„Blicken wir auf die Krippe: die Gottesmutter und der hl. Josef scheinen keine Familie zu sein, der es besonders gut geht; ihr Erstgeborener kam unter großen Schwierigkeiten zur Welt; und dennoch sind sie von tiefer Freude erfüllt, da sie sich lieben und einander helfen, und vor allem sind sie sich dessen gewiß, daß in ihrer Geschichte Gott am Werk ist, der im kleinen Jesus gegenwärtig geworden ist. Und die Hirten? Aus welchem Grund sollten sie sich freuen? Jenes Neugeborene wird gewiß nicht ihre Situation eines Lebens in Armut und am Rande der Gesellschaft ändern. Doch der Glaube hilft ihnen, im »Kind […], das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt«, das »Zeichen« der Erfüllung der Verheißungen Gottes für alle Menschen »seiner Gnade« (Lk 2,12.14) zu erkennen, auch für sie selbst!
Darin also, liebe Freunde, besteht die wahre Freude: Es ist das Gefühl, daß unser persönliches und gemeinschaftliches Dasein von einem großen Geheimnis berührt und erfüllt wird, dem Geheimnis der Liebe Gottes. Um uns zu freuen, brauchen wir nicht nur Dinge, sondern Liebe und Wahrheit: Wir brauchen einen nahen Gott, der unser Herz wärmt und auf unsere tiefsten Erwartungen antwortet. Dieser Gott hat sich in Jesus offenbart, der von der Jungfrau Maria geboren wurde. Beten wir, daß jeder Mensch, ebenso wie die Jungfrau Maria, jenen Gott als Mittelpunkt seines Lebens aufnehmen kann, der Kind wurde und die Quelle wahrer Freude ist.“ (Papst Benedikt XVI., Angelus, III. Adventssonntag, 13. Dezember 2009)







