Das Fest des Allerheiligsten Herzens Jesu (heuer, der 19. Juni) ist auch der Weltgebetstag für die Heiligung der Priester. Der Diözesanbischof von Temeswar, Josef Csaba Pál lädt die Priester der Diözese zu einem Treffen an diesem Tag ein. Zu diesem Thema führte Maria Serban von romkat.ro ein Gespräch mit dem Pastoralvikar Zsolt Szilvágyi.
Wie und an wie viele Orte werden die Priester der Diözese Temeswar sich treffen und diesen Tag begehen?
Aufgrund der Epidemie waren wir unsicher, ob man diesen Tag überhaupt halten kann. In Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften haben wir jedoch festgestellt, dass wir Priester in dieser Zeit, besonders auf Begegnung und geistige Erneuerung angewiesen sind. Die lange Pandemiezeit, die uns Priester und Menschen voneinander und von den Gläubigern trennte, war für viele nicht einfach. Vielleicht sind wir uns die Notwendigkeit einer guten Gemeinschaft, die uns stärkt, noch bewusster geworden.
An diesem Tag treffen sich unsere Priester in je einer Pfarrei der drei Erzdekanate: Temeswar (Piaristenkirche), Arad-Schega und Lugosch. Der gemeinsame Vortrag wird von Bischof Josef Csaba Pál gehalten; er wird beim Treffen der Priester in Temeswar anwesend sein, von wo man seine Rede live, via Zoom, übertragen wird. Einer der „Vorteile“ der Epidemie ist, dass wir uns mehr mit den Möglichkeiten der Technologie angefreundet haben, die zwar kein vollständiger Ersatz für eine persönliche Begegnung sind, sich aber dennoch als gutes Kommunikations-instrument erweisen. Ich denke, wir müssen diese Chance nutzen.
Zu diesen Anlass gibt es auch ein „vorbereitendes“ – oder besser gesagt abgestimmtes – schriftliches Material… Welcher Gedanke hat Sie am meisen angesprochen?
Im Vorbereitung auf dieses Treffen gab uns Bischof Pál ein paar „Hausaufgaben“, um die Rede von Papst Franziskus vor den Priestern der Diözese Rom, gehalten am 9. Mai letzten Jahres, zu lesen. Die Rede des Heiligen Vaters ist tief und konkret, wie wir es eigentlich von Papst Franziskus schon gewohnt sind. Unter anderem bewundere ich in den Reden des Papstes eines: dass er es wagt, äußerst ehrlich über die Herausforderungen und persönlichen Kämpfe von heute zu sprechen – und in diesem Fall über das Leben des Priesters. Er identifiziert nicht nur eine einzige Sitation, sondern gibt uns auch spezifische Ratschläge. Persönlich, finde ich es gut, ein ehrliches Wort der guten Absicht mit Anleitung zu haben. Deshalb lese ich sehr gerne die Gedanken von Papst Franziskus.
Es war besonders berührend in dieser Rede zu lesen, dass der Papst uns immer wieder zur Mission ermutigt. In seinen Reden und Schriften verschweigt er uns nicht, dass er eine Missionskirche sich wünscht. Aber wie kann diese Mission gelebt werden? Wir fragen uns oft…
Die Antwort des Papstes lautet unter anderem: Wir müssen akzeptieren, dass der Heilige Geist uns bewegen wird. Und das könnte ein wenig „Chaos“ verursachen. Im Museum kann alles vorhanden sein, das einzige was fehlt ist das Leben… Wo Leben ist und Leben geboren wird, müssen die Überraschungen des Heiligen Geistes akzeptiert werden.
Zweitens, brauchen wir Demut in der Mission. Das heißt, niemals verächtlich auf andere zuzugehen, insbesondere nicht auf diejenigen, die anders denken als wir. Demut ist die Grundlage für Dialog und Mission. Und dies gilt meiner Erfahrung nach nicht nur für diejenigen, die ganz anders denken, sondern auch im Rahmen unserer Gemeinde, unserer Priestergemeinschaft.
Drittens, hat mich die Idee des Heiligen Vaters berührt, die Mission ohne Interesse auszuführen. Dies würde unsere oft verborgene und übermäßige Ich-Bezogenheit und den daraus resultierenden priesterlichen Wettbewerb und Neid heilen. Wenn wir dem Herrn und den Menschen wirklich ohne ein geheimes Interesse dienen könnten, wären wir auch frei von großen Enttäuschungen.
Diese Rede hat mich aufgerüttelt… aber ich habe oft das Gefühl, wir brauchen manchmal Gedanken, die uns aus unseren kleinen und großen Sackgassen herausholen…
Der Hl. Papst Johannes Paul II. führte 2002 ein, dass die Kirche am Fest des Allerheiligsten Herzens Jesu für die Heiligung der Priester, auf der ganzen Welt, betet. Was passiert es Priestern, wenn Gläubige für sie beten?
Ich kann diese Frage wirklich sehr persönlich beantworten. In meiner Gemeinde in Temeswar-Josefstadt empfinde ich als großen Segen, dass wir betende Gläubige haben. Sie verbringen jeden Tag mindestens eine Stunde, vor jeder Messe, im Gebet. Sie beten für viele… Sie erwähnen unter anderem auch die beiden Priester der Gemeinde, mit Namen. Ich bin sehr dankbar dafür, es gibt mir viel Kraft. Es stärkt mich und ich trage auch jeden Tag in meinen Gebeten diejenigen, die mir anvertraut wurden. Ich denke, dass ich unseren Gläubigen, im Namen vieler meiner Mitbrüder, für ihre – für uns gesprochene Gebete – danken!
Übersetzung von Maria Lazar
(Quelle: romkat.ro)






