Am 24. November 2020 ist die Krankenschwester Chiquita Ruth Martha Mischke im Alter von 86 Jahren in Dudeștii-Noi verstorben. Ihr Lebenswerk war der Aufbau und die Leitung des Hauses „Lebensquell“ für psycho-motorisch schwerstbehinderte Kinder in Dudeștii-Noi.
Chiquita Mischke wurde am 29. August 1934 in Essen-Fischlaken geboren und kam 1991 durch die Aktion „Hilfe für Rumänien“ Essen und der Caritas der Diözese Essen nach Temeswar, wo sie als Praxis Anleiterin mit Kinderkrankenschwester-Schülerinnen arbeitete. Nach einer dreijährigen Tätigkeit in England und der Pflege von Leprakranken in Indien, wurde Chiquita Mischke in Rumänien mit den Problemen von Waisen und behinderten Kindern konfrontiert und baute ein eigenes Hilfsprogramm auf. In diesem Sinne mietete Schwester Chiquita von der römisch-katholischen Kirche ein altes Pfarrhaus. Dieses Haus wurde aus eigenen Mitteln renoviert und 1992 als das Haus „Lebensquell“ offiziell eingeweiht.
So konnte Chiquita Mischke Waisenkinder aus dem Krankenhaus in Temeswar zunächst von Freitag bis Sonntag ins Haus holen. Die schwerbehinderten Kinder erholten sich gut und durch ihre vielfältigen Verbindungen in Rumänien vermittelte sie einige Kinder aus den Heimen in Temeswar an deutsche Eltern zur Adoption.
1994 trat Schwester Chiquita in den Ruhestand und konzentrierte sich nun voll auf ihr Projekt. Regelmäßig beherbergte sie fünf bis sechs Kinder im Haus „Lebensquell“, die drei bis vier Wochen zwecks Rehabilitation bei ihr verbrachten.
Diese Kinder wurden zunächst medizinisch grundversorgt und Schwester Chiquita versuchte den behinderten Kindern das Sprechen beizubringen und durch Fußreflexzonenmassage psychomotorische Schäden zu verringern.
Für diese Arbeit und auch für die Unterstützung der Armen im Dorf wurde Chiquita Mischke 1996 zur Ehrenbürgerin von Dudeștii-Noi ernannt.
1999 erwarb sie ein größeres Haus in Dudeștii-Noi und der Kauf wurde durch einen Kredit in Höhe von 40.000 DM und ihre gerade zur Auszahlung gekommene Lebensversicherung finanziert. Im Dezember 1999 zogen fünf Kleinkinder aus dem staatlichen Kinderheim bei ihr ein und fanden so ein sicheres Zuhause.
Schwester Chiquita Mischke hat das Haus dem Caritasverband der Diözese Temeswar überschrieben bzw. geschenkt.
Nachdem 2015 die Nutznießer dieses Hauses 18 Jahre alt waren, fiel es unter das rumänische Gesetz für Familienhäuser und wird seither vom Caritasverband der Diözese Temeswar als ein Projekt unter der Bezeichnung” Betreutes Wohnen“ für Behinderte unterstützt.
Mit Schwester Chiquita Mischke hat unsere Diözese und Dudeștii-Noi insbesondere eine hilfsbereite, großherzige und tatkräftige Frau verloren, die ihr Leben kranken und hilfsbedürftigen Kindern gewidmet hat. Sie hat keine Mühe gescheut, wenn es um das Wohlbefinden eines kranken, hilflosen Kindes ging. Ihre maßlose Hilfsbereitschaft hat ihr die Kraft gegeben, diese Arbeit bis ins hohe Alter hinein fortzusetzen.
Unser tiefstes Mitgefühl gilt den hinterbliebenen Heimbewohnern und dem Personal des Hauses.
Hiermit möchte der Caritasverband der Diözese Temeswar im Namen ihrer Mitarbeiter Schwester Chiquita Mischke für ihre unermüdliche Arbeit danken und ein ehrendes Andenken bewahren.
In stillem Gedenken
Herbert Grün
Geschäftsführer des Caritasverbandes der Diözese Temeswar
(Foto: https://adz.ro)





