Es war wohl der emotionale Höhepunkt des Jugendtreffens zum Heiligen Jahr: Die Vigilfeier unter freiem Himmel in Tor Vergata vor den Toren Roms. Eine Million junger Menschen aus 146 Ländern haben dort mit Leo XIV. gebetet und gefeiert. Der Papst beantwortete auf Spanisch, Italienisch und Englisch Fragen zum Thema Freundschaft und Mut zur Entscheidung, am Ende stand ein eucharistischer Segen.
Birgit Pottler und Gudrun Sailer – Vatikanstadt
Papst Leo ermunterte die jungen Menschen zu einer tiefen Freundschaft mit Christus: „Die Freundschaft mit Christus, die am Anfang des Glaubens steht, ist nicht nur eine Hilfe unter vielen, um die Zukunft aufzubauen, sie ist unser Leitstern“, erklärte Leo bei der Vigil auf die Frage einer jungen Mexikanerin. Er warnte vor dem Abgleiten in die Untiefen sozialer Netzwerke, die echte Freundschaften zu Gleichaltrigen eher erschwerten. Mit einem Zitat seines Vorgängers Franziskus bat er die jungen Gläubigen, auf der Hut zu sein vor bestimmten Mechanismen der Kommunikation, die nur einlullen und abhängig machen:
„Dann werden unsere Beziehungen verworren, angstbesetzt oder instabil. Wenn das Instrument den Menschen beherrscht, dann wird der Mensch zum Instrument: ja, zu einem Instrument des Marktes und damit selbst zu einer Ware. Nur aufrichtige Beziehungen und stabile Bindungen lassen gute Lebensgeschichten gedeihen.“
Mut zu Entscheidungen – auf welcher Basis?
Um Mut zu Entscheidungen ging es in der zweiten Frage, vorgetragen von einer 19 Jahre alten Studentin aus Italien. „Die Angst vor einer unbekannten Zukunft lähmt uns“, sagte sie. Auch hier lenkte Leo den Blick auf das Fundament: die Liebe Gottes: „Der Mut zur Entscheidung kommt aus der Liebe, die Gott uns in Christus offenbart. Er ist es, der uns mit seinem ganzen Sein geliebt hat, indem er die Welt gerettet und uns so gezeigt hat, dass das Geschenk des Lebens der Weg ist, um uns selbst zu verwirklichen.“ Leo wiederholte Worte, die der heilige Johannes Paul II. beim Jubiläum vor genau 25 Jahren am selben Ort, Tor Vergata, den Jugendlichen gesagt hatte:
„Es ist Jesus, den ihr sucht, wenn ihr vom Glück träumt; Er ist es, der auf euch wartet, wenn euch nichts von dem zufriedenstellt, was ihr vorfindet; Er ist die Schönheit, die euch so anzieht; Er ist es, der euch provoziert mit jenem Durst nach Radikalität, der euch keine Anpassung an den Kompromiss erlaubt.“Papst gedachte an dieser Stelle zweier junger Frauen, die zur Heilig-Jahr-Wallfahrt nach Rom gekommen und hier unerwartet gestorben waren, der 20jährigen Maria aus Spanien und der 18jährigen Pascale aus Ägypten. „Beten wir zusammen für sie“, sagte Leo unter Applaus. Er bat auch um Gebet für einen jungen Heilig-Jahr-Pilger aus Spanien, der ins päpstliche Kinderkrankenhaus Bambino Gesù eingeliefert wurde.







