Jedes Mal, wenn wir den Kreuzweg beten, folgen wir den Spuren Christi, und jedes Mal möchten wir etwas vom gekreuzigten Jesus lernen. Christus hat uns ein außergewöhnliches Beispiel dafür gegeben, was Demut bedeutet, was es heißt, klein zu sein. Der große deutsche Schriftsteller und Benediktinermönch Anselm Grün schreibt, dass man wirklich erkennt, wer Christus nachfolgt, wenn er demütig sein kann, wenn er klein werden kann.
Es ist schwer zu begreifen, wie klein Gott geworden ist. Er ließ sich geißeln, anspucken, verspotten, er nahm das Kreuz und den Tod für uns an, um uns eine Lebenslektion zu geben. Warum müssen wir diese Lektion der Demut lernen? Wir brauchen Demut, um um Vergebung zu bitten, um danken zu können, um anzuerkennen, dass der andere vielleicht besser ist als ich, um gehorsam zu sein. Der gehorsame und demütige Mensch nimmt die Meinung und den Rat anderer an. Wir brauchen Demut, um in der Familie und in der Gesellschaft miteinander leben zu können.
Jesus Christus „erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“, schreibt der heilige Paulus, um uns zu zeigen, dass der Mensch wirklich groß ist, der auch klein sein kann.
Üben wir die Tugend der Demut auch ganz konkret. Gott wird uns Situationen schenken, in denen wir einen Schritt zurücktreten können, in denen wir dem anderen zuhören, in denen wir nachgeben, in denen wir nicht erzwingen, dass alles nach unserem Willen geschieht. Vergeben wir und bitten wir um Vergebung, damit wir in der Demut wachsen und wirklich Jünger des gekreuzigten Christus werden. (Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, Predigt in der Fastenzeit 2026, Millenniumskirche, Temeswar II Fabrikstadt)







