Vom 27. bis 30. Oktober 2026 findet in Temeswar das Landestreffen der Ordensoberinnen und Oberen statt, die von der Kommission für den Klerus und das geweihte Leben der Rumänischen Bischofskonferenz organisiert wird. An dieser Fortbildungsveranstaltung nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Rumänischen Konferenz der Ordensoberinnen (CRSM) sowie der Konferenz der Oberen der Ordensinstitute und der Gesellschaften des Apostolischen Lebens in Rumänien (CSMR) teil.
Die Tagung wurde am Dienstag, dem 27. Oktober, mit einer Pontifikalmesse eröffnet, die um 18.00 Uhr im Dom zum Heiligen Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, gefeiert wurde. Hauptzelebrant war Seine Exzellenz Giampiero Gloder, Apostolischer Nuntius in Rumänien und der Republik Moldau. Konzelebranten waren Seine Exzellenz Ioan Călin Bot, griechisch-katholischer Bischof von Lugosch, Vorsitzender der Kommission für den Klerus und das geweihte Leben der Rumänischen Bischofskonferenz sowie zuständig für das Büro für das geweihte Leben, Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, und Seine Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar. Mit ihnen feierten zahlreiche an der Tagung teilnehmende Ordenspriester sowie Priester der Diözese Temeswar die Heilige Messe. Im Rahmen der Eucharistiefeier beteten die Anwesenden auch für den Frieden. Die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe übernahm der Chor „Harmonia Christi“ unter der Leitung von Iustin Călin.
Zu Beginn der Heiligen Messe begrüßte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, die Anwesenden und dankte den gottgeweihten Personen für das lebendige Zeugnis ihres Lebens und ihres Dienstes. „Durch eure Anwesenheit und durch alles, was ihr tut, weist ihr auf Gott hin, und dafür danken wir euch“, sagte der Bischof.


In seiner Predigt übermittelte Seine Exzellenz Giampiero Gloder, Apostolischer Nuntius in Rumänien und der Republik Moldau, den Anwesenden die herzlichen Grüße und den väterlichen Segen von Papst Leo XIV. Anschließend gliederte er seine Betrachtungen anhand von drei Schlüsselbegriffen: Mission, Identität und Methode.
Mit Blick auf die Sendung der gottgeweihten Personen unterstrich der Apostolische Nuntius, wie wichtig es sei, die Wirklichkeit, in der wir leben, zu verstehen, damit die Botschaft des Evangeliums den Menschen von heute auf verständliche Weise vermittelt werden könne, ohne dabei ihre Neuheit und ihren Wesensgehalt zu verlieren. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Herausforderungen, die sich aus der digitalen Welt, der Entwicklung der künstlichen Intelligenz und den immer rascheren gesellschaftlichen Veränderungen ergeben. Diese erforderten neue Wege der Kommunikation und der Verkündigung des Evangeliums.
Im Hinblick auf die Identität der gottgeweihten Personen hob Erzbischof Giampiero Gloder hervor, dass jede Sendung in Christus verwurzelt sein müsse. In einer von Polarisierung, Auseinandersetzungen und Konflikten geprägten Welt seien die gottgeweihten Personen dazu berufen, Zeuginnen und Zeugen der Versöhnung, der Einheit und der Gemeinschaft zu sein – sowohl in ihren eigenen Gemeinschaften als auch in der Ortskirche und in der Gesellschaft.
Im dritten Teil seiner Predigt, der der Methode gewidmet war, ging der Apostolische Nuntius von den Gleichnissen Jesu vom Senfkorn und vom Sauerteig aus (vgl. Lk 13,18–21). Unter Bezugnahme auf die Worte von Papst Leo XIV. Und Benedikt XVI. betonte er, dass das Wirken Gottes nicht der Logik des Erfolgs und der Größe folge, sondern häufig im Stillen wachse – durch kleine Gesten und den Dienst am Nächsten. In diesem Sinne ermutigte er die gottgeweihten Personen, die Hoffnung, die Geduld und das Vertrauen lebendig zu halten, dass Gott selbst es ist, der die Samen wachsen lässt, die sie durch ihr Zeugnis und ihren Dienst aussäen.
Zum Abschluss betete der Apostolische Nuntius für alle gottgeweihten Personen in Rumänien. Er ermutigte sie, aufmerksam für die Veränderungen in der Welt zu bleiben, ihre Gemeinschaft mit Christus zu bezeugen und zur Versöhnung und Einheit beizutragen – mit „der Geduld des kleinen Samenkorns, das wächst, und der Kraft des Sauerteigs, der den Teig durchsäuert“.
Am Ende der Heiligen Messe hob Seine Exzellenz Ioan Călin Bot, griechisch-katholischer Bischof von Lugosch, den Reichtum der Berufungen zum geweihten Leben hervor, der im Dom zum Heiligen Georg in Temeswar sichtbar wurde. Ausgehend von den Worten Jesu „Folge mir nach!“ betonte der Bischof, dass jede gottgeweihte Person das Geheimnis der Berufung durch Gott in sich trage und dass es die Aufgabe der höheren Oberinnen und Oberen sei, die ihnen anvertrauten Personen zu begleiten und zu führen.
Anschließend dankte Bischof Ioan Călin Bot dem Apostolischen Nuntius für seine Anwesenheit und seine Bereitschaft, an der Eröffnung der Tagung teilzunehmen, Bischof Josef Csaba Pál für den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft bei der Feier sowie dem emeritierten Bischof Martin Roos für seine Teilnahme. An die Oberinnen und Oberen gewandt, wünschte er ihnen, dass die in Temeswar stattfindende Jahrestagung fruchtbar sein und unter dem Segen Gottes stehen möge.
Zum Abschluss der Feier vereinten sich die Anwesenden im Gebet für den Frieden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Internationalen Friedenstreffens, das vom 25. bis 27. Oktober in Assisi unter dem Leitwort „Ein entwaffneter und entwaffnender Friede“ stattfand. Das Gebet wurde auf Rumänisch, Deutsch und Ungarisch gesprochen.
„O allmächtiger Gott, Herr der Geschichte und Fürst des Friedens, richten wir heute unseren Blick auf Dich, mit einem Herzen, das von den Schmerzen der Welt gebrochen, aber von der Hoffnung auf Deine unendliche Barmherzigkeit erfüllt ist. Wir bitten Dich, Herr, sende Deinen Geist des Trostes über die entzweit en Völker, damit die Gabe des Friedens nicht nur eine einfache politische Vereinbarung sei, sondern eine tiefgreifende Umkehr der Herzen zur Wahrheit und Gerechtigkeit“, hieß es im Gebet.
Die von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisierte Veranstaltung in Assisi erinnerte an den 40. Jahrestag des historischen Friedensgebets, zu dem Papst Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 eingeladen hatte.
Nach der Eucharistiefeier wurde das Programm mit der offiziellen Eröffnung der Tagung im Haus Politehnica 2 in Temeswar fortgesetzt. Dort begrüßte Sr. Ildikó Homa von der Gesellschaft der Sozialschwestern, Präsidentin der CRSM, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anschließend richtete Seine Exzellenz Giampiero Gloder, Apostolischer Nuntius in Rumänien und der Republik Moldau, eine Botschaft an die Anwesenden. Darauf folgte die Vorstellung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Dem Programm zufolge wird die Tagung am 28. und 29. Oktober mit einer Reihe von Vorträgen von Sr. Pina Riccieri, FSP, fortgesetzt. Das Programm umfasst auch liturgische Feiern: Am Mittwoch, dem 28. Oktober, nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Heiligen Messe im byzantinischen Ritus in der griechisch-katholischen Kirche „Mariä Geburt“ im Stadtteil Fabrikstadt teil. Am Donnerstag, dem 29. Oktober, folgt eine Heilige Messe in der römisch-katholischen Kirche „St. Katharina“ in Temeswar.
Ebenfalls am Donnerstag besuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Hospiz „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“, das von den Franziskanerinnen, den Töchtern des heiligen Franziskus von Assisi, geführt wird. Das Tagesprogramm endet mit den getrennt abgehaltenen Generalversammlungen der beiden Konferenzen CRSM und CSMR.

Pressestelle der Diözese Temeswar

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