Am 14. April sind es 125 Jahre, seitdem der langjährige Priester der Temeswarer Diözese, Dr. Adalbert Blaskovics, das Licht der Welt erblickt hat. Dr. Adalbert Blaskovics wurde am 14. April 1895 in Orawitza/Oravița geboren. Seine Eltern waren Anton Blaskovics aus Orawitza und Marta Herbert aus Graz. Getauft wurde das Kind am 21. April 1895 von Pfarrer Nikolaus Scheidt, in Anwesenheit der Taufpaten Franz Paruts und Maria Fritsch. Der kleine Adalbert besuchte die Grundschule mit den Klassen I-IV in Orawitza, kam danach als Schüler, acht Jahre lang, ans staatliche Obergymnasium in Szeged, wo er 1913 seine Matura ablegte. Es folgte anschließend ein Studium an der Theologischen Akademie „Pazmaneum“ in Wien.
Adalbert Blaskovics wurde am 4. Oktober 1917 in der Temeswarer Domkirche zum Priester geweiht. Dafür bekam er einen Dispens vom kanonischen Weihealter und konnte auf Grund dessen mit 22 Jahren geweiht werden. Er führte seine Studien in den Jahren 1917 – 1918 am Wiener Kolleg „Augustineum“ in der Habsburgergasse 7 weiter. Bischof Dr. Julius Glattfelder sandte ihn damals nach Wien mit Unterstützung des Fürst-Primas Ungarns, Johannes Csernoch, ebenfalls ehemaliger Bischof von Tschanad/Cenad mit Sitz in Temeswar/Timișoara. Blaskovics promovierte 1919 in Wien und wurde somit Doktor der Theologie.
Ins Banat zurückgekehrt, wurde der junge Priester zum Kaplan in Detta/Deta und Sackelhausen/Săcălaz 1920 ernannt. Er kam am 1. September 1921 ebenfalls als solcher nach Reschitza. Er wollte dem Salvatorianer-Orden beitreten, war aber als Kaplan in Sanktanna/Sântana vom 1. September 1926 bis zum 1. Januar 1928 tätig. Für kurze Zeit kam er dann nach Reschitza/Reșița zurück, er wurde aber am 15. Dezember 1929 zum Pfarradministrator, danach zum Pfarrer in Mercydorf/Carani ernannt.
Ab dem 21. Oktober 1935 wurde Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics zum Religionslehrer an der Deutschen Katholischen Lehrerbildungsanstalt „Banatia“ und zugleich Studienpräfekt am Konvikt zum Hl. Emerich (Emericanum) ernannt. Das Jahr 1936 bringt Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics die Stelle des Honorarassessors (Beisteher) des Kirchengerichts des Bistums Temeswar.
Ein Jahr später wurde Pfr. Blaskovics zum Mitglied der Prüfungskommission an der Deutschen Katholischen Lehrerbildungsanstalt „Banatia“ bestellt und ab dem 1. September 1937 zum Professor an der Theologischen Akademie Temeswar (Priesterseminar) ernannt. Im Kirchengericht nimmt er die Stelle des Verteidigers des Ehebündnisses (defensor vinculi) ein.
Im Jahr 1938 bekam Dr. Blaskovics die Stelle des Justiz-Promoteurs (promotor justitiae) im Kirchengericht und ferner die des Prosynodalrichters, bzw. Prosynodalprüfers (für die Prüfungen der jungen, bereits geweihten Priester), sowie die des Spirituals (Beichtvater) im Temeswarer Priesterseminar. Im Sommer 1938 nahm er am Eucharistischen Weltkongress in Budapest teil. Im Jahr 1940 ernannte Bischof Augustin Pacha Dr. Blaskovics auch zum Ökonomen des Priesterseminars.
Am 1. September 1943 verließ Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics die Theologische Akademie und übernahm, als Pfarrer, die Gemeinde Segenthau/Dreispitz (Șagu, Kreis Arad), wo er bis 1956 tätig war. Pfr. Blaskovics legte den Treueeid als Arader Erzdechant am 16. März 1944 ab. Ernannt wurde er in dieses Amt durch Bischof Pacha am 13. März 1944. Er erfüllte ab dem 3. Dezember 1948 auch den Dienst des Pankotaer Dechants, mit Sitz in Segenthau (den bisher Pfr. Johann Kräuter aus Pankota erfüllte; dieser wurde aber vom kommunistischen Regime verhaftet und starb 1953 im Gefängnis von Straßburg am Mierisch/ Aiud). Dr. Blaskovics wird interessanterweise in den Dokumenten als Dechant des „Districtum Radnense“ (Radnaer Distriktes) erwähnt, obwohl das Dekanat den Namen „Pankota“ normalerweise trug.
Als Bischof Pacha, im Sommer 1954 vom Gefängnis befreit, nach Temeswar zurückkehrte, im Josefstädter Pfarrhaus Quartier nahm und Dr. Ferdinand Cziza zum Generalvikar, am 17. Juli bestätigte, bzw. vereidigte, war Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics Augenzeuge des Aktes. Ab dem 1. März 1956 kehrte er in das Banater Bergland zurück und lebte als Rentner, in Reschitza. Hier diente er weiter als aushelfender Priester und erfüllte eigentlich die Arbeit eines Kaplans. Msgr. Paul Lackner, der einst sein Schüler und Student in Temeswar war, nahm seinen ehemaligen Professor dankbar in seinem Pfarrhaus in Reschitza auf. Er betreute ihn liebevoll und gewissenhaft bis zu dessen Lebensende.
Viele Generationen von Kindern hatten die Möglichkeit in Reschitza den Religionsunterricht mit Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics zu vollenden. Er widmete sich im Religionslehre-Saal (der damals auch Chorprobe-Saal war) oberhalb der heutigen Sakristei besonders den Kindern aus der Volksschule. Für die richtigen Antworten bekamen die Teilnehmer als Geschenk Gipsfiguren, die die Weihnachtskrippe-Personen darstellten, Kruzifixe, Heiligenbilder und Rosenkränze. Auch heute findet man diese kleinen, in den damaligen Zeiten schwer zu besorgenden, kultischen Gegenstände in den Häusern der Reschitzaer aus dem In- und Ausland: Es sind bleibende Erinnerungen an Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics.
Ein großes Fest für die römisch-katholische Kirche Reschitzas war die Diamantene Messe von Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics, die am 4. Oktober 1977 in der „Maria Schnee“-Kirche zelebriert wurde. Das Schlussfoto zeigt 24 Priester aus dem ganzen Banat, die an dem großen Fest teilnehmen. Im Tagebuch von Erwin Josef Țigla steht Folgendes über dieses Fest geschrieben: „Die Reschitzaer katholische Kirche war voll mit Menschen. Die Festlichkeiten begannen mit dem Glockengeläut. Die Prozession zog vom Haupteingang hinein: 24 Ministranten, 24 Pfarrer, in deren Mitte der Weihbischof Adalbert Boros, der Generalvikar Dr. Ferdinand Cziza und unser Jubilar Dr. Adalbert Blaskovics standen. Zu Beginn hielt Msgr. Paul Lackner eine Begrüßungsansprache. Es folgte die festliche Ankleidung des Jubilars. Nach dem Evangelium folgte die Predigt des Generalvikars Dr. Ferdinand Cziza. Er sprach übers Leben des Gefeierten. Zum Schluss der Diamantenen Messe sprach Dr. Adalbert Blaskovics das Dankeswort. Beendet wurde alles durch die Intonierung des Te Deum laudamus und des Liedes Ein Priesterherz ist Jesu Herz.”
Pfr. Dr. Blaksovics entschlief im Herrn am 22. Mai 1981 in Reschitza, im Alter von 86 Jahren und im 64. Jahr seines priesterlichen Dienstes. Der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ und das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen gedachten des in Reschitza verstorbenen Pfr. Dr. Adalbert Blaskovics durch einen Sonderbriefumschlag und einen Sonderstempel. Dieser Stempel wurde am 14. April 2020 in Orawitza mit Genehmigung der Post AG Rumänien verwendet. Die gesamten Postsendungen aus Orawitza, die an diesem Tag von hier aus weltweit versendet wurden, sind mit diesem Sonderstempel abgestempelt.

Quellen:
Schematismus Cleri Dioecesis Timișoaraensis pro Anno Domini 1948, Timișoara, Typis Typographiae „Victoria“, 1948, S. 103;
Franz Kräuter, Erinnerungen an Bischof Pacha, „ADZ“-Verlag, Bukarest, 1995, S. 191
Tempfli Imre, Sárból és napsugárból, Budapest, METEM Könyvek, 2002 S. 735;
Archivum Dioecesanum Timisoarense, Bestand: Personalia Cleri, Karton 8: Bittenbinder-Blum, Dossier Blaskovics Adalbertus, Dr., (Akten 1917 – 1968);
Persönliches Archiv von Erwin Josef Țigla

Von Claudiu Călin (Temeswar) und Erwin Josef Țigla (Reschitza)