„1024: Papst Benedikt stirbt./ 1030: Gerhard wird zum Bischof geweiht./ 1031: Emerich, Sohn von König Stephan, stirbt.“ – Hier einige Einträge aus den Annales Posonienses (Annalen von Bratislava), die aus Sicht der Geschichte der Diözese Temeswar ein entscheidendes Ereignis erwähnen: die Bischofsweihe Gerhards und die Gründung der Diözese Morisena, später Tschanad genannt, deren Nachfolger auf rumänischem Gebiet heute unser Bistum ist. Gerhard war ein Benediktinermönch aus Venedig, der zu einer Pilgerreise ins Heilige Land aufbrach, aber ein Sturm auf dem Meer hielt ihn auf. So landete er auf dem Gebiet des alten ungarischen Königreichs, wohin er 1030 gesandt und zum ersten Bischof der neuen Diözese Morisena / Cenad ernannt wurde. Die alte Diözese wurde nach fast neun Jahrhunderten ihres Bestehens in drei Teile geteilt, die heute in Rumänien, Ungarn und Serbien liegen. Und der 24. September, das Fest des Heiligen Gerhard, ist der Ehrentag des ersten Bischofs von Tschanad, eines Märtyrers des Glaubens, für die drei Nachfolge- und Schwesterdiözesen: Die Diözese Szeged-Csanád in Ungarn, die Diözese Groß-Betschkerek/ Zrenjanin in Serbien und die Diözese Timișoara/ Temeswar in Rumänien.
Der Tradition nach wurde dem Heiligen Gerhard bereits am Abend des 23. September im Rahmen einer Pontifikalvesper in der Römisch-Katholischen Kathedrale von Temeswar, der Domkirche zum Hl. Georg, gedacht. Für die Musik sorgte der Domorganist, Herr Róbert Bajkai-Fábián. Sowohl der Vesper als auch der Heiligen Messe, die am Dienstag, den 24. September in Tschanad, dem alten Bischofssitz, gefeiert wurde, stand Seine Exzellenz Giampiero Gloder, Erzbischof und Apostolischer Nuntius in Rumänien und der Republik Moldau, vor. Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, Seine Exzellenz Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, und Mitglieder des Domkapitels konzelebrierten. Bei der Heiligen Messe, die in der Kirche von Tschanad an dem Altar gefeiert wurde, der einst als Sarkophag für die Reliquien des Heiligen Gerhard diente, konzelebrierte auch Seine Exzellenz Anton Coșa, Diözesanbischof von Chișinău/Kischinau, Domherr Lajos Kondé, Bischofsvikar und Domprobst des Domkapitels der Diözese Szeged-Csanád, sowie etwa 50 Priester aus der Diözese Temeswar und der Diözese Szeged-Csanád, Ungarn. Zusammen mit den Pilgern, die die Kirchenbänke füllten, nahmen Frau Regina Lochner, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, Herr Erwin Josef Țigla, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banater Bergland, eine große Gruppe von Schülern des Römisch-Katholischen Theologischen Gymnasiums „Gerhardinum“ in Begleitung von Lehrern und von Domherr Zoltán Kocsik, Direktor der nach dem heiligen Gerhard benannten Schule teil. Die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe übernahm der Chor des Gerhardinum-Gymnasiums unter der Leitung des Lehrers Iustin Călin. An der Heiligen Messe nahm auch eine Gruppe Jugendlichen teil, die die schönen Volkstrachten der in Tschanad lebenden Volksgruppen trugen: Rumänisch, Ungarisch, Deutsch und Serbisch.
In seinen einleitenden Worten auf Ungarisch, Rumänisch und Deutsch zu Beginn der Heiligen Messe begrüßte Seine Exzellenz Josef Csaba Pál die Gäste und die Anwesenden. Die Botschaft des Evangeliums zu diesem Fest wurde von Domherr Tamás Bene, dem Pfarrer der Gemeinde, verkündet.
In der Predigt, die in rumänischer und ungarischer Sprache gehalten wurde, hob S.E. Giampiero Gloder, Apostolischer Nuntius, drei charakteristische Elemente im Leben des Heiligen Gerhard hervor: Das Leben unseres ersten Hirten wurde immer vom Herrn geleitet, der Bischof widmete sich ganz der Verkündigung des Evangeliums Christi und das Leben des Heiligen Gerhard gehörte ganz dem Herrn, bis hin zur völligen Selbsthingabe. „Wir wissen, dass er am 24. September 1046 von einer Gruppe von Geiseln eines heidnischen Thronprätendenten von Ungarn überfallen und getötet und dann in die Donau geworfen wurde. Auf diese Weise besiegelte der heilige Gerhard mit seinem Märtyrertod sein Werk der Evangelisierung in diesen Ländern und legte bis zum Ende Zeugnis von seiner Liebe zu Christus und zur Kirche, insbesondere zu dieser Kirche, ab. Seien wir unserem Schutzpatron dankbar für das Glaubenszeugnis, das er uns hinterlassen hat, rufen wir ihn in Freude und in Schwierigkeiten an, bitten wir ihn, dass unser Leben immer von Gott geleitet wird und ein lebendiges Zeugnis für sein Evangelium ist“, so der Apostolische Nuntius.
Am Ende der Heiligen Messe überreichte Bischof Pál Erzbischof Giampiero Gloder und Bischof Anton Coșa je eine Silbermedaille, die den heiligen Gerhard repräsentiert, sowie ein Exemplar des zweisprachigen Buches „Ökumene in Resita und Banat Montan“, das von Herrn Erwin Josef Țigla auf Rumänisch und Deutsch herausgegeben wurde.
Nach dem Schlusssegen waren alle Anwesenden – Priester, Pilger, Jugendliche und Kinder – zu einer brüderlichen Agape in den Pfarrhof eingeladen. Die Heilige Messe wurde auf der Facebook-Seite der Diözese Temeswar übertragen.

Pressestelle der römisch-katholischen Diözese Temeswar