Alle, die sich mit der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen beschäftigen – ob Pädagogen, Grundschullehrer oder Fachlehrer –, sind sich vermutlich in einem Punkt einig: Es gibt keine sicheren Methoden oder Tipps dafür, wie man ein bestimmtes Fach den Schülern wirklich nahebringt. Zwar erfolgt die Lehrer- und Pädagogenbildung im ganzen Land nach einem einheitlichen Lehrplan, doch der praktische Unterricht stellt die Lehrkräfte nicht selten vor große Herausforderungen. Gleichzeitig darf man eins nicht aus dem Blick verlieren, dass in unserer hektischen, dynamischen Welt, in der moderne Technik überall (mal gut, mal weniger gut) eingesetzt wird, eine solide Ausbildung, Offenheit und Flexibilität unverzichtbar sind – auf beiden Seiten des Lehrerpults. Deshalb kommt es vor – und ist sogar sehr hilfreich –, dass auch der Pädagoge hin und wieder „die Schulbank drückt“, neue Kenntnisse erwirbt und sich mit frischen Ideen und Methoden vertraut macht.


Geistliche und fachliche Fortbildung
Am zweiten Februarwochenende dieses Jahres, genauer gesagt am 13. und 14., fand im Klosterkomplex von Maria-Radna eine geistliche und fachliche Fortbildung für Priester, Religionslehrer und Katecheten der Diözese Temeswar statt. Zahlreiche Themen und Fragen rund um die Katechese wurden dabei angesprochen und beantwortet. Veranstalter waren das Römisch‑Katholische Bistum Temeswar und das Katechetische Zentrum der Diözese, gemeinsam mit Generalvikar Johann Dirschl, Schulinspektor, sowie Judit Ozsváth, Dozentin der Babeș–Bolyai‑Universität, die Pfarrei Maria Radna und Pfarrer Andreas Reinholz sowie Pfr. Ioan Cădărean, Seelsorger in Lippa und Neudorf. Eingeladene Referentinnen waren Mitglieder der Budapester Gemeinschaft der Schwestern des Herzens Jesu: Schwester Kriszta Stafford, Schwester Adrienn Tóth und Schwester Guadalupe Rodriguez. Thema: die Fünf‑Punkte‑Methode, die eigene, geschützte katechetische Methode der Schwestern des Herzens Jesu. Teilnehmende waren Priester, Ordensleute, Religionslehrer und Katecheten aus verschiedenen Pfarreien und Gemeinschaften der Diözese – unter anderem aus Temeswar, Arad, Petschka, Mailat, Lugosch, Slatina an der Temesch, Alt-Beschenowa, Rekasch, Lowrin, Neusentesch, Reschitza, Klokotits, Neumoldowa, Großsanktnikolaus –, insgesamt rund 30 Personen, die sowohl an kirchlichen als auch an staatlichen Schulen unterrichten und in der pfarrlichen Katechese tätig sind.
Die Gemeinschaft der Schwestern vom Herzen Jesu wurde 1940 von Ida Péterfy, die in Košice/ Kaschau geboren wurde, gegründet. Sie erkannte, dass es Ordensfrauen braucht, die die Frohe Botschaft des Evangeliums nicht nur glaubwürdig, sondern auch für die Jugend ansprechend verkünden. Die Dienerin Gottes, Schwester Ida Péterfy, entwickelte die Fünf‑Punkte‑Methode, die nicht nur ihr persönlicher Schatz und ihr Vermächtnis ist, sondern auch das besondere Charisma der Kongregation.
„Wir gehören zu einer internationalen Kongregation, unser Mutterhaus befindet sich in den Vereinigten Staaten; wir, die hier anwesend sind, stammen aus Ungarn, Kalifornien und Mexiko, und wir haben auch Schwestern auf der Insel Taiwan“ – fassten die Schwestern in ihrer Einführung zusammen. Am Ende des Treffens bemerkten sie, mit Blick auf die für die Diözese Temeswar typische ethnische Vielfalt: „So eine bunte Gruppe hatten wir bisher noch nie. Und das ist wunderbar, denn genau so ist auch die Kirche.“
Die Vorträge fanden auf Ungarisch statt, und die rumänische Übersetzung übernahm an beiden Tagen Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar. Zum Programm gehörten am Freitag eine eucharistische Anbetung und am Samstag zu Mittag eine Heilige Messe, die vom Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, gefeiert wurde, gemeinsam mit den anwesenden Priestern.
In seiner Predigt hob der Bischof hervor: „Diese Heilige Messe feiern wir für unsere Diözese und für alle, die in der Katechese tätig sind und für die Evangelisierung arbeiten. Durch euch wirkt der liebe Gott wunderbare Dinge. Denkt nur an eure Klassen und Gruppen: Wenn aus jeder Gruppe zwei bis drei junge Menschen zu begeisterten Jüngern Christi würden, wie würden unsere Pfarrgemeinden in einigen Jahren aussehen? Eines der Ziele der Katechese ist es, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu Jüngern Christi zu erziehen. Das zweite Ziel ist, diese Jünger in der Gemeinschaft zu formen. Und das dritte Ziel ist, den Weg des Herrn vorzubereiten, denn Er ist unsere Kraft.“

Katechese – Frucht reifen lassen
Wie sprechen wir Gott an? Schöpfer, Vater, Guter Hirte… Wer ist der Mensch? Leib und Seele. Was ist unsere wichtigste Beziehung zu Gott? Das Gebet. Doch wenn das Herz fern von Gott ist, bleibt das Gebet leer. Wie kann ich den Kindern helfen, auszudrücken, wer Gott für sie ist? Was verbindet uns mit Gott? Wie kann man eine Beziehung zu Ihm aufbauen? Auf all diese Fragen – und viele weitere – suchten Referenten und Teilnehmende am Nachmittag des ersten Fortbildungstages gemeinsam nach Antworten.
Schließlich brachten die Schwestern, gestützt auf die Lehre der Evangelien, die Gestalt Jesu Christi näher: Jesus mit dem barmherzigen Herzen, der die Berührung des Glaubens in der Geschichte der blutflüssigen Frau spürt; Jesus mit dem mutigen Herzen, der selbst in feindlicher Umgebung heilt (Mk 3, 1‑6); Jesus mit dem hoffnungsvollen, aufnehmenden Herzen in der Begegnung mit Zachäus (Lk 19, 1‑10); und Jesus mit dem liebenden Herzen beim Letzten Abendmahl, der seinen Jüngern das Gebot der Liebe und und später die Mission der Verkündigung des Evangeliums gibt.
Die Erziehung zum Glauben ähnelt am ehesten dem Reifen einer Frucht. Das Ergebnis hängt nicht nur von unserer Fachkenntnis ab, sondern auch vom aufnehmenden Boden – also davon, wie die jungen Menschen, mit denen wir arbeiten, auf die Gnade Gottes antworten können. Was sich im Inneren der Kinder vollzieht, ist ein Prozess, vergleichbar mit dem Reifen eines Früchtes: er braucht Zeit und Geduld. Und wir Katecheten sind Teil dieses Prozesses.
Während der Unterricht den Verstand anspricht – Wissen vermittelt und eine planmäßige Vorbereitung bedeutet –, besteht die Erziehung in der bewussten Führung der geistigen und moralischen Entwicklung. Die Frucht der Glaubenserziehung ist das gelebte Glaubensleben selbst, in dessen Verlauf die Beziehung zu Gott entsteht – betonten die Referenten unter anderem.

Die Fünf‑Punkte‑Methode
Verstand, Gefühl, Wille, Fantasie, Gedächtnis – fünf Funktionen bzw. Fähigkeiten, die die Grundlage der anschaulichen Methode bilden.
Als erster Schritt ist es zu Beginn der Stunde wichtig, das Interesse der Lernenden zu wecken, was über ihre Fantasie geschieht: durch Spiele, gezielte Gespräche, Projektionen usw., jeweils dem Alter entsprechend.
Der nächste, zweite Schritt richtet sich an den Verstand: die eigentliche Unterweisung, verbunden mit einer illustrierten Erklärung. Der Katechet kann Bilder verwenden oder auch an die Tafel zeichnen.
Es folgt die Verbindung zum wirklichen Leben: Die Gefühle helfen dem Kind oder dem Jugendlichen zu formulieren, wie die Lehre in seinem Alltag – in der Schule oder in der Familie – Gestalt annimmt. Wenn diese Verbindung nicht gelingt, bleibt die Erklärung für ihn lediglich Theorie.
Der Wille hilft dabei, die erlernten Inhalte in konkrete Tugendübungen und Taten umzusetzen. Wenn die Kinder zum Beispiel über das Gebet lernen, können sie für die kommende Woche eine Person aussuchen, für die sie jeden Tag beten möchten.
Die Stunde endet mit einer Zusammenfassung, die auf dem Gedächtnis basiert. Die Schwestern betonten, wie wichtig es ist, dass nicht der Katechet, sondern die Lernenden selbst das Gehörte zusammenfassen. Dies kann spielerisch, aktiv, durch Zeichnungen usw. geschehen.
Während der Fortbildung erstellten die Teilnehmenden einen Stundenentwurf und besprachen gemeinsam die aufeinanderfolgenden Schritte der Methode.
Zum Abschluss formulierte jeder in einem Wort oder in einem Satz, was diese Begegnung für ihn bedeutet hat.
Die beiden Fortbildungstage in Maria Radna erwiesen sich sowohl fachlich als auch geistlich als sehr bereichernd. Die Teilnehmenden kehrten gestärkt und mit neuen Erfahrungen, Erkenntnissen und gemeinsamen Erlebnissen in ihre Gemeinschaften und Einsatzorte zurück – bereit, all dies in der Katechese fruchtbar werden zu lassen.

Pressestelle des Bistums Temeswar