Heuer wird das Osterfest von den Kirchen des Ostens und des Westens gemeinsam am 20. April 2025 gefeiert. Dies geschieht, wenn das nach dem julianischen Kalender berechnete Datum (das von den orthodoxen Kirchen und der griechisch-katholischen Kirche verwendet wird) und das nach dem gregorianischen Kalender (das von der römisch-katholischen Kirche und den protestantischen Gemeinschaften verwendet wird) zusammenfallen. Wie bereits zu Beginn des Jahres während der Gebetsoktav für die Einheit der Christen festgestellt wurde, jährt sich in diesem Jahr das Konzil von Nizäa, das erste ökumenische Konzil, das den Grundstein für die lehrmäßige Einheit der Kirche gelegt hat, zum 1700. Mal. Diese beiden Ereignisse, die gemeinsame Feier des Osterfestes und das Jubiläum des Konzils von Nizäa, geben dem diesjährigen Fest der Auferstehung des Herrn in Temeswar, wo sich die Gläubigen der römisch-katholischen und der serbisch-orthodoxen Kirche in der Nacht der Auferstehung trafen, einen ganz besonderen Rahmen. Da sich die beiden Kathedralen auf dem Domplatz fast gegenüberliegen, trafen sich um Mitternacht die römisch-katholischen und serbisch-orthodoxen Gläubigen, die sich in einer Prozession auf den Weg gemacht hatten, um bei Kerzenschein freudig die Auferstehung des Herrn zu verkünden, auf halber Strecke, wo sie sich begrüßten und gemeinsam ein Osterlied sangen. „Nach diesem Treffen, das von einigen Teilnehmern als historisch bezeichnet wurde, setzte sich die Prozession der römisch-katholischen Gläubigen, angeführt von S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, zur Domkirche fort und die der serbisch-orthodoxen Gläubigen, angeführt von S.E. Lukijan Pantelić, serbisch-orthodoxer Erzbischof und Metropolit von Buda, Administrator der Eparchie von Temeswar, setzte seinen Weg zur eigenen Kathedrale fort. An der Prozession nahm auch Zsombor Kovács teil, evangelisch-lutherischer Pfarrer der Kirche, die sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Hohen Doms zum Hl. Georg befindet.
In der Nacht der Auferstehung des Herrn feierte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, die Ostervigil im Hohen Dom zum Hl. Georgs in Anwesenheit einer großen Zahl von Gläubigen. Konzelebriert haben Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, und Domherr Nikola Lauš, Leiter der bischöflichen Kanzlei, der auch auf Rumänisch, Ungarisch und Deutsch predigte.
Die Ostervigil besteht aus vier wesentlichen Teilen: der Lichtzeremonie, bei der das Feuer geweiht wird, dem Wortgottesdienst, der Taufliturgie und der Eucharistiefeier.
In Temeswar weihte der Diözesanbischof während der Lichtzeremonie, auch Lucernarium genannt, das Feuer, an dem die Osterkerze, die Christus darstellt, entzündet wurde. – „Jesus Christus gestern und heute, der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega, Sein sind die Zeitalter und die Ewigkeiten, Sein ist die Größe und die Macht, in alle Ewigkeit“, betete der Hirte der Diözese während der Feier, woraufhin die Teilnehmer der Osterkerze folgten, die vom Hirten der Diözese selbst in die Kathedrale getragen wurde. Das österliche Praeconium, das Exultet, wurde vom Musiklehrer Iustin Călin gesungen. Die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament während des Wortgottesdienstes erinnerten an die Heilsgeschichte. Während der Taufliturgie weihte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, das Wasser und besprengte die Gläubigen damit.
In seiner Predigt sagte Domherr Nikola Lauš: „Die Auferstehung Jesu zeigt uns, dass die Sünde nicht das letzte Wort hat, dass der Tod nicht allmächtig ist und dass das Böse nicht unbesiegbar ist. Die wahre Liebe siegt! Für den Menschen, der glaubt, und für die Seele, die sich ganz in die Hände des himmlischen Vaters begibt, ist Gott unter allen Umständen siegreich! Lassen auch wir uns von Maria Magdalena, Simon Petrus und dem anderen Jünger inspirieren und in jedem Augenblick zu Jesus laufen, suchen wir ihn in jedem Augenblick unseres Lebens, und dann werden wir ihn in allem, was uns widerfährt, ob es leicht oder schwer ist, bei uns finden. Nur die Gegenwart des auferstandenen Christus wird uns in dieser Welt Frieden und unerschütterliche Hoffnung, Zuversicht und vollkommene Freude schenken, Gaben, die wir unermüdlich mit all unseren Brüdern und Schwestern teilen können. Mit dem lebendigen Gott in unseren Herzen wird nichts unsere Osterfreude auslöschen!“
Am Ende der Ostervigil, nachdem die Gläubigen in Prozession in die Kathedrale zurückgekehrt waren, segnete der Bischof alle Anwesenden mit den Allerheiligsten Sakrament.
In seiner Predigt am Ostersonntag, während der 11.00 Uhr-Messe, in der Domkirche zum Hl. Georg, verkündete Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, und erklärte: „Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Christen aus Ost und West feiern dieses Ereignis in diesem Jahr gemeinsam. Das haben wir gestern Abend mit unseren Brüdern und Schwestern in der serbisch-orthodoxen Kathedrale getan. Wir gingen in einer Prozession hinaus, trafen sie, es war ein erhebender Moment. Wir sangen ein Lied und setzten unsere Prozessionen fort. Es war ein Moment der Brüderlichkeit, der normal sein sollte. Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit – das beten wir bei jeder hl. Messe. Der Tod, der zeigt, wie groß die Liebe Jesu zu uns war. Und die Auferstehung, die uns zeigt, dass diese Liebe auch jetzt noch absolut lebendig ist. Wir bekennen es. Christus lebt! Möge unser Leben ein Leben mit dem Auferstandenen sein“.
Für die musikalische Umrahmung der Osternacht sorgten Domorganist Róbert Bajkai-Fábián, der Chor „Exultate“ und der ökumenische Jugendchor „Harmonia Christi“ unter der Leitung von Iustin Călin. Am Ostersonntag sorgten der Domchor und das Domorchester unter der Leitung von Prof. Dr. Walter Kindl für den musikalischen Rahmen.
Am Ostersonntag um 13.00 Uhr feiertein der Domkirche zum Hl. Georg eine Heilige Messe für die Gläubigen aus Sri Lanka in Singhalesisch.
Pressestelle der Diözese Temeswar





















