In diesem Frühjahr, im Monat April, sind im Kalender der Diözese Temeswar mehrere vorbereitende Veranstaltungen zum 1000‑jährigen Gründungsjubiläum der alten Diözese Tschanad vorgesehen, deren Rechtsnachfolgerin auf dem Gebiet Rumäniens unser Bistum ist. Diese Ereignisse bringen Priester und Gläubige aus den Diözesen Temeswar, Szeged‑Csanád und Großbetschkerek/Zrenjanin zusammen. Gleichzeitig läuft im März die Voranmeldung für den Landestreffen der katholischen Jugendchöre, welches vom 16. bis 19. Juli 2026 in Temeswar stattfinden wird. Über all diese Programme haben wir mit S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, gesprochen.

– Hochwürdigster Herr Bischof, mit welchen Erwartungen blicken Sie auf dieses Treffen der katholischen Jugendchöre Rumäniens, und wie würden Sie die jungen Menschen zur Beteiligung ermutigen?
– Zunächst einmal habe ich diese Idee mit großer Freude aufgenommen, und ich habe sehr großes Vertrauen in die jungen Menschen und in das Team, das die Veranstaltung organisiert. Als ich in Rom an den Sitzungen der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode teilgenommen habe, haben wir viel darüber gesprochen, wie wir die Gaben, die wir von Gott erhalten haben, miteinander teilen können. Dieses Ereignis wird eine wunderbare Gelegenheit sein, genau diese Gaben miteinander zu teilen: wie die jungen Menschen singen, wie sie organisiert sind, wie sie ihren Glauben leben. Denn dieses Treffen bedeutet nicht nur Gesang, nicht nur Musik, sondern auch Begegnung zwischen Chören, zwischenmenschliche Beziehungen – vielleicht entstehen sogar Freundschaften. Es freut mich außerdem sehr, dass zu diesem Treffen auch Msgr. Marco Frisina eingeladen ist und teilnehmen wird. Msgr. Frisina ist der Gründer und Dirigent des Chores der Diözese Rom und einer der bedeutendsten Komponisten zeitgenössischer liturgischer Musik, ebenso wie Don Maurizio Lieggi, Priester und Chorleiter an der Kathedrale des Hl. Nikolaus in Bari, sowie Schwester Cristina Alfano, Chorleiterin am Heiligtum von Loreto. Msgr. Marco Frisina habe ich im vergangenen Jahr anlässlich des Jubiläums der Priester in Rom kennengelernt. Wir waren etwa 900 Priester und 60 Bischöfe, und eines Tages wurden wir in die Basilika Santa Maria Maggiore zu einem Konzert des von Msgr. Frisina geleiteten Chores eingeladen. Er ist nicht nur ein hervorragender Fachmann, sondern auch ein Mann Gottes, der uns seine Arbeit mit dem Chor mit so viel Wärme, Freude und innerem Licht vorgestellt hat, dass er uns allen das Herz geöffnet und uns eine wunderbare Erfahrung geschenkt hat. Deshalb lade ich persönlich alle katholischen Jugendchöre mit großer Herzlichkeit nach Temeswar ein, damit wir gemeinsam Gott loben – durch Gesang, durch Musik, aber auch durch unsere Einheit. Ich wünsche allen, dass sie durch dieses Treffen im Glauben, in der Freude und in jugendlicher Begeisterung gestärkt werden.

– In der Diözese Temeswar haben die Vorbereitungen für das Jahr 2030, in dem das 1000‑jährige Jubiläum der Gründung der alten Diözese Tschanad gefeiert wird – deren Nachfolgerin auch unsere Diözese ist –, bereits im vergangenen Jahr begonnen. Mit welchen Ereignissen wird in diesem Jahr die geistliche Vorbereitung auf dieses Jubiläum fortgesetzt?
– Im April haben wir eine Wallfahrt, ein Treffen sowie die Eröffnung des zweiten Teils – genauer gesagt die Fortsetzung – der Ausstellung Millennium Csanadiense MXXX–MMXXX im Hohen Dom zum Hl. Georg, der römisch‑katholischen Kathedrale von Temeswar, geplant. Doch nehmen wir die Dinge der Reihe nach. Gemeinsam mit Vertretern der Diözesen Szeged‑Csanád, Zrenjanin und Temeswar haben wir im vergangenen Jahr an mehreren Treffen teilgenommen, bei denen wir die Programme zur Vorbereitung des Jubiläums besprochen haben. Wir haben beschlossen, dass jede Diözese ihre eigenen Veranstaltungen organisiert, diese jedoch auch mit den anderen teilt, damit wir – wo immer möglich – an den Programmen der jeweils anderen teilnehmen und uns so gegenseitig ermutigen und stärken können. So wird unsere Diözese in diesem Jahr vom 13. bis 16. April eine Wallfahrt nach Venedig organisieren, genauer gesagt auf die Insel Murano, wo der heilige Gerhard geboren wurde. Bei dieser Gelegenheit werden wir auch die Insel San Giorgio Maggiore besuchen, wo er studierte, später Mönch und schließlich Abt wurde. Wir werden zudem vom Patriarchen von Venedig empfangen, dem wir als Geschenk die Faksimile‑Ausgabe des Werkes des heiligen Gerhard, Deliberatio, überreichen werden, und wir werden die Basilika San Marco besuchen. Wir reisen mit dem Bus; von den 49 Teilnehmern sind etwa die Hälfte Priester, die anderen Laien. Auf diese Weise vertreten wir unsere Diözese in der Heimat des heiligen Gerhard. Unterwegs werden wir über sein Leben meditieren und beten – etwas, das auch uns stärkt in dem Wunsch, seinem Beispiel zu folgen: so wie er Venedig verließ, um ins Heilige Land aufzubrechen und schließlich zu uns kam, um dieses Land zu heiligen, so möchten auch wir ihm folgen, indem wir Gott und seiner Kirche dienen. Die nächste Station der Wallfahrt wird Padua sein, wo wir am Grab des heiligen Antonius in der ihm geweihten Basilika beten werden. Schließlich werden wir auch Loppiano besuchen, was eine längere Fahrt bedeutet, da die Stadt in der Nähe von Florenz liegt. Dort, im geistlichen Zentrum der Fokolar‑Bewegung, werden wir Christen begegnen, die täglich Zeugnis von ihrem Glauben geben und im Geiste des Evangeliums leben. Unter ihnen sind junge Menschen, Familien, Priester und Ordensleute. Wir werden dort einen schönen Nachmittag und Abend verbringen und anschließend nach Hause zurückkehren. Nicht lange danach, am 23. April, dem Patroziniumfest der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch‑katholischen Kathedrale von Temeswar, wird das Treffen der Priester der drei Schwesterdiözesen stattfinden. Wir haben beschlossen, in diesem Jahr ein gemeinsames Programm für den Klerus der Diözesen Szeged‑Csanád, Großbetschkerek/Zrenjanin und Temeswar zu organisieren. Natürlich wird auch das Treffen der Jugendlichen der drei Diözesen im September nicht fehlen; Gastgeber wird diesmal Szeged sein. Doch nun, am 23. April, organisieren wir das Priestertreffen, bei dem um 15.00 Uhr ein Vortrag stattfinden wird, gefolgt um 18.30 Uhr von der Heiligen Messe. Der Vortrag wird im Festsaal des Römisch‑Katholischen Theologischen Lyzeums „Gerhardinum“ von Dr. László Bakó, Pfarrer von Iratoșu und Universitätsdozent, gehalten, und die Heilige Messe wird im Dom gefeiert.

– Eure Exzellenz, Sie haben auch die Eröffnung der Ausstellung Millennium Csanadiense MXXX–MMXXX erwähnt. Wann wird dieses Ereignis stattfinden?
– Ebenfalls am 23. April, um 11.00 Uhr, im Hohen Dom zum Hl. Georg! Wir haben uns gedacht, dass – wenn die Priester der drei Schwesterdiözesen schon gemeinsam in der Kathedrale der alten Diözese Tschanad, deren Sitz sich damals in Temeswar befand, feiern – sie zugleich auch den zweiten Teil der Jubiläumsausstellung besichtigen können. Die Ausstellung des vergangenen Jahres zeigte das Glaubensleben dieser Region bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, als 1552 Temeswar und mit der Stadt die gesamte Diözese unter osmanische Herrschaft gerieten. Das Material der diesjährigen Ausstellung umfasst genau diese 164‑jährige Periode. Es ist eine sehr interessante Epoche, aus der wir viel lernen können. Die Diözese befand sich damals in einer äußerst schwierigen Lage: Die Bischöfe konnten hier nicht residieren, da die Osmanen ihnen den Zugang zum Gebiet der Diözese nicht erlaubten, sodass sie im damaligen Nord-Ungarn lebten. Von Zeit zu Zeit kam aus Belgrad ein Missionsbischof, und es gab nur sehr wenige Priester. Deshalb übernahmen an vielen Orten die Laien, die sogenannten Lizenziaten, die Aufgabe, den Glauben weiterzugeben: Sie unterstützten die verbliebenen katholischen Gläubigen, predigten, hielten Begräbnisse und unterrichteten in den Schulen. Lizenziaten waren nicht nur im Gebiet unserer Diözese tätig, sondern auch in mehreren Regionen Siebenbürgens. In diesem Sinne ist jene Zeit auch eine Ermutigung für die heutige Situation: Wenn es wenige Priester gibt, können die Laien sehr viel zum Dienst der Kirche beitragen. Ich freue mich außerdem, dass wir die Ausstellung bereits am 23. April eröffnen, denn eine Woche später, am 30. April, werden die Seminaristen/Theologiestudenten des Römisch‑katholischen Theologischen Instituts von Alba Iulia/Karlsburg, begleitet von ihren Professoren, in unsere Diözese kommen und so ebenfalls die Möglichkeit haben, die Ausstellung zu besuchen. Am nächsten Tag, am 1. Mai, wird uns aus Rom Erzbischof Edgar Peña Parra, Substitut für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls, besuchen. Er wird in unserer Kathedrale in Anwesenheit der Seminaristen die Heilige Messe feiern und so auch diese Zeitspanne der Geschichte unserer Diözese kennenlernen.

– Wir danken Ihnen für das Gespräch und für Ihre Zeit.

Pressestelle der Diözese Temeswar