Wie in den vergangenen Jahren reiste die Pilgergruppe „Szépszeretet“ auch in diesem Jahr nach Međugorje, dem Marienwallfahrtsort in Bosnien und Herzegowina. Die Pilgerreise fand zwischen dem 29. April und dem 3. Mai statt. Am Morgen des 29. April machte sich die 102-köpfige Pilgergruppe, die aus mehreren Pfarreien der Kreise Temesch und Arad angereist war, mit großer Begeisterung auf den Weg. Diese war bereits die 11. Wallfahrt dieser Gruppe.
Vier Priester unserer Diözese begleiteten uns auf der Reise: Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, Pfarrer von Temeswar IV. Josefstadt, Pfr. Csaba Miklós, Pfarrer von Mailat, Pfr. Zoltán György, Pfarrer von Arad Gai und der hochw. Herr Csaba Váncsa, Kaplan zu Temeswar II. Fabrikstadt.
Die Reise nach Međugorje ist lang, aber sie ging relativ schnell vorbei, weil die geistlichen Begleiter uns Überlegungen gaben, aus denen wir lernen und spirituell wachsen konnten. Da wir auf einer Pilgerreise waren, hatten wir natürlich mehr Zeit, für unsere Lieben, für uns selbst, für den Frieden und für unsere sichere Ankunft zu beten. Unterwegs wurden wir alle durch die vielen schönen Betrachtungen der Priester geistlich bereichert und durch die Gebete erfrischt, die von Herzen für die Anliegen eines jeden von uns gesprochen wurden. Natürlich blieb neben all dem auch genügend Zeit, um diejenigen kennenzulernen, die zum ersten Mal mit dieser Gruppe pilgerten.
Am ersten Tag traf die Gruppe Pilger aus Zenta, Wojewodina – Serbien, die alte Freunde unserer Pilgergruppe sind. Mit ihnen haben wir uns mehrmals in Medjugorje getroffen; die Pilger aus Zenta waren in Temeswar, und wir wiederum waren mehrmals in Zenta und haben sie besucht. Beide Gruppen waren sehr glücklich, sich wiederzusehen. Auch Pilger aus Budapest, Ungarn, waren bei der Messe anwesend.
Nach der heiligen Messe ging unsere Gruppe auf den Erscheinungsberg, wo wir drei Rosenkränze (Freudenreicher, Schmerzhafter und Glorreicher) beteten und dann eine ruhige Zeit am Erscheinungsort verbrachten. Da einige ältere Menschen in der Gruppe waren, blieben sie am Fuß des Hügels, wo sie zusammen mit Pfr. Csaba Miklós ebenfalls die drei Rosenkränze beteten. Am Nachmittag gingen wir zusammen mit unseren Mitbrüdern aus Zenta zu einem Schloß, wo wir ein sehr schönes Zeugnis hörten.
Am zweiten Tag machten wir eine Wallfahrt nach Veprik in Kroatien, einem der Muttergottes von Lourdes geweihten Heiligtum, das 1908 von Dr. Juraj Carić (1867-1921) erbaut wurde, der selbst in dem Heiligtum begraben wurde. Die natürliche Höhle und die sie umgebende Landschaft mit Bergen und einem Bach, der durch das Tal fließt, erinnern die Pilger sehr an den berühmten Schrein Unserer Lieben Frau von Lourdes in Frankreich, wo die Gottesmutter Maria im Jahr 1858 Bernadette Soubirous erschien. Wegen seiner natürlichen Schönheit und der friedlichen Umgebung wird dieses Heiligtum von vielen Pilgern und Touristen besucht. Hier zelebrierten die begleitenden Priester die Heilige Messe zum Gedenken an den heiligen Josef den Arbeiter, ein Moment, der in dieser schönen Landschaft für ein erhebendes Erlebnis sorgte. Anschließend besuchten wir Makarska. Am Nachmittag besuchten wir die Gemeinschaft Cenacolo, die 1983 von einer italienischen Ordensfrau, Schwester Elvira Petrozzi, gegründet wurde. Es handelt sich um eine Organisation, die sich um junge Menschen kümmert, deren Leben auf die schiefe Bahn geraten ist. Viele der jungen Menschen, die in die Cenacolo-Gemeinschaft kommen, sind drogen- oder alkoholabhängig oder beides und wollen ihr altes Leben aufgeben. Diese Gemeinschaft hat mehrere Zentren auf der ganzen Welt. Hier hörten wir zwei Zeugnisse von zwei sehr beeindruckenden jungen Menschen.
Am dritten Tag, Morgens, nahmen wir an der Heiligen Messe mit den Brüdern aus Zenta, Miercurea Ciuc und Budapest teil. Nach der Messe verabschiedeten wir uns von den Pilgerbrüdern aus Zenta, die nach Hause fuhren. Leider erlaubte uns das Wetter zum Bedauern vieler nicht, dass wir den Kreuzweg meditieren konnten. Wir haben den Kreuzweg auf dem Hügel Križevac gebetet, also haben wir unten bei der Kirche gebetet und dann den Lichtreichen-Rosenkranz gebetet. Da es die Zeit erlaubte, besuchten wir das Grab von Pater Slavko Barbarić OFM (11. März 1946 – 24. November 2000), wo wir für sein Seelenheil beteten. Pater Slavko Barbarić war der geistliche Leiter der „Medjugorje Visionäre“, danach wurde er in die Ordenspovinz Medjugorje versetzt. Er war derjenige der die spirituellen Programme in Medjugorje entwarf und gründetete.
Am letzten Tag beteten wir während der Morgenmesse zusammen mit den Brüdern aus Budapest, die uns ermutigten, dass es wichtig ist, den Geist und die Freude von Medjugorje an andere weiterzugeben, wenn wir nach Hause zurückkehren. Danach machten wir uns auf den Heimweg, und während der langen Fahrt halfen uns die Priester durch ihre Meditationen und die von ihnen koordinierten Gebete, eine angenehmere Zeit zu erleben. Unterwegs gaben mehrere von uns, ermutigt durch Pfr. Csaba Miklós, Zeugnis über die in Međugorje verbrachten Tage. In ihren Zeugnissen sagten mehrere Personen, wie sehr diese Pilgerfahrt sie bereichert hat und wie glücklich sie waren, dass sie der Einladung der Muttergottes gefolgt sind, wie man in Medjugorje sagt: „Nur wer von der Muttergottes eingeladen wird, kommt hierher“.
Denn wir alle erlebten und spürten, dass wir an einem wunderbaren Ort waren. Zu den Füßen der Muttergottes von Medjugorje schlugen sogar unsere Herzen anders. Hier konnten wir uns von all unseren Sorgen und Lasten befreien, Kraft schöpfen und uns erneuern. Mit all der Liebe in unseren Herzen danken wir Gott für diese schöne Pilgerreise. In dieser verwirrten Welt, in diesem Wirrwarr von Ideen, verirren wir uns oft, wir wissen nicht, wo wir suchen sollen, wem wir folgen sollen! Unser gemeinsames Ziel muss der Weg zu Gott sein!
Die Pilgergruppe bedankt sich bei den geistlichen Begleitern, die sich die Zeit genommen haben, uns spirituell und physisch zu begleiten, bei den Organisatoren und bei allen, die bei der Organisation geholfen haben und alles, was zum Gelingen beigetragen hat.
Gaál László