten Abendmahls.
Pressestelle der Diözese Temeswar















