Unser junger Seminarist Branko Marian Duma (aus Lupak), der zusammen mit einem anderen Kollegen aus unserer Diözese in München Theologie studiert, hatte die Gelegenheit, den Palmsonntag, die Karwoche und das Hochfest Ostern in Jerusalem zu verbringen, in der Heiligen Stadt, dem Ort des Leidens, des Todes und der Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus. Wir präsentieren im Folgenden unseren lieben Lesern eine Beschreibung, gesendet von Branko Marian Duma, des liturgischen Lebens, der Feiern dieser Tage, wie sie an den Heiligen Stätten zelebriert werden, und wie sie die Seele bewegen und das Leben auf dem Weg der christlichen und priesterlichen Berufung intensivieren.
Mit dem Palmsonntag beginnt für uns Christen, unabhängig von Konfession oder Ostertermin, die Heilige Woche. In diesem Jahr durfte ich diese Heilige Woche in Jerusalem verbringen und an den ganzen Feierlichkeiten teilnehmen.
Die Liturgien des Palmsonntags begannen früh am Morgen in der Basilika der Auferstehung Jesu mit der Palmsegnung und der Prozession um die Ädikula herum, anschließend wurde die Heilige Messe dort gefeiert, wo viele Priester und Gläubigen aus der ganzen Welt anwesend waren. Am Nachmittag desselben Tages findet – nach einer alten Tradition, wie sie im Bericht der Pilgerin Egeria, aus dem 4. Jhrd. zu lesen ist – eine festliche Prozession von Betfage nach Jerusalem statt. Die Prozession ging vom Gipfel des Berges los und endete im Hof der Anna-Kirche in der Jerusalemer Altstadt. Die Palmwedeln und die Ölzweigen wurden vom lateinischen Patriarchen von Jerusalem gesegnet. Mit dieser Prozession wird an den Einzug Christi in Jerusalem erinnert, wie er von den Evangelisten beschrieben wird (Mt 21, 1-11; Mk 11, 1-11; Lk 19, 28-40; Joh 12, 12-19). Viele Gläubigen, in unterschiedlichem Alter und aus unterschiedlichen Ländern, die anwesend waren, sind in Gruppen gelaufen und haben in ihrer eigener Sprache Hosanna und andere Loblieder gesungen. Hier sind nur einige Länder zu erwähnen: USA, Chille, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Nigeria, Spanien, Portugal, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Indonesien, Philippinen u.a. as mich persönlich an dieser Prozession gerührt hat, war der Weg in sich, nämlich auf demselben Weg wie Jesus mitzulaufen und zusammen mit den anderen Pilgern ihm, Christus, zu jubeln und gemeinsam die Karwoche zu beginnen.
Der Beginn des Triduums wurde am Gründonnerstag morgens in der Grabeskirche mit der Chrisammesse und gleichzeitig mit der Messe vom Letzten Abendmahl gefeiert, wie hier das Spezifikum ist. In dieser Messe haben die Priester ihre Weiheversprechen erneuert, die Heilige Öle wurden geweiht, anschließend war die Fußwaschung und am Ende wurde das Allerheiligste in einem anderen Ort übergetragen. Spät am Abend, dem Worten unseres Herrn zufolge: „[…] wacht mit mir!“ (Mt 26, 38), fand in der Getsemani-Kirche ein Gottesdienst statt, wo, entsprechend einer alten Tradition, „Lesungen, Hymnen und Antiphonen rezitiert“ wurden. Am Ende zogen wir alle in stiller Prozession in die Kirche St. Peter in Gallicantu, wo Petrus, gemäß dem Evangelium, Jesus verleugnete: „Da fing er an zu fluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht“ (Mt 26, 74).
Am Karfreitag wurde morgens in der Grabeskirche, nämlich auf dem Golgota, die Feier vom Leiden und Sterben Christi gefeiert. Der Hohepunkt der Feier war, als einer von den Priestern, die die Passion vorgetragen hat an die Stelle wo das Kreuz stand, hervorgetreten ist und verkündet hat: „Es ist vollbracht!“ und er neigte das Haupt und übergab den Geist“ (Joh 19, 30). Eine tiefe Stille hat sich in die Kirche eingesetzt. Etwas später am Abend wurde die Beisetzung Christi vom Kustos des Heiligen Landes gefeiert. Die Zeremonie besteht aus mehreren Lesungen und Psalmen, an unterschiedlichen Stationen in der Grabeskirche, von denen eine auf dem Golgota ist. Ein Korpus eines Kreuzes wird symbolisch vom Kreuz heruntergebracht und in einem Leinentuch gehüllt. Auf dem Salbstein wurde der Korpus gesalbt, wie es im Evangelium steht: „Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn mit Leinenbinden, zusammen mit den wohlriechenden Salben, wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist.“ (Joh 19, 40). Anschließend wurde der Korpus im Grab gebracht.
Es ist ein alter Brauch in der Grabeskirche, dass die Ostervigil am Samstagmorgen gefeiert wird. So wurde auch diesmal gemacht. Die Zeremonien der Ostervigil sind nicht anders, als man gewohnt ist. Trotz aber der Gewohnheit, ist es ein besonderes Erlebnis hier an die Liturgien teilzunehmen und von der Geistlichkeit des Ortes sich mittragen zu wollen und mittragen zu lassen.
Anschließend bin ich für diese Tage sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte die Heilige Woche und das Osterfest in Jerusalem mitfeiern zu können. Für mich und für meine Berufung waren tiefprägende Tage. Wie ich schon erwähnt habe, es sind besondere Erlebnisse Jesus auf die letzten Tagen seines irdischen Lebens hier, in Jerusalem zu begleiten und in sein Leiden, Sterben und in die Auferstehung einzutreten und von hier aus mein Leben auf ihn hin auszurichten.
Euch allen wünsche ich gesegnete Ostertage!
„Sepulchrum Christi viventis et gloriam vidi resurgentis.“ – „[…] surrexit, non est hic, ecce locus ubi posuerunt eum.“
















