Die Pfarrkirche in der Reschitzaer Altstadt wurde zwischen 1841 und 1847 erbaut und am 25. November 1847 durch den Erzdiakon und Domherrn Leopold Klaszovits, Pfarrer von Orawitz, geweiht. Sie trägt das Patrozinium der Heiligen Jungfrau – Maria Schnee. Im Kalender der Römisch-Katholischen Kirche wird das Fest „Maria Schnee“ am 5. August gefeiert und erinnert an die Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom. In der Diözese Temeswar ist die Kirche in Reschitza-Altstadt die einzige Kirche mit diesem Patrozinium. Zugleich bewahrt sie die Erinnerung an die erste, im Jahr 1777 an dieser Stelle errichtete Kirche, deren Patronin ebenfalls die Heilige Jungfrau – Maria Schnee war.
In diesem Jahr feierte die Pfarrgemeinde „Maria Schnee“ in Reschitza ihr Kirchweihfest am ersten Sonntag im August im Rahmen der Heiligen Messe, die um 10.30 Uhr von Seiner Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, zelebriert wurde. Der Hirte der Diözese war mehr als dreißig Jahre lang, von 1987 bis 2018, Pfarrer dieser Gemeinde und wurde auch diesmal von den Gläubigen mit großer Herzlichkeit empfangen. Konzelebranten waren Pfarrer Veniamin Pălie, Erzdiakon des Erzdekanats Banater Bergland und Pfarrer der Gemeinde, sowie Pfarrer Valentin Macedon Hiticaș, Seelsorger der Pfarrei Allerheiligste Dreifaltigkeit in Reschitza, Stadtteil Govândari (Lunca Bârzavei).
Zum diesjährigen Kirchweihfest war die gesamte mehrsprachige katholische Gemeinschaft Reschitzas – Deutsche, Ungarn, Rumänen, Tschechen und Kroaten – aus beiden römisch-katholischen Pfarreien der Stadt eingeladen. Die Heilige Messe wurde musikalisch vom Chor „Harmonia Sacra“ unter der Leitung von Herrn Georg Colța sowie von der Jugendgruppe mitgestaltet. An der Orgel begleiteten Christine Maria Surdu und Patrick Paulescu.
In seiner Predigt betonte der Diözesanbischof: „In unserer Diözese begehen wir das Jahr der Gemeinschaft. Es ist nicht nur ein pastorales Thema, sondern ein konkreter Auftrag. Gemeinschaft bedeutet, zu lernen, miteinander zu teilen, einander zuzuhören und zusammenzuarbeiten. In Ihren Ansprachen haben Sie von der Synodalität gesprochen. Synodalität bedeutet, dass wir lernen, aufeinander zu hören und gemeinsam Verantwortung für das Leben der Gemeinschaft zu tragen.
Die Kirche ist das sichtbare Zeichen dieser Gemeinschaft. Hier versammeln wir uns als das eine Volk Gottes. An diesem Tag richten wir unseren Blick auch auf die Heilige Jungfrau Maria. Sie ist unser Vorbild und unsere Mutter. Eine Mutter versteht es, die Familie zusammenzuhalten, auch wenn sie nicht vollkommen ist. In jeder Familie gibt es Missverständnisse, unterschiedliche Charaktere und schwierige Zeiten. Dennoch sucht eine Mutter immer das, was verbindet, und nicht das, was trennt. So handelt auch die Heilige Jungfrau Maria in der Kirche. Sie versammelt uns um ihren Sohn und lehrt uns, in Gemeinschaft zu leben.
Gott segnet uns nicht, damit wir seinen Segen nur für uns behalten, sondern damit wir ihn mit anderen teilen. In einer Gemeinschaft stellt jedes Mitglied seine Gaben in den Dienst der anderen. Es ist gut, wenn wir uns fragen: Womit diene ich meiner Gemeinschaft? Was ist meine Gabe? Welche Gnade habe ich empfangen?
Am Ende dieser Heiligen Messe wollen wir den Herrn bitten, dass diese Kirche stets der Ort unserer Begegnung mit Christus bleibt. Bitten wir aber um noch mehr: dass unsere Herzen zu lebendigen Altären werden, in denen Gott wohnt, und dass wir so Schritt für Schritt Gemeinschaft aufbauen. Beten wir zur Heiligen Jungfrau Maria, dass sie uns helfe, von ihr zu lernen, wie wir einander mit Liebe begegnen und ihrem Beispiel folgen können.“
Nach der Heiligen Messe waren alle Anwesenden zu einem brüderlichen Beisammensein im Hof der Kirche eingeladen.
Pressestelle des Bistums Temeswar
Foto: Christian Paul Chioncel













