Vatikan, 15. September 2023.
In einem Brief an Bischöfe und Eparchen aus aller Welt lädt Kardinal Mario Grech, Generalsekretär des Generalsekretariats der Synode, die Gläubigen aus aller Welt ein, im Gebet an der XVI. ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode teilzunehmen, die am 4. Oktober im Vatikan eröffnet wird.
Mit diesem Schreiben erinnert der Generalsekretär alle daran, dass die Synodenversammlung vor allem ein geistliches Ereignis ist, ein Ereignis des Gebets und des Hörens auf den Heiligen Geist, der der wahre Protagonist des Ereignisses ist. Um die Teilnahme zu erleichtern und um die Unterstützung im Gebert für die Mitglieder der Versammlung aus den lokalen Gemeinschaften zu erbitten, hat das Generalsekretariat der Synode einen „Feierlichen Segen“ vorbereitet, der insbesondere am Ende der Sonntagsmessen zusammen mit den Fürbitten vorgetragen werden soll. Das lateinische Original ist beigefügt (die Übersetzungen sind nur Arbeitsunterlagen, um den Ortskirchen die Arbeit zu erleichtern).
In Anbetracht des Reichtums der liturgischen Tradition der orientalischen katholischen Kirchen sui iuris wurde das Schreiben auch an die Verantwortlichen dieser Kirchen gesandt, mit der Bitte, einen ähnlichen Segen und ähnliche Fürbitten in ihre göttlichen Liturgien aufzunehmen.
Der Appell von Kardinal Grech ist Teil einer Reihe von Initiativen, die darauf abzielen, den eminent spirituellen Charakter der Synodenversammlung in Erinnerung zu rufen und die Teilnahme des gesamten Volkes Gottes durch das Gebet zu fördern:
- die Einrichtung einer Website (www.prayforthesynod.va) bereits im Jahr 2021 in Zusammenarbeit mit dem World Pope’s Prayer Network und der UISG (Internationale Union der Generaloberen), die jeden ersten Montag im Monat eine besondere Gebetszeit für die Synode vorschlägt;
- die Ökumenische Gebetsvigil (www.together2023.net) am 30. September am Vorabend der Synode, die ab 16.30 Uhr auf den Kanälen von Vatican News (vaticannews.va) per Live-Streaming übertragen wird
- eine geistliche Einkehr für die Mitglieder der Versammlung vor der Eröffnung der Versammlung (1.-3. Oktober 2023).
Liebe Brüder im bischöflichen Amt,
«DasVolk Gottes hat sich auf den Weg gemacht seit Papst Franziskus, am 10. Oktober 2021, die ganze Kirche zur Synode einberufen hat»
(Instrumentum laboris, 1) und nun sind wir zu einem weiteren grundlegenden Schritt gelangt auf dem Weg, der mit der Befragung des Volkes Gottes begonnen hat. In wenigen Tagen, am 4. Oktober, wird der Heilige Vater die erste Sitzung der XVI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, mit dem Titel «Für eine synodale Kirche. Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung» eröffnen.
«Ohne Gebet gibt es keine Synode» (Papst Franziskus, Gebetsintention für Oktober 2022) Die Synode ist in erster Linie ein Ereignis des Gebets und des Zuhörens, das nicht nur die Mitglieder der Synodenversammlung, sondern jeden Getauften, jede Teilkirche einbezieht. Wir alle sind in der Tat aufgerufen, uns in dieser Zeit in der Gemeinschaft des Gebets zu vereinen und den Heiligen Geist eindringlich anzurufen, damit er uns bei der Unterscheidung dessen, was der Herr heute von seiner Kirche verlangt, leitet. Euch schreibe ich, die ihr «das sichtbare Prinzip und das Fundament der Einheit seid» (LG 23) in Euren Lokalkirchen und die ersten Leiter im Gebet in jenem Stück des Volkes Gottes, das Euch anvertraut ist, damit die ganze Kirche «ein unablässiges Gebet» zu Gott (Apg 12,5) erhebe, für den Heiligen Vater, Papst Franziskus, und für alle Mitglieder der Synodalversammlung. Ich fordere Euch somit auf, für die Synodenversammlung zu beten und jede christliche Gemeinschaft in Euren Diözesen, insbesondere die monastischen Gemeinschaften, um einmütiges und unablässiges Gebet zu bitten. Das Gebet ist eine Form der Teilhabe eines jeden Bischofs am kollegialen Wirken und besonderes Zeichen der Fürsorge um die Weltkirche (cf. Apostolorum successores, 13)
Das Gebet nimmt verschiedene Formen an, in welchen in besonderer Weise die verschiedenen Dimensionen des Lebens einer synodalen Kirche zum Ausdruck kommen. Vor allem ist das Gebet Zuhören. Bei der Eröffnung der Synode betonte der Heilige Vater: «die Synode eröffnet uns die Möglichkeit, eine Kirche des Zuhörens zu werden: eine Pause in unserem Rythmus einzulegen, unsere pastorale Unruhe zum Einhalt zu bringen, damit wir stehenbleiben und zuhören» (Rom, 9. Oktober 2021). Der erste Schritt des Gebets ist das Hören auf das Wort Gottes, das Hören auf den Geist. Deshalb wird der erste Beitrag jedes Getauften zum Ablauf der synodalen Versammlung das Hören auf das Wort Gottes und den Geist sein, in dem Wissen, dass die Stimme des Geistes sine qua non für den Leib der Kirche ist.
Die zweite Charakteristik des Gebets ist Anbetung. Der Heilige Vater hat unterstrichen: «Wie sehr fehlt uns heutzutage die Anbetung! Viele haben nicht nur die Übung, sondern auch den Sinn dessen verloren, was anbeten bedeutet» (Rom, 9. Oktober 2021). Nach dem Zuhören folgt die anbetende Stille im Erstaunen darüber, was Gott seiner Kirche sagt und was der Geist auch heute noch in ihr wirkt. Der synodale Prozess, den wir bisher durchlebt haben, führt uns zum Staunen, zur Bekehrung unseres Blickes von der traurigen Resignation (cf. Lk 24,17) zur freudvollen Sendung dessen, der die Anwesenheit des Auferstandenen in seinem eigenen Leben entdeckt hat (cf. Lk 24,33).
Die dritte Art des Gebets ist die Fürbitte. Wir müssen glauben an die Wirksamkeit der Fürbitte, welche nicht darin besteht, das wir Gottes Wille biegen wollen, um ihn dem unseren anzugleichen, sondern darin, dass wir den Herrn bitten, unsere Herzen zu erleuchten, in der Kraft Seines lebendigen Geistes, damit wir Seinen Willen unterscheiden und erfüllen können. „Fürbitten” bedeutet aufnehmen, vor Gott unsere Beteiligung, unser Engagement bezeugen. Fürbitte bedeutet: «Das geht mich an, ich stehe dazu,… es gehört zu mir». Für die Synodalversammlung beten, für all ihre Mitglieder im Gebet einzustehen, vor allem für den Heiligen Vater, der uns so oft um Gebet bittet, bedeutet den höchsten Akt der Teilnahme zu vollbringen.
Schliesslich, liebe Brüder, ist das Gebet Danksagung, bei der wir Vorrang des Wirkens Gottes und Seiner Gnade in all unseren Taten und im Leben der christlichen Gemeinschaft bekennen. Der Heilige Vater sagte: «das Dankgebet beginnt immer da, wo wir erkennen, dass die Gnade Gottes bereits vorausgegangen ist. Wir wurden erdacht noch ehe wir zu denken gelernt haben; wir sind geliebt worden, noch ehe wir zu lieben lernten; wir sind erwünscht worden, noch ehe ein Wunsch in unserem Herzen geboren wurde» (Generalaudienz 30. Dezember 2020). Das Dankgebet ist eine wahre „Therapie”, die uns hilft die Selbstzuwendung zu überwinden und uns zu öffnen, um zu entdecken, was Gott weiterhin in Seiner Kirche wirkt.
Liebe Brüder, mit dem Gebet des Zuhörens, der Anbetung, mit den Fürbitten und im Dankgebet wir die ganze Kirchengemeinschaft anwesend sein, in der Kraft des Heiligen Geistes, bei der synodalen Generalversammlung, als Ereignis, das alle Getauften betrifft. Ich lade Euch ein, das Gebet für die synodale Generalversammlung zu betonen, vor allem am 1. Oktober, im XXVI-ten Sonntag im Jahreskreis (Jahr A), indem Ihr darüber in der Predigt spricht, in den Fürbitten und im Schlusssegen der Eucharistiefeier. Zu diesem Zweck legen wir einige Texte bei, welche man beim Fürbittgebet und beim Schlusssegen verwenden kann.
Dankend für Eure Fürsorge in der Leitung Eurer Lokalkirchen im synodalen Prozess und dem Herrn dankend für die Gaben der Gemeinschaft und der frohen Hoffnung, die Er auf dem Weg der Kirche aufleuchten lässt, versichere ich Euch auch meines Gebetes für Euch und für Euren Dienst zum Wohl der ganzen Kirche. Möge uns der Heilige Geist erleuchten und immer auf dem Weg Seines Willens leiten, denn Sein Wort allein schenkt uns Leben (cf. Ps 119,50) und nur in ihm finden wir unsere Freude.
In Brüderlichkeit,
Mario Card. Grech
Generalsekretär
Quelle: www.synod.va/en








