Die Deutsche Kulturdekade im Banater Bergland, Veranstaltung die jährlich im Kreis Karasch-Severin stattfindet, ist zur 31. Auflage angekommen. Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesenbischof von Temeswar, hat am Sonntag, dem 10. Oktober 2021, um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Ferdinandsberg ein Pontifikalamt – Heimatmesse der Banater Berglanddeutschen im Rahmen der Kulturdekade zelebriert. Konzelebriert haben Pfr. Călin Ciocian, Ortsseelsorger und Pfr. László Bakó, bischöflicher Sekretär. Der Diözesanbischof wurde am Beginn der Hl. Messe von Pfr. Ciocian, in deutscher Sprache, gegrüßt. Herr Erwin Josef Țigla, Vorsitzender des Deutschen Forums der Banater Berglanddeutschen sprach ebenfalls einige Einleitungsworte.

Bischof Pál betonte in seiner Predigt:
„Wir sind zusammengekommen, um die Heimatmesse der Berglanddeutschen zu zelebrieren. Das ist auch die geistliche Eröffnung der XXXI-ten Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland. Es ist so schön, jedes Jahr an gut organisierten kulturellen Programmen teilzunehmen, wo auch die Seele nicht hungrig bleibt. Jedes Mal gehen wir dabei seelisch erneuert nach Hause.
Jetzt sind wir in der Römisch-Katholischen Kirche von Ferdinandsberg. Die Gemeinde von Ferdinandsberg feiert heuer 140 Jahre, seit sie als Pfarrgemeinde gestiftet wurde. Diese Kirche selbst ist 81 Jahre alt, und hat zwei Schutzpatrone: die Jungfrau Maria Königin, und der Heilige Antonius von Padua. Und nun sind wir hierhergekommen, um die Hilfe Gottes zu erbitten für die Deutsche Kulturdekade, für all unsere Programme, aber auch für alle unseren Familien, für unser Leben selbst.“
Ferner, ermutigte er die Gemeinde mit Bezug auf der gegenwärtigen Situation, aber vor allem mit einem spieituellen Akzent, mit den folgenden Worten:
„Jetzt sollen wir unsere Zeit gut ausnutzen. Auch in diesen schwierigen Zeiten schenkt uns der liebe Gott 24 Stunden voller Gnaden. Auch diese Heimatmesse, an der wir nun teilnehmen können, ist eine Seiner Gnadengaben. Es folgen dann weitere Stunden… wir wollen sie so benutzen, um im Willen Gottes zu bleiben, gesegnet mit der Freiheit und der Freude eines grossherzigen Lebens, das wir in Liebe leben. Denn auch jetzt sendet der liebe Gott Seine Gnade und lässt nichts zu, das uns nicht zum Besten gereichen könnte. So wie auch Sein Versprechen im Römerbrief heisst: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht.” (Röm 8, 28 )

In tiefem Vertrauen auf unserem lieben Gott, wollen wir also unser Ohr und Herz öffnen, damit wir Seinen Willen hören und unverzüglich auch vollbringen. Er verspricht, dass wir so, selbst inmitten der Schwierigkeiten, zur wahren Freiheit und Freude der Kinder Gottes heranwachsen. Amen.„

Am Schluß des Gottesdienstes vergab Herr Erwin Josef Țigla Diözesanbischof Pál die Plakette der diesjährigen Kulturdekade der Banater Berglnaddeutschen, sowie die Medaille und den speziellen philatelischen Umschlag, die zu diesem Ereignis geprägt, bzw. im Umlauf gesetzt wurden. Die Medaille und der philatelische Umschlag wurden auch Pfr. Călin Ciocian, dem bischöflichen Sekretär Pfr. László Bakó und dem Diözesanarchivar Dr. Claudiu Sergiu Calin ausgehändigt. Der musikalische Rahmen der hl. Messe wurde vom örtlichen Kirchenchor, unter der Leitung von Prof. Dana Chitiga gesichert. Die Feier wurde mit Einhaltung der geltenden sanitären Normen, zur Vorbeugung der Infizierung mit Covid19 organsiert. Nach der hl. Messe wurde eine Ausstellung mit Malereien zum Thema „250 Jahre ununterbrochene Tätigkeit“ in den Eisenhüttenwerken Reschitzas präsentiert.

(Foto: Nelu Florea, Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen & Episcopia Romano-Catolică de Timișoara // Astrid Weisz, Radio Temeswar – Ihre Sendung in deutscher Sprache // Imi Bone)
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Ferdinandsberg – Berglanddeutsche feierten 28. Heimattag und Heimatmesse
Kulturdekade wird mit Einschränkungen fortgesetzt

Der 28. Heimattag der Banater Berglanddeutschen fand am Sonntag in Ferdinandsberg/ Oțelu Roșu statt. Wegen des hohen Infektionsrisikos beschränkten sich die Veranstalter, der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“, das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen, das römisch-katholische Bistum Temeswar und die Pfarrei Ferdinandsberg, auf einen bischöflichen Festgottesdienst und eine Kunstausstellung. Die deutsche Heimatmesse zelebrierte S.E. Josef Pál, Bischof der Diözese Temeswar, nebst Ortspfarrer Călin Ciocean und Bischofssekretär László Bakó.
In seiner Predigt hob der Bischof besonders Aspekte des Sonntagsevangeliums hervor, lobte aber auch das Bestreben der Berglanddeutschen, an erster Stelle deren Vorsitzenden, Erwin Josef Țigla, die Kultur und den Glauben der Deutschen in der Region stets in Zusammenhalt mit der hier lebenden Mehrheitsbevölkerung und den anderen Minderheiten, auch unter so schwierigen Bedingungen zu pflegen und zu leben. Er regte die Festgemeinde an, sich mehr auf die geistigen Werte und „das Erben des ewigen Lebens“ zu fokussieren, als an Materiellem festzuhalten. In die Gebete wurdesowohl die anwesende kleine Festgemeinde eingeschlossen, als auch die ausgewanderten Berglanddeutschen und jene, die dem Fest aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben mussten; das Vater Unser wurde auf Deutsch, Rumänisch und Ungarisch als Zeichen der Verbundenheit im Glauben gebetet.
Am Ende der Messe ergriff auch der DFBB-Vorsitzende Erwin Josef Țigla das Wort, um sich zu bedanken, aber auch, um den Priestern und dem aus Ferndinandsberg stammenden Archivar der Diözese, Claudiu Călin (der auch ministriert hat), Gedenkmedaillen des Jubiläumsjahrs „250 Jahre Industriestadt Reschitza“ zu überreichen.
Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst gab es die Möglichkeit, in der eigens dafür mit Paneelen ausgestatteten Doppelgarage der Pfarrei, die umfangreiche Kunstausstellung „Reschitza – 250 Jahre Industriegeschichte“, mit Malereien Reschitzaer und Banater Künstlerinnen und Künstler (Gustav Hlinka und Viorica Ana Farkas aus Reschitza wohnten der Vernissage bei und erklärten den neugierigen Besuchern die teils sehr aufschlussreichen Motive) zu besichtigen und sich auch über die immer kleiner werdende Gemeinschaft der Deutschen in Ferdinandsberg zu unterhalten. Debattiert wurde die Auflösung des Ortsforums, dessen Sitz zu unterhalten wohl von Jahr zu Jahr schwieriger sei, teils weil es keine Mitglieder, noch weniger Einnahmen und auch kaum Aktivität im Verein gäbe. DFBB-Vorsitzender Țigla lehnt jedoch konkrete Schritte in diesem Sinn ab.
Auf die traditionellen Musik- und Tanzvorführungen wurde wegen der Restriktionen und zur Sicherheit der Gemeinschaft in diesem Jahr bei den meisten Veranstaltungen der 31. Deutschen Kulturdekade im Banater Bergland verzichtet.

Astrid Weisz
Erschienen in: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 29. Jahrgang/Nr. 7195 Bukarest, Dienstag, 12. Oktober 2021, S. 5