Die Studien- und Pastoralausflüge für die Studenten des Römisch‑Katholischen Theologischen Priesterseminars in Karlsburg/Alba Iulia blicken auf eine lange Tradition zurück. Dieses Brauchtum wurde auch während der kommunistischen Diktatur gepflegt, wenn auch in etwas anderer Form: Damals wurden Ausflüge für jedes Studienjahr getrennt organisiert, und die Studenten reisten in Begleitung eines oder zweier Professoren meist innerhalb der Erzdiözese Karlsburg, wo sie verschiedene Pfarreien und Gemeinden besuchten. Seit den 1990er‑Jahren erhielten diese Ausflüge ein spezifischeres Profil, da auch die anderen römisch‑katholischen Diözesen Rumäniens besucht wurden. Dies ist naheliegend, da im Seminarium Incarnatae Sapientiae junge Männer studieren, die aus der Erzdiözese Karlsburg sowie aus den Diözesen Temeswar, Großwardein und Sathmar stammen. So besuchten Seminaristen die Diözese Temeswar bereits in den Jahren 2006 und 2013.

In diesem Jahr besuchte eine Gruppe von 31 Theologiestudenten des Römisch‑Katholischen Theologischen Priesterseminars – Seminarium Incarnatae Sapientiae – aus Karlsburg, begleitet von ihren Oberen, Domherr Dr. István András, Rektor, Dr. Dávid Diósi, Vizerektor, Sándor Hurgoi, Präfekt, sowie Dr. Endre Kiss, Spiritual, die Diözese Temeswar vom 30. April bis 3. Mai d.J. Zu den wichtigsten Zielen des Ausflugs gehörten die Domkirche zum hl. Georg, die römisch‑katholische Kathedrale von Temeswar, das Bischöfliche Ordinariat, das Palliativzentrum „Haus der Göttlichen Barmherzigkeit“ des Caritas‑Verbands, die Pfarrei Temeswar III Elisabethstadt und die Gemeinschaft der Salvatorianer, die Basilika Maria Radna, die Pfarrei Arad‑Innere Stadt und die Gemeinschaft der Franziskaner‑Minoriten, die Pfarreien Arad‑Schega und Winga sowie die Bulgarische Personalpfarrei in Temeswar.
„Unsere Berufung nicht aufgeben – auch in schweren Zeiten“
Am Freitag, dem 1. Mai d.J., begann das Programm mit dem Besuch des Hohen Doms zum hl. Georg und der Ausstellung „Millennium Csanadiense 1030–2030“. In der Kirche wurden die Studenten und Professoren von S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, begrüßt, danach stellte S. E. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar, den Dom und die Ausstellung vor. „Der Bau des Hohen Doms wurde im Jahr 1762 abgeschlossen, damals wurden die beiden Glocken in die Türme gehoben. Doch die Fertigstellung der Innenausstattung dauerte noch etwa zehn Jahre. Das Mobiliar, die Altäre und die Kanzel wurden von örtlichen Tischlern und Bildhauern gefertigt. Aus Wien wurden im Jahr 1754 die Kelche, die Monstranz, die Ewige‑Licht‑Lampe und das Prozessionskreuz gebracht“, erklärte Bischof Roos. Anschließend präsentierte er den zweiten Teil der Ausstellung „Millennium Csanadiense 1030–2030“, der die Zeit der osmanischen Herrschaft zwischen 1552 und 1718 behandelt. Besonders hob der emeritierte Bischof ein Ereignis aus dem Jahr 1579 hervor, als drei junge Männer aus der Diözese Tschanad zu Fuß nach Leles aufbrachen, wo der damalige Bischof Balthasar Melegh de Perse im Exil lebte – da die türkische Verwaltung ihm die Einreise in seine Diözese verweigerte –, um dort die Priesterweihe zu empfangen. „Diese drei jungen Männer legten einen sehr langen Weg zu Fuß zurück, um geweiht zu werden. Das kann auch uns ermutigen, unsere Berufung nicht aufzugeben, selbst in schwierigen Zeiten, auch wenn wir weniger werden – sowohl Priester als auch Gläubige“, schloss der emeritierte Bischof. Anschließend erhielten Studenten und Professoren die Kommentarhefte der Ausstellung des vorigen und dieses Jahres und hatten die Möglichkeit einige Orgelstücke zu hören.
Die aktuelle Lage der Diözese Temeswar
Vom Hohen Dom zum Hl. Georg begab sich die Gruppe zum Bischöflichen Ordinariat, wo S. E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, die aktuelle Lage der Diözese Temeswar vorstellte – aus verwalterischen und ethnischer Sicht, die Zahl der Gläubigen und Priester sowie die verschiedenen Bereiche der Pastoral: die Arbeit des Familien‑ und Erwachsenenpastoralbüros, des Diözesanjugendzentrums, die verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften wie die ungarischsprachige Studentengruppe TEKMEK und die rumänischsprachige Gruppe Jubilate, der biblische Jugendkreis, der Chor Harmonia Christi, der Bildungskurs für Erwachsene, die Tätigkeit der ständigen Diakone und Akolythen in Pfarreien und Filialen, die Programme der geistlichen Vorbereitung der Diözesen Szeged‑Csanád, Großbetschkerek/Zrenjanin und Temeswar im Hinblick auf das 1000‑Jahr‑Jubiläum der Gründung des Bistums Tschanad im Jahr 2030. Im Rahmen der Begegnung stellten die Studenten dem Bischof auch Fragen zur priesterlichen Gemeinschaft, zum synodalen Pfad und zur Spiritualität der Fokolar‑Bewegung in der Diözese. Der Bischof schilderte ausführlich das gemeinschaftliche Leben der Priester, die monatlichen Treffen, die geistliche Begleitung und die Herausforderungen des synodalen Hörens auf den Heiligen Geist. Er sprach auch über die Präsenz verschiedener kirchlicher Bewegungen in der Diözese und betonte, dass jede von ihnen ein geistlicher Reichtum sei.
Am Freitagabend, dem 1. Mai, um 18.30 Uhr nahmen die jungen Seminaristen und ihre Professoren an der Pontifikalmesse teil, die in der Domkirche zum Hl. Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, von Seiner Exzellenz Edgar Peña Parra, dem Apostolischen Nuntius in Italien und der Republik San Marino, zelebriert wurde. Am nächsten Tag folgte die Pilgerreise zur Basilika Maria Radna, wo sie ebenfalls an der Heiligen Messe teilnahmen, Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, sowie den emeritierten Domherr Andreas Reinholz trafen und die Basilika sowie den Klosterkomplex besichtigten.
Seitens der Diözese Temeswar wurden die Unterbringung, die Fahrten innerhalb der Stadt und die Bewirtung der Gäste von Domherr Nikola Lauš, dem Direktor der Diözesankanzlei, organisiert.
Die Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen dieser Tage stärkten die Verbindung zwischen den Seminaristen und den Gemeinden der Diözese und gaben ihnen einen lebendigen Einblick in den priesterlichen Dienst. Solche Besuche bleiben wertvolle Wegmarken ihrer menschlichen und geistlichen Ausbildung – Zeichen einer Tradition, die weiterhin reiche Früchte trägt.
Pressestelle der Diözese Temeswar













