Am 11. November feiert man weltweit den Martinstag. Anlässlich des Festes des heiligen Bischofs Martin von Tours fand in den Jahren nach der Wende in fast allen Teilen des Landes, wo Deutsche wohnhaft sind, eine Wiederbelebung des Brauchtums statt, so wie man es bis zur kommunistischen Machtergreifung Mitte des vergangenen Jahrhunderts getan hatte. Laternenumzüge, kurze Theaterstücke mit Szenen aus dem Leben des Gefeierten, aber auch die Ausübung des Verteilens, so wie es Martin von Tours als konkretes Beispiel getan hat, wurden überall, ob in den Kirchen, in den Schulen oder verschiedenen Kultur- und Sozialzentren organisiert. So auch im Banater Bergland, beginnend mit dem 16. November 1995, als zum ersten Mal in Reschitza das Laternenfest organisiert wurde. Damals nahmen über 100 Schüler der Klassen I – IV der deutschen Abteilungen aller Reschitzaer Schulen daran teil. Das Fest begann in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Stadtpfarrkirche, wo die Kinder, von Schwester Marcela Rockenback aus Brasilien vorbereitet, Lieder und Gebete vortrugen. Mit brennenden Laternen, allen voran ein Pferd, zog der Festzug am Lyzeum Nr. 4 (heute „Diaconovici – Tietz“-Nationalkolleg) vorbei bis ins Stadtzentrum. Vor dem Reschitzaer Springbrunnen wurden Martinslieder gesungen und eine Szenette aufgeführt. Seit November 1995 organisierte man Jahr für Jahr in Zusammenarbeit mit Kirche, Kindergarten und Schule in Reschitza das Martinsfest. Fotos von all den Jahren findet man auf der Webseite www.dfbb.ro, bei Jugend / Martinsfest.
In diesem Jahr, in diesen pandemischen Zeiten sind leider keine derartigen großangelegten Veranstaltungen in Reschitza möglich gewesen, und trotzdem…
Am 11. November versammelte sich in der Römisch-Katholischen „Maria Schnee“-Pfarrkirche Reschitza eine Schar von Kindern und Jugendlichen, alle die sich für die Erste Kommunion und für die Firmung Zurzeit vorbereiten, um sich an einer Andacht, dem Heiligen Martin gewidmet, zu beteiligen. Diese Andacht wurde von Pfarrer Veniamin Pălie geleitet. Es wurden seitens der Kinder und Jugendlichen Gebete und Lieder vorbereitet und nicht zuletzt Laternen. Die Andacht fand zweisprachig statt: Deutsch und Rumänisch. Der Großteil der Teilnehmer stammt vom „Diaconovici – Tietz“-Nationalkolleg und von den Betreuten des „Gotha“-Hauses des Katholischen Ärztevereins Reschitza. Nach dem Abschlusssegen folgte ein kleiner Laternenumzug bis ins Pfarrhaus, wo alle Teilnehmer Süßigkeiten von Seiten des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen bekamen. Alles wurde in der Hoffnung organisiert, dass es im nächsten Jahr besser sein wird.
Zum Schluss sei noch erwähnt, dass im Kreis Karasch-Severin zwei römisch-katholische Kirchen das Patrozinium St. Martin von Tours haben: die Kirche in Moritzfeld und jene in Bresondorf.

von Erwin Josef Ţigla