Zur Feier des Portiunkula-Festes sind am Sonntag, dem 2. August, zahlreiche Gläubige zur 16. Deutschen Wallfahrt in die Basilika Minor „Maria – Mutter der Gnaden“ nach Maria Radna im Kreis Arad gekommen. Die traditionelle Wallfahrt brachte Pilger aus dem Banat sowie aus Deutschland zusammen und unterstrich erneut die Bedeutung des bedeutendsten Marienwallfahrtsortes der Region für die deutsche Gemeinschaft. Die Bänke in der imposanten päpstlichen Basilika waren voll.
Den feierlichen Wallfahrtsgottesdienst zelebrierte Pfarrer Karl Zirmer, Vorsitzender des Südostdeutschen Priesterwerks e.V., gemeinsam mit weiteren Priestern: Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, Domherr i.R. Andreas Reinholz, Pfarrer in Radna, Martin Jäger, Pfarrer in Pankota und Galscha und Pfr. Ioan Vereș, griechisch-katholischer Seelsorger i.R. Der Diakon Mario Karnel assistierte und verkündete das Evangelium In seiner Predigt, die den Titel „Durch Maria zu Jesus“ trug, sprach Pfr. Zirmer über Marienverehrung und über den Kult der Gottesmutter in unserer Kirche:
„Zu den kostbaren Schätzen unseres Glaubens gehört nach meiner Meinung auch die Marienverehrung. Oft wird Maria mit dem Jesuskind dargestellt. Auch auf unserem Gnadenbild von Maria Radna wird die Gottesmutter mit ihrem göttlichen Kinde dargestellt. Auf dieses Kind kommt es eigentlich an! Denn dieses Kind war für Maria der Mittelpunkt ihres Lebens.
Wir ehren Maria nur, weil sie die Mutter Jesu und damit die Mutter Gottes geworden ist. Wir rufen sie an, weil wir durch sie zu Jesus kommen wollen. Indem wir Maria ehren, ehren wir Gott selber. Indem wir sie ehren, preisen wir die Macht der göttlichen Gnade, die sich in ihrem Leben auf wunderbare Weise gezeigt hat.
Marienverehrung ist nicht Selbstzweck. Maria will uns nicht für sich gewinnen. Sie will hin weisen auf Jesus, sie will uns hinführen zu ihrem Sohn. Darum heißt der Grundsatz katholischer Marienverehrung: „Per Mariam ad Jesum“ – „Durch Maria zu Jesus!“
Um zu Jesus zu gelangen, muss man nicht den Umweg über Maria gehen. Man kann direkt zu ihm gehen. Aber viele Menschen finden leichter zu Jesus durch Maria. Das wird besonders an den großen Wallfahrtsorten deutlich. So auch hier in Maria Radna, oder in Maria Ciclova, in Altötting, in Lourdes, in Fatima und an vielen anderen Wallfahrtsorten.
Ich bin sicher, eine richtig verstandene, biblisch fundierte, auf Christus ausgerichtete Marienverehrung stellt auch heute noch eine Bereicherung unseres Glaubens dar.“
Seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben nahmen an der Wallfahrt Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender, mit Ehefrau, sowie mehrere Vorstände und Vertreter unterschiedlichen HOGs teil: Neuarad, Billed, Guttenbrunn, Lovrin, Lenauheim – wie jedes Jahr mit Fahne – Hatzfeld, usw.
Das Demokratische Forum der Deutschen im Banat wurde durch Benjamin Neurohr, Vorsitender und das Demokratische Forum der Deutschen im Banater Bergland wurde durch Erwin Josef Țigla, Vorsitzender vertreten. Das DFDB stellte auch heuer einen Bus für die Wallfahrer, die an diesem Tag von Temeswar nach Radna fahren wollten zur Verfügung.
Der Caritas-Verband des Bistums Temeswar wurde durch Herbert Grün, Vorsitzender, und Familie vertreten. Aus der Reihe der im Banat anwesenden Orden und Kongregationen, beteiligten sich die Schönstatter Marienschwestern und die Franziskanerinnen an diesen spirituellen Tag.
Für die festliche musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgte der Banater Kirchenmusiker, Musikwissenschaftler und Organist Dr. Franz Metz. Gemeinsam mit der Sopranistin Iulia Vasilache, dem Bariton Wilfried Michl, dem Trompeter Thilo Krapf und dem Posaunisten Hans Eichinger präsentierte er ein abwechslungsreiches Programm. Dieses umfasste geistliche Werke Banater Komponisten, Kompositionen der internationalen Musikliteratur sowie bekannte Marienlieder, die von den Wallfahrern mitgesungen wurden.
Für das Mittagessen und für einen freundlichen Empfang der Wallfahrer sorgte Pfr. Ioan Cădărean, Seelsorger in Lippa und Neudorf und Custos des Wallfahrtsmuseums und des Klosterkomplexes, sowie seine Mitarbeiter.
Nach dem Mittagessen folgte – heuer, wegen der großen Hitze, in der Basilika – die Kreuzwegandacht mit Pfarrer Karl Zirmer, Domherr i.R. Andreas Reinholz, Pfr. Martin Jäger, und Diakon Mario Karnel. Die musikalische Begeleitung der Kreuzwegandacht sicherten der Trompeter Thilo Krapf und der Posaunist Hans Eichinger. Nach dem Abschlußgebet und dem Segen, bot Pfr. Andreas Reinholz den anwesenden ein Besuch in der Krypta der Basilika an, Ruhestätte der früheren Franzikaner, aber auch ihren Mitarbeitern und Wohltätern. Die Krypta wurde in den letzten Monaten saniert und kann auf Anfrage auch besucht werden.
Am Fuße des Kalvarienbergs folgte ein musikalischer Gruß beim Bildstock des Hl. Josef, gestiftet vor fast einem Jahrhundert von den Jahrmarkter Gläubigen und ebenfalls in den letzten Jahre von der HOG Jahrmarkt renoviert. Auch hier spielten Hans Eichinger und Thilo Krapf.
Pfr. Reinholz erklärte den Wallfahrern welche Bildstöcke, bzw. Teile des Kalvarienbergs renoviert wurden und präzisierte dass die Renovierung des „Glorreichen Weges Jesu Christi“, der ebenfalls sich am Kalvarienberg befindet, im Plan steht. Jedoch fehlen schon seit dem zweiten Weltkrieg einige Bildstöcke dieses Weges, der eigentlich auch selten in der Volksfrömmigkeit und in den unterschiedlichsten Wallfahrtsorten der Welt vorkommt.
Die Deutsche Wallfahrt nach Maria Radna hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Treffpunkt der Banater Deutschen aus nah und fern entwickelt und setzt ein Zeichen für gelebten Glauben, Gemeinschaft und die Bewahrung des kulturellen Erbes.
Raluca Nelepcu
Claudiu Călin
Foto: Adrian Pășcălău-Kollár, György Szilárd













