Am Sonntag, dem 3. Februar, feierte unser Landsmann, Pfarrer Adam Possmayer, in seiner Pfarrgemeinde Marktbreit das Silberne Priesterjubiläum. Coronabedingt konnte der Jubilar den Dankgottesdienst, ohne jegliche Einladungen im Vorfeld, hauptsächlich im Kreis seiner Gläubigen feiern, die derzeit sonntags trotz Lockdown in ihre Kirche kommen. Zu seiner freudigen Überraschung hatten sich dennoch auch einige Gäste, vorwiegend aus dem Kreis seiner Mitarbeiter in der Aussiedler- und Vertriebenenseelsorge, der Landsmannschaften, des Bundes der Vertriebenen und der Ackermanngemeinde seines Bistums Würzburg eingefunden. In seiner Predigt bezog er sich neben den Tageslesungen auch auf die Emmausgeschichte, aus der er einst seinen Primizspruch „Da ging Jesus mit (hinein), um bei ihnen zu bleiben“ (Lk. 24,29) entnommen hatte. Ein Aspekt den er herausgriff, ist die Tatsache, dass im Evangelium nur der Name eines der beiden Jünger genannt wird, Kleopas. Der andere bleibt ungenannt. Darin lässt sich die Einladung Jesus erkennen unser je eigenes Bild einzufügen. Jesus schenkt uns die Gewissheit: Auch an Dir habe ich so viel Interesse, dass ich Dich suche, auch Dein Herz will ich zum Brennen bringen. Und auch mit Dir will ich mich immer wieder an den Tisch setzen und mit Dir das Brot brechen.
Pfarrer Adam Possmayer wurde am 10. März 1957 in Arad geboren. Seine Eltern, Josef und Susanne Possmayer (geb. Kempf), stammen beide aus Sanktmartin, einer fast rein deutschen Gemeinde an der rumänisch/ungarischen Grenze, die gemeinsam mit Elek, im heutigen Ungarn, anfangs der 1720-er Jahre mehrheitlich durch unterfränkische Auswanderer aus Gerolzhofen und Umgebung besiedelt wurde.
Nach der deutschsprachigen Grundschule im Stadtzentrum von Arad, besuchte er ab der fünften Klasse die Schule in Neu-Arad.  Im Frühjahr 1972 entschied er sich Priester zu werden. So führte ihn sein Weg in das ungarischsprachige katholische Gymnasium in Karlsburg / Alba Iulia wo er im Juni 1976 sein Abitur machte. Im September danach folgte ein neunmonatiger Militärdienst in Bistritz, den er zusammen mit mehrheitlich orthodoxen Priesteranwärtern leistete. Anschließend, ab Herbst 1977, studierte er vier Semester Theologie am Theologischen Institut in Alba Iulia (Karlsburg) 1979 entschied er sich, aus persönlichen Gründen und angesichts der immer größer werdenden Zahl auswanderungswilliger Landsleute, sein Studium zu unterbrechen um es in Deutschland fortzusetzen.                                                                                                  In der Zeit des Wartens auf die Bewilligung seiner Ausreise aus Rumänien fand Adam Possmayer Arbeit in der seinem Elternhaus nahegelegenen Hefefabrik (`Neumann´) in Arad, wobei er sich in seiner Freizeit am kirchlichen Leben beteiligte und den Kontakt zu den Pfarrern seiner Heimatstadt pflegte. Zu ihnen gehörte mehrere Jahre lang auch der damalige Kaplan Karl Zirmer, heute Pfarrer in Gustavsburg und Dekan des Dekanats Rüsselsheim. Nach zehn Jahren, im Herbst 1989, kurz vor dem Sturz des kommunistischen Regimes, nahm Adam Possmayer das Studium in Alba Iulia (Karlsburg) wieder auf. Einige Monate später, im März 1990, ging sein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung und er konnte, dank einer Reihe glücklicher Umstände, ins Würzburger Priesterseminar eintreten und sein Studium an der dortigen Julius-Maximilians-Universität mit dem 5. Semester fortsetzen. Bischof Dr. Paul-Werner Scheele weihte ihn am 3. Februar 1996 im Würzburger St. Kiliansdom, zusammen mit vier weiteren Kandidaten, zum Priester. Fast genau 25 Jahre nachdem er als 14-jähriger den Entschluss gefasst hatte, Priester zu werden, hatte er endlich dieses sein Lebensziel erreicht. Seine Primiz feierte er am Tag danach mit etwa 200 geladenen Gästen in der Gemeinde Kürnach, wo seine Eltern bereits 1990 eine neue Heimat gefunden hatten und auch er als Priesteramtskandidat freundliche Aufnahme fand. Im August 1996 konnte er in Begleitung seiner Angehörigen und einiger seiner Kurskollegen aus dem Priesterverband der Schönstattgemeinschaft, in Sanktmartin und in Arad-Schega, der Kirche, in der er einst die Taufe empfangen hat, eine Nachprimiz feiern.
Dem Schönstatt-Institut Diözesanpriester (Priesterverband), einem Säkularinstitut der internationalen Schönstattbewegung, gehört Possmayer schon seit 1991 an, eine Gemeinschaft, der er auf seinem Lebens- und Glaubensweg viel zu verdanken hat.
Nach seiner Diakonenweihe am 22. Juli 1995 und anschließend an die Priesterweihe auch als Kaplan wirkte Possmayer zuerst in Kitzingen-St. Vinzenz und Hoheim. Im September 1996 trat er seine erste Kaplanstelle in Miltenberg an und anschließend ab 1998 die zweite in Hofheim, Goßmannsdorf und Kerbfeld.
2001 wurde Adam Possmayer Pfarrer von Birkenfeld im Landkreis Main-Spessart. 2002 wurde er zudem Kuratus von Roden.  Von 2006 bis 2008 war er auch Kuratus von Ansbach.  2007 übernahm er außerdem die Aufgabe des Dekanatsbeauftragten für die Ausländer- und Vertriebenenseelsorge im Dekanat Lohr. In all diesen Jahren führten ihm seine Eltern den Haushalt und waren im Pfarrhaus häufig auch anderweitig für die verschiedensten Anliegen der Menschen zugegen.
Seit 2013 ist Possmayer Pfarrer der aus acht Ortschaften bestehenden Einzelpfarrei St. Ludwig, Marktbreit, südöstlich von Würzburg.
Darüber hinaus war er bis Ende letzten Jahres Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorger der Diözese Würzburg, ein Amt, das er laut Dekret seines Bischofs Franz Jung auch weiterhin ehrenamtlich ausüben kann. Damit hat er auch in Zukunft die Möglichkeit die verschiedenen Landsmannschaften in seinem Bistum und darüber hinaus, vor allem die Sudetendeutschen und Oberschlesier als Vertriebene und die Banater Schwaben, Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien und Deutschen aus Russland als Aussiedler und Spätaussiedler seelsorgerisch und religiös zu betreuen. Soweit die Kräfte reichen und so Gott will, denn Pfarrer Possmayer musste in letzter Zeit gesundheitlich ziemlich heftige Einbußen in Kauf nehmen: eine schwere Krebserkrankung im Januar 2014 und ein noch schwererer Rückschlag als Metastase mit anschließender Chemotherapie im November 2018. So wird sein Weg der Genesung noch einige Zeit in Anspruch nehmen, Zeit in der ihm seine Ärzte dringend Schonung empfohlen haben.
Über die Berufung von Pfarrer Possmayer als Priester freuen wir uns und gratulieren nachträglich sehr herzlich. Seine Berufung war ein Geschenk zum Weiterschenken. Um diese Haltung zu Ehre Gottes und zum Heil seiner Gemeinde/n und Mitmenschen zu beten, gilt auch über seinem Jubliläumsfest hinaus. Ich wünsche auch im Namen der Heimatortsgemeinschaft Sanktmartin, der Aussiedlerseelsorge, des St. Gerhardswerkes, des Gerhardsforum und des Südostdeutschen Priesterwerk e. V.  Pfarrer Adam Possmayer, viel Gesundheit, wie weiterhin viel Freude bei seinem segensvollen Wirken.
Pfr. Paul Kollar, Ludwigshafen