In seinem ersten Rundschreiben, das im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde, erwähnte Bischof Josef Csaba Pál, dass er Dr. Georg Plank, einen in der Diözese Graz-Seckau lebenden Theologen, den Gründer der Pastoralinnovation-Initiative, am 20. Juni 2020 nach Temeswar einladen wird, dass, wie der Oberhirte sich ausdrückt: „er die Möglichkeiten, die er anbietet, erzählt und mit uns beschpricht, was in unserer Diözese machbar ist.“
Aufgrund der Coronavirus-Epidemie konnte eine persönliche Begegnung mit Dr. Plank jedoch nicht zustande kommen. Mit Hilfe einer der beliebtesten Cloud-basierten Internet-Kommunikationsplattformen, wurde jedoch eine andere Art von Besprechung erstellt, die – wenn wir es so ausdrücken können – die Veranstaltung lebendiger gemacht hat. Es ist richtig, dass sich die Teilnehmer mangels eines besseren, nur auf einem geteilten Bildschirm, begrüßen konnten, aber in kleineren Gruppen registrierten sie sich an vier Orten – im Ordinariat der Diözese Temeswar und in den Pfarreien Temeswar IV Josefstadt, Lugosch und Arad-Schega – was eine aktivere Präsenz und Beteiligung voraussetzte… und unzählige technische Meisterleistungen, die es den Teilnehmern ermöglichten, manchmal versehentlich die Konversation anderer zu belauschen! So kam es, dass während der Internetverbindung, Pastoralvikar Zsolt Szilvágyi und Schw. Tari M. Böbe, Schönstatt-Marienschwester, sich beide in Temeswar befanden, bzw. Dr. Plank in Graz – Christine Maria Surdu in Lugosch sich die Übersetzung zu synchronisieren bemühte, die anderen Teilnehmer konnten das von Herzen kommende Geständnis von Bischof Pál miterleben, der allen mitteilte, dass es ein freudiges Tag für ihn ist, denn die Teilnehmerzahl 80 überschritten hat, was ein schönes Zeichen ist.
Das Treffen wurde durch das Gebet des Oberhirtens eröffnet, der eine Stelle des Matthäus- Evangeliums (Mt 11, 6) lies. Er sagte auch, dass die Idee, einen Pastoraltag zu organisieren, in ihm gewachsen ist, nachdem er das Buch Rebuilt, von Pfarrer Michael White und Tom Corcoran, gelesen hatte. Es folgte der Vortrag von Dr. Georg Plank, der nach einer kurzen Einführung zusammenfasste, worum es bei der Pastoralinnovation geht: Mangement und Beratung zur Unterstützung von Innovationen in der Kirche, kirchliche Organisationen und Gemeinden. Das Hauptziel, der 2014 gebildete Initiative, ist es Menschen und Gemeinschaften zur Verfügung zu stehen. Auf der Grundlage der vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten wird eine konkrete Strategie für alle entwickelt, die eine wirksame Seelsorge betreiben möchten. Wie der Sprecher wiederholt betont hat, ist Innovation zwar ein wirtschaftlicher Begriff, für die Kirche jedoch kein Unbekannter. Aus seiner Sicht ist es wichtig, das richtige Gleichgewicht zwischen Strategie, Vision, Ausbildung, Kompetenz und Professionalität sowie Tradition und Innovation zu finden. – Wenn wir über Innovation in der Kirche sprechen, müssen wir so handeln, wie wir es vom Bischof im Teil des Evangeliums gehört haben: dass die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen gereingt werden, die Gehörlosen hören können.- Es spielt keine Rolle, welche Funktion einzelne Personen in der Kirche erfüllen. Sei es ein Bischof, ein Pfarrer, ein Mitarbeiter, ein Diakon oder ein Gläubiger, es geht darum, ein Instrument in den Händen Gottes zu werden, mit dem die Menschen ihn erleben, sagte der Redner und führte die Gründer der verschiedenen Mönchsorden als Beispiele an: – Wenn wir uns die Geschichte der Kirche ansehen, können wir feststellen, dass die Gründer jedes Mönchsordens – alle Innovatoren waren, die aufgefordert wurden, eine neue Antwort auf ein bestimmtes Problem zu geben, eine Lösung. Daher haben fast alle von ihnen Widerstand von ihrem Milieu erfahren, ebenso wie die heutigen Innovatoren. Die Heilige Geist hilft jedoch bei der Ausdauer.
Die Beratung umfasst drei Kategorien, die drei Bereiche abdecken.

  1. Pfarreien, die nach Angaben des Sprechers anfangs nicht die wichtigste Zielgruppe waren, aber so viele Anfragen erhielten, dass sie auch für sie offen waren.
  2. Personen in Führungspositionen. Sie können Bischöfe, Gemeindemitglieder, Organisationsleiter, Projektleiter, Gruppenleiter usw. sein.
  3. Austausch nationaler und internationaler Erfahrungen. Wie der Sprecher ausdrückte, beschäftigen sich die Diözesen mit zu viel und haben keine Zeit, Erfahrungen zu sammeln oder auszutauschen.

In seinem Vortrag stellte Dr. Plank die „Protagonisten“ des Buches „Rebuilt“ – die Pfarrei „Geburt unseres Herrn“ aus Baltimore, Pfarrer Michael White und die örtliche Gemeinde, sowie eines der Angebote von Pastoralinnovation vor, das LIVT-Programm zur Erneuerung der Gemeinde.
Es folgten Aktivitäten und Diskussionen in kleinen Gruppen, bei denen die Teilnehmer ihre Meinung zu dem, was sie gehört hatten, austauschten und dem Redner Fragen stellen konnten. Es wurden viele und wertvolle Bemerkungen gemacht, die die Offenheit und Bereitschaft der Teilnehmer widerspiegelten.
Am Ende des Pastoraltages dankte Bischof Pál dem Theologen Dr. Georg Plank für den bedeutungsvollen Vortrag, dem Pastoralvikar und den für die Seelsorge zuständigen Mitarbeitern, Schwester Tari M. Böbe und Christine Maria Surdu für die ungarische und rumänische Übersetzungen und verabschiedete sich von allen Teilnehmern in der Hoffnung, weiterzumachen.

Überzetzung: Maria Lazar