Am Samstag, den 16. November 2024 fand in Moritzfeld, Kreis Karasch-Severin, eine Gedenkfeier für die Seele des gottseligen Bischofs Dr. Augustin Pacha statt, dessen 70. Jahrestag seines Hinscheidens hiermit markiert wurde. Auf Initiative des Demokratischen Forums der Deutschen im Banater Bergland und mit Unterstützung der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar, der Römisch-Katholischen Pfarrei Gataja und nicht zuletzt des Bürgermeisteramtes und des Gemeinderates von Moritzfeld wurde an diesem Tag ab 16.00 Uhr eine Heilige Messe für die Seele des verstorbenen Hirten abgehalten. Der Hauptzelebrant war Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar der Diözese Temeswar, und Pfr. Constantin Rudolf Cocriș, Seelsorger von Gataja konzelebrierte. Herr Erwin Josef Țigla, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banater Bergland, Herr Brian Filimon, Bürgermeister von Moritzfeld, und Dr. Claudiu Sergiu Călin, Diözesanarchivar der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar, waren ebenfalls anwesend. Für die musikalische Umrahmung der Heiligen Messe sorgte der junge Avram Alexandru Kapornyai, Kantor der Pfarrgemeinde Gataija, der, unterstützt von Mitgliedern der Gemeinden Gataja und Moritzfeld, den Gesang begleitete und die alte Orgel von Moritzfeld buchstäblich zum Klingen brachte.
Generalvikar Msgr. Johann Dirschl hob in seiner Predigt die Rolle des Bischofs in der Kirche, in der christlichen Gemeinschaft von der Zeit der Apostel bis heute hervor und erwähnte die Rolle eines Aufsehers der Hirten einer Diözese. Seit der Zeit, als der Apostel Paulus missionierte, setzte er in den neu gegründeten Gemeinschaften einen solchen ἐπίσκοπος (epískopos – aus dem Altgriechischen) ein, d. h. einen Oberhirten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden leuchtende Beispiele von Bischofsheiligen Teil des christlichen Kalenders, von denen einige noch immer in den Herzen der Menschen geliebte Figuren sind: der heilige Nikolaus, der heilige Augustinus, der heilige Gerhard, der heilige Martin – zu Ehren des letzteren wurde die Kirche von Moritzfeld geweiht.

Am Ende der Heiligen Messe dankte Herr Erwin Josef Țigla dem Generalvikar, dem Pfarrer und dem Bürgermeister für diesen Moment der Besinnung und hob die Arbeit und das Engagement hervor, mit dem die unter der Leitung von Bischof Augustin Pacha ausgebildeten Priester in vielen Pfarreien, darunter Reschitza und im Banater Bergland, gearbeitet haben.
Nach dem Schlusssegen sprach Dr. Claudiu Sergiu Călin, Diözesanarchivar der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar, den Anwesenden über die Persönlichkeit, die Tätigkeit, den historischen Zeitraum, in dem Bischof Augustin Pacha seine pastorale Tätigkeit ausübte, die Verbindung des Hirten mit seiner Heimatgemeinde, seine familiäre Herkunft und die symbolischen Momente, in denen Moritzfeld im Leben des Bischofs präsent war.
Bischof Augustin Pacha wurde am 26. November 1870 in einer Banat-schwäbischen Familie, in Moritzfeld geboren, wo er auch die Grundschule besuchte. Er lernte an verschiedene Schulen in Kecskemét, Szeged und Temeswar, wo er auch die Theologische Akademie absolvierte und 1893 zum Priester geweiht wurde. Er wurde bischöflicher Sekretär, später Kanzler, Domkapitular und Titularabt. Im Jahr 1923 – nach der Aufteilung des Gebiets der alten Diözese Tschanad auf die drei Nachbarstaaten Rumänien, Jugoslawien und Ungarn – wurde er Apostolischer Administrator des Territoriums der zu Rumänien fiel und zur Apostolischen Administratur von Temeswar organisiert wurde. Am 15. Mai 1927 wurde er zum Bischof für den (historischen) Titularsitz von „Lebedo“ geweiht, ein Titel, der am 16. Oktober 1930 in Diözesanbischof von Temeswar geändert wurde. Er übte eine besonders aktive pastorale Tätigkeit aus und kämpfte für die Erhaltung und Entwicklung der national-sprachlichen Identität seiner Gläubigen in einem christlichen, katholischen und nicht nationalistischen Sinne, für eine christlich-katholische Erziehung, für die Ausbildung des Diözesan- und Klosterklerus in einem pastoralen Geist und für die Entwicklung der katholischen Jugenderziehung. Er war den Schikanen der Nationalsozialisten und später der Kommunisten ausgesetzt, wurde 1950 von der Securitate verhaftet und im September 1951 in einem vom atheistischen Regime organisierten Prozess nach Moskauer Szenarien verurteilt. Erst als sein Gesundheitszustand so schlecht war, dass man wusste, dass er sterben würde, begnadigten ihn die kommunistischen Machthaber – eher aus politischen Erwägungen und Kalkül – und erlaubten ihm, nach Temeswar zurückzukehren, allerdings mit Wohnsitz im alten Josefstädter Pfarrhaus. Er starb am 4. November 1954 und wurde in Anwesenheit einer großen Zahl von Gläubigen und Priestern in der Domkrypta in Temeswar neben seinen Vorgängern im Bischofsamt beigesetzt. Memoria eius sit benedicta!

Pressestelle der Diözese Temeswar

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