„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ – berichtet das Matthäusevangelium im zweiten Kapitel über die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland, die sich auf den Weg machten, um das Kind von Betlehem zu suchen. Als sie es fanden, „wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“ (Mt 2, 2-12).
Diese Verse aus dem Evangelium werden in den römisch‑katholischen Kirchen am Fest der Erscheinung des Herrn – Drei König (Epiphanie), das am 6. Januar gefeiert wird, verkündet. Das Fest erinnert sowohl an den Besuch der drei Weisen beim Jesuskind als auch an die Taufe Christi im Jordan. Aus diesem Grund feiern die Priester während der heiligen Messe an diesem Tag das Ritual der Wasserweihe. Von diesem geweihten Wasser können die Gläubigen etwas für sich, nach zu Hause mitnehmen. Zugleich markiert diese Feierlichkeit das Ende der weihnachtlichen Festzeit, die der Geburt unseres Erlösers Jesus Christus gewidmet ist. Liturgisch feiert die Kirche jedoch am unmittelbar folgenden Sonntag – also separat – die Taufe des Herrn.
Im Hohen Dom zum Hl. Georg, der römisch‑katholischen Kathedrale von Temeswar, waren am Dienstag, dem 6. Januar, am Vormittag die Zelebranten der heiligen Messe: Domherr Zoltán Kocsik, Direktor des Römisch‑Katholischen Theologischen Lyzeums Gerhardinum (in ungarischer Sprache), sowie Domherr Nikola Lauš, Direktor des Bischöflichen Kanzlei (in deutscher und rumänischer Sprache).
„Die Weisen aus dem Morgenland, vermutlich gelehrte Priester, sind in Wahrheit auf der Suche nach der Wahrheit. Sie wollen die Welt, in der sie leben, verstehen – aber mit den Augen Gottes. Sie sehen den Stern und machen sich auf den Weg. Auch unser Leben ist eine solche Reise, eine Pilgerfahrt. Der Mensch sehnt sich nach Gott und macht sich auf die Suche nach Ihm. Oft ist der Weg nicht leicht: schwierige Situationen, Zweifel, innere Kämpfe, manchmal sogar Umkehr. Doch der Mensch geht los, weil sein Herz nach Gott verlangt. Auch wir sind wie die Weisen: Wir wollen Gott persönlich begegnen“ – sagte Domherr Zoltán Kocsik in seiner Predigt.
„Die Weisen brachten dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold – die kostbarste Gabe, mit der sie Jesus als ihren König anerkennen. Weihrauch, der im Tempel von Priestern verwendet wird, weil Jesus wahrer Gott ist und würdig, dass ihm Gebete und Lobpreis dargebracht werden. Und Myrrhe, ein Gewürz zur Einbalsamierung des Körpers, erinnert uns daran, dass Jesus in die Welt gekommen ist, um sein Leben als Opfer für uns hinzugeben. Diese Gaben entspringen der Freude im Herzen der Weisen“ – sagte Domherr Nikola Lauš in seiner Predigt.
Anläßlich des Dreikönigs-Festes besuchen die Priester in diesen Wochen die römisch‑katholischen Gläubigen, um ihre Häuser und Familien zu segnen.

Pressestelle der römisch-katholischen Diözese Temeswar