Interview vor der bevorstehenden Priesterweihe – das am 22. August 2020 in Maria Radna stattfinden wird

Weil Sie eine wichtige, prägende Phase Ihres Lebens abgeschlossen haben, einen schwierigen Weg gegangen sind – manchmal schöner, manchmal weniger schön – stellen wir Ihnen jetzt, vor dem lang erwarteten Moment, einige Fragen. Wir vermuten, dass Sie viele schöne Momente mit Freunden, aus den Pfarreien oder mit den Kollegen verbracht haben. An diesem Punkt Ihres Lebens möchten wir, dass Sie Ihre Gedanken über dieses Ereignis mit uns teilen, Ereignis auf dem Sie sich vorbereiten und welches am 22. August 2020 in Radna stattfinden wird: Ihre Priesterweihe.

An was denken Sie vor diesem Schritt, denn Sie stehen kurz vor der Priesterweihe? Wie nähern Sie sich dem Priestertum, denn in diesen Jahren der Vorbereitung hatten Sie die Gelegenheit, das Leben der Diözese zu kennen, aber auch, wie eine Pfarrgemeinde funktioniert.

Piry Radulov: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Aus diesem biblischen Zitat können wir sehen, dass zu den wichtigsten Dingen im Leben eines Priesters ist dem Volk Gottes zu dienen. Ich wollte schon immer Menschen dienen, und die priesterliche Berufung besteht darin, anderen zu dienen. Gott möchte, dass wir andere Menschen wie uns selbst lieben und ohne Selbstsucht leben. Dies ist das Geheimnis der Glückseligkeit. Das ist Heiligkeit. Wenn jemand lernt, anderen zu dienen und es zum ständigen Anliegen seines Lebens macht, ist er glücklich.„Karriere ist etwas, das Sie wählen, Berufung is das was Sie erhalten. Karriere ist etwas, das Sie für sich selbst tun, Berufung – das was Sie für Gott tun. Die Karriere verspricht Status, Geld oder Macht, Berufung verspricht Schwierigkeiten, Leiden und die Möglichkeit, ein Wekzeug Gottes zu sein. Die Karriere kann mit einer schönen Rente und vielen Gefälligkeiten enden. Die Berufung endet erst an dem Tag, an dem man stirbt.“

Ionuc Vasile Hojda: Mein Gedanke ist einfach: Gott und meinem Nächsten zu dienen und insbesondere offen zu sein für alles, was Gott in meinem Leben tun möchte. Der Aspekt, den ich jetzt für am wichtigsten halte, ist das dienen. Ja, ich hatte in diesen Jahren der Vorbereitung die Gelegenheit, unsere Diözese besser kennenzulernen, besonders als ich im Pastoraljahr in Reschitz war. Deshalb wende ich mich im Vertrauen auf Gottes Hilfe dem Priestertum zu, vor allem aber mit die Freude, meinem Nächsten zu dienen.

-Welches Motto haben Sie für die Priesterweihe gewählt? Was sagt Ihnen dieses Motto? Warum haben sie es gewählt?

Piry Radulov: Das biblische Motto, das ich gewählt habe, stammt aus der Apostelgeschichte. Durch diesen Versett möchte ich den Menschen vermitteln, dass mein Leben ein kontinuierlicher Versuch sein wird, allen zu helfen und nicht nur auf spiritueller Ebene. Und durch diesen Bibelvers möchte ich sie ermutigen, bei Bedarf um meine Hilfe zu bitten. Mit dem, was ich kann, werde ich ihnen mit größter Freude helfen –„Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir“ (Apg 3,6)

Ionuc Vasile Hojda: Als Motto habe ich eine Aussage von Papst Johannes Paul II. gewählt: „Sei ein Licht und eine Linderung für jede Person, die du triffst“. Dies ist der Wunsch meiner Seele und es ist die Ermahnung, die mich bei allem, was ich tue, lange motiviert hat. Ich bemühe mich, jeden Moment intensiv zu leben und so präsent wie möglich im Dienst für Gott und meine Mitmenschen zu sein.

– Was sind euere Pläne für die Zukunft nach derPriesterweihe?

Piry Radulov: Nach der Weihe das wichtigste ist: das Gebet und die persönliche Beziehung zu Gott zu üben; und dann werde ich mich bemühen, ein Mensch zu bleiben. Es ist die Zeit gekommen, in der wir inmitten von Menschen menschlich sein müssen. Oft versucht der Priester so sehr, Priester zu werden, dass er vergisst, ein Mensch zu sein… So werde ich mein Leben leben, um nicht gefragt zu werden, wie ein Geistlicher einen Priester mal fragte: „Du bist Priester geworden, wann wirst du ein Mensch sein?“

Ionuc Vasile Hojda: Ich habe mir keine anderen Pläne gemacht, als den Willen Gottes vollständig zu erfüllen und zu versuchen, die geistlichen Bedürfnisse der Gläubigen zu befriedigen, zu denen ich als Priester geschickt werde.

Wo möchten Sie im Pastorat unserer Diözese in Zukunft arbeiten? In welchem Aspekt des pastoralen Lebens?

Piry Radulov: Ich habe keinen Lieblingsplatz in der Pastoralarbeit oder einen Zweig, in dem ich wirklich arbeiten möchte. Wo ich gebraucht werde, werde ich mit größter Liebe mich aufhalten und mich mit Gottes Hilfe bemühen, maximalen „Ertrag“ zu erzielen. Ich werde versuchen, nicht zu suchen, was einfacher ist oder was mir am besten gefällt, sondern ich werde mich bemühen, es für die Seelen und Herzen der Gläubigen gut zu machen. Ich möchte alles für die größere Herrlichkeit Gottes tun.

Ionuc Vasile Hojda: In Bezug auf den Arbeitsplatz in der Pastoration der Diözese habe ich keine Idealstellen; ich bin bereit, mit Freude auf bestehende Bedürfnisse zu reagieren und mit großer Freude und Hingabe zu handeln, wohin auch immer ich als Priester geschickt werde. Selbstaufopferung ist wichtig für mich, aber das ist auch für meinen Nächsten und besonders für die Herrlichkeit Gottes wichtig.

Vielen Dank für Ihre Gedanken, die Sie uns vor dieses glücklichen und schönen Moments Ihres Lebens mitgeteilt haben!