Mt 25, 35–40.
Es gibt Menschen, für die die Worte Jesu, wie sie im Evangelium nach Matthäus überliefert sind, nicht nur auf den Seiten der Heiligen Schrift bleiben, sondern lebendige Wirklichkeit werden: Sie sind Lebensprogramm, Berufung, ein Ruf, sich jeden Tag in den Dienst des Nächsten zu stellen, eine Lebensweise. Es sind jene Menschen, die ihr Leben der Hilfe für den notleidenden Nächsten widmen, die durch ihre täglichen Gesten der Liebe das Licht des Evangeliums mitten unter uns sichtbar machen. Es sind jene Menschen, für die soziale Arbeit nicht nur ein Beruf, nicht nur ein Acht-Stunden-Job ist. Es sind jene Menschen, die im Morgengrauen aufstehen, um Hilfspakete auf den Lastwagen zu laden, die auch nach der Arbeitszeit ältere Menschen besuchen, die nicht auf die Uhr schauen, wenn es darum geht, jemandem zu helfen. Es sind jene Menschen, die die Kinder anderer in sozialen Zentren und Familienhäusern mit so viel Liebe erziehen und begleiten, als wären es ihre eigenen, die mit Geduld und Professionalität ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Kranke pflegen.
Die Regionale Lebensmittelbank Temeswar, Mitglied des Föderation der Lebensmittelbanken in Rumänien (FBAR), ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die im Herbst 2020 ihre Tätigkeit aufgenommen hat, mit dem Ziel, regelmäßig und kostenlos Lebensmittel an andere NGOs zu sammeln und zu verteilen – nach dem Modell der Europäischen Föderation der Lebensmittelbanken (FEBA). Die Organisation führt soziale und karitative Programme in den Kreisen Temesch, Karasch-Severin, Arad und Hunedoara/Eisenmarkt durch, im Licht des FBAR-Mottos: „Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung, gemeinsam gegen Armut.“
„Wir sind ein Team von sechs Angestellten und einer großen Gruppe von Freiwilligen. Jeder, der sich diesem Team angeschlossen hat, sagt, dass diese Arbeit mit seinem Herzen und seiner Seele verbunden ist. Für uns bedeutet diese Tätigkeit in Wirklichkeit eine Berufung“ – sagt Frau Hana Csaszar, Vorsitzende der Regionalen Lebensmittelbank Temeswar. Sie betont: „Wenn ich jetzt zurückblicke, konnte ich mir nicht vorstellen, was folgen würde, wie sich diese fünf Jahre seit der Gründung entwickeln würden. Es waren Jahre voller Herausforderungen, die uns oft aus unserer Komfortzone herausgeholt haben. Aber… hier vor mir steht der Preis, der für mich viel bedeutet (der Preis „Solidarität – Gheorghe Ciobanu”, verliehen im Dezember 2024 an die Lebensmittelbank Temeswar für soziale Verantwortung). Als ich die Bühne der Rumänischen Nationaloper in Temeswar betrat, um den Preis entgegenzunehmen, wurde mir klar, dass dies die Anerkennung unserer gesamten Arbeit und unseres täglichen Einsatzes bedeutet. Ich erinnere mich jedoch, dass ich an diesem Tag mit einem Fuß auf der Bühne stand und mit dem anderen zum Lager eilte, weil wir eine sehr große Spende erwarteten, die wir verwalten mussten. Solche Momente passieren oft, viele Male stehen wir vor Herausforderungen, die schnelle und möglichst gute Entscheidungen erfordern.
Vor einigen Tagen traf ich mich auf dem Siegesplatz, vor der Rumänisch-Orthodoxen Kathedrale in Temeswar, mit dem Journalisten Lucian Mîndruță, der im Rahmen der Tour der Weihnachtsmärkte – Karawane des Guten zu uns kam, um Geschenke für bedürftige Kinder zu sammeln. Diese Lebensmittel, Süßigkeiten und Geschenke gelangten zu einer unserer Partnerorganisationen, der Rudolf-Walther-Stiftung Temeswar.
An einem bestimmten Moment fragte mich Lucian Mîndruță: „Was hat dir die Revolution gebracht?“ – „Die Freiheit, Gutes tun zu können. Das hat mir die Revolution gebracht“ – antwortete ich.
Auf die Frage des Pressebüros der römisch-katholischen Diözese Temeswar, wie wir Weihnachten erwarten, kann ich sagen: In der Zeit vom 5.–7. Dezember hatten wir eine landesweite Lebensmittelsammlung, an der sich 118 Geschäfte aus der Westregion beteiligten. Gerade eben haben wir die Berichte erstellt: Gemeinsam mit unseren Freiwilligen haben wir 117 Tonnen haltbarer Lebensmittel gesammelt. Unser Freiwilligenteam zählt rund tausend Mitglieder. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass mir die Unterstützung der römisch-katholischen Pfarreien und Gemeinden sehr viel bedeutet. Die Franziskanerinnen aus Karansebesch, Piry Radulov, Pfarrer von Winga und Orczydorf, sowie lokale Freiwillige beteiligen sich ehrenamtlich an unserer Arbeit, was uns zeigt, dass wir nicht allein sind. Hinter den Zahlen stehen immer Menschen, die spenden, unterstützen und zugunsten der Bedürftigen arbeiten. Viele Organisationen kamen, um uns mit ihren eigenen Freiwilligen zu unterstützen, denn es ist sehr wichtig, dass der Kunde beim Betreten des Geschäfts einer menschlichen Präsenz begegnet und nicht nur einer vorbereiteten Sammelbox oder einem Korb. Auch Zoom- oder Telefonkonferenzen reichen nicht aus. Wir sind praktisch Vermittler zwischen Unternehmen, Organisationen und den Menschen, denen wir helfen.
Unter unseren Freiwilligen waren sowohl Jugendliche ab 16 Jahren als auch Senioren. Die älteste Freiwillige war 70 Jahre alt. Unter den Spendern war ein Großvater, der neben Lebensmitteln auch ein Spielzeug kaufte, das er seinem Enkel schenken wollte, der leider verstorben ist… Das Kind, das dieses Spielzeug erhielt, erfuhr auch die Geschichte des Großvaters.
Es gibt auch schwierige Momente, wenn aufgrund von Veränderungen auf europäischer Ebene bestimmte Lebensmittel nicht mehr ins Land gelangen. Alles befindet sich in ständiger Veränderung. Vorerst stützen wir uns auf das, was jetzt im Dezember gesammelt wurde. Für manche Organisationen reichen diese Mengen an haltbaren Lebensmitteln etwa vier bis fünf Monate. Wir bereiten uns bereits auf die Ostersammlung vor, die am 20. März 2026 stattfinden wird.
Wir beteiligen uns auch am Projekt Mămicilor Mai Tari Ca Google (MMTCG), das jedes Jahr zu Weihnachten oder zum hl. Nikolaus Schuhe oder kleine Geschenke für bedürftige Kinder spendet, damit sie nach und nach möglichst viele der von uns unterstützten Organisationen erreichen. Insgesamt unterstützen wir 95 Organisationen. Wenn wir größere Mengen an Produkten erhalten, verteilen wir sie auch an Kollegen in anderen Regionen. Und umgekehrt – wenn sie mehr bekommen, denken sie auch an uns.
Es ist also eine kontinuierliche Arbeit, Lösungen und Partner zu finden, denn all diese Arbeit braucht wirtschaftliche Unterstützung: wir zahlen Miete, Treibstoff, Gehälter. Die Lebensmittel werden am Vormittag bis 16 Uhr abgeholt, und diese Arbeit kann nicht nur mit Freiwilligen geleistet werden.
Meiner Meinung nach hatten wir ein schweres Jahr, und auch das kommende Jahr wird nicht leichter sein. Aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen werden, wenn wir alle Herz und Augen offen halten für die Bedürfnisse derjenigen, die um Hilfe bitten. Denn wenn man hilft, bekommt man auch etwas zurück. Und ich glaube fest daran, dass das, was wir bei der Lebensmittelbank tun, Leben verändert.
Pressestelle der Diözese Temeswar








