Am Sonntag, dem 23. August 2026, spendete Seine Exzellenz Josef Csaba Pál, Diözesanbischof, in Fatschet, Kreis Temesch, einer Gruppe von zehn Jugendlichen das Sakrament der Firmung. Am Ende der Heiligen Messe dankte Pfarrer Francisc Lisi, Pfarradministrator von Lugosch – der Pfarrei, zu der die Gemeinde in Fatschet gehört –, den drei Jugendlichen aus der Pfarrei Lugosch, die sich zwei Jahre lang an der Vorbereitung der Firmlinge auf den Empfang des Sakraments der Firmung beteiligt hatten.
Anlässlich dieses feierlichen Ereignisses führte das Pressebüro der Diözese Temeswar ein Interview mit den drei Jugendlichen, um mehr über ihre Erfahrungen und ihr Engagement bei der Vorbereitung der Firmlinge zu erfahren.
Warum habt ihr euch bereit erklärt, den Jugendlichen aus Fatschet bei der Vorbereitung auf die Firmung zu helfen?
Annamaria Ionescu: Der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, ist ein sehr persönlicher. Seit längerer Zeit suche ich nach einem Sinn und einer Aufgabe in meinem Leben und habe immer wieder zu Gott gebetet, dass er mir einen Gedanken oder ein Zeichen schenkt, das mir den Weg zeigt, den ich gehen soll. So wurde ich eines Tages, fast unmittelbar nachdem ich darum gebetet hatte, ein Zeichen zu erhalten, gefragt, ob ich bei der Vorbereitung der Jugendlichen helfen könne. Obwohl meine Antwort zunächst nicht eindeutig war, wurde mir nach kurzer Zeit klar, dass dies eines der Zeichen war, auf die ich gewartet hatte, und ich versprach, dass ich, falls ich noch einmal gefragt würde, Ja sagen würde. Als ich ein zweites Mal gefragt wurde, sagte ich JA.
Iulian Andreas Ibinceanu: Vor zwei Jahren nahm ich die Einladung von Pfarrer Francisc an, ihm bei der Vorbereitung der Jugendlichen aus Fatschet auf die Firmung zu helfen. Ich weiß nicht genau, warum ich damals „Ja“ gesagt habe, und auch nicht, ob ich überhaupt eine Vorstellung davon hatte, was auf mich zukommen würde. Ich weiß jedoch, dass es die richtige Entscheidung war. Das habe ich schon damals erkannt, und ich sehe es auch heute noch so.
Wobei genau habt ihr sie während der Vorbereitung unterstützt? Was waren konkret eure Aufgaben?
Annamaria Ionescu: Unsere Aufgaben bestanden darin, unseren Glauben, unser Wissen und unsere Erfahrungen mit diesen Jugendlichen zu teilen. Da wir altersmäßig näher bei ihnen sind, ist es uns vielleicht gelungen, bestimmte Dinge verständlicher zu erklären und ihnen Beispiele zu geben, damit auch sie sich besser in die kirchliche Gemeinschaft integrieren können.
Bogdan Ibinceanu: Ich möchte mit dem Sprichwort beginnen: „Gott schenkt dir, aber er legt es dir nicht in den Schoß.“ Wenn wir uns nicht einbringen, geben wir uns selbst nicht die Chance, dass etwas Gutes daraus entstehen kann. Mir wurde die Gelegenheit gegeben, Jugendlichen davon Zeugnis zu geben, was es für mich als jungen Menschen bedeutet, Christ zu sein. Indem ich Stunde für Stunde mit ihnen gearbeitet habe, fand ich in ihnen ein Spiegelbild meiner selbst wieder. Fragen, die ich mir während meiner eigenen Vorbereitung auf die Firmung gestellt hatte, suchten nun Antworten von mir.
Iulian Andreas Ibinceanu: Am Anfang war alles neu und anders. Wir mussten eine Sprache finden, durch die der Glaube für uns junge Menschen verständlich und lebbar werden konnte. Die Treffen blieben nicht bei einfachen Unterrichtsstunden, sondern entwickelten sich zu Gesprächen, in denen jeder fragen, antworten, sich ausdrücken und vor allem entdecken konnte.
Was hat es für euch bedeutet, gemeinsam mit den Jugendlichen zu arbeiten, die sich auf den Empfang des Sakraments der Firmung vorbereiteten?
Annamaria Ionescu: Die Jugendlichen waren aufgeschlossen und bereit zu lernen. Ich glaube, dass es uns gelungen ist, ein Gleichgewicht zwischen der eher starren Sprache der Theorie und der Sprache, die von Jugendlichen verwendet wird, zu finden.
Iulian Andreas Ibinceanu: Eine der schönsten Überraschungen war vielleicht zu entdecken, wie viel die Jugendlichen bereits wussten. Nicht immer hatten sie die Begriffe oder Formulierungen, die wir im Katechismus finden, aber jenseits davon war bereits ein aufrichtiger und tiefer Glaube vorhanden. Manchmal mussten wir ihnen nicht sagen, was sie glauben sollen, sondern ihnen nur helfen, in Worte zu fassen, was sie bereits in ihrem Herzen trugen.
Wie haben euch die Jugendlichen aufgenommen, die gefirmt werden sollten? Ist es euch leichtgefallen, eine gemeinsame Sprache mit ihnen zu finden?
Iulian Andreas Ibinceanu: Im Laufe der Zeit wurden die Treffen zu mehr als nur einer Vorbereitung auf den Empfang eines Sakraments. Wir begannen, uns kennenzulernen, gemeinsam zu lachen, miteinander zu sprechen und uns einander anzunähern. Die Gruppe aus Fatschet und die aus Lugosch wurden allmählich zu einer einzigen Gruppe, und der Unterschied zwischen „uns“ und „ihnen“ begann zu verschwinden.
Gab es einen Moment oder eine Situation, die euch besonders im Herzen geblieben ist?
Iulian Andreas Ibinceanu: Das Schönste war zu sehen, wie sie gewachsen sind. Sie sprechen zu hören, zu sehen, wie sie Fragen stellten, nach Antworten suchten und manchmal selbstständig zu Erkenntnissen gelangten, die sie vielleicht am Anfang noch nicht auszudrücken wussten.
Was habt ihr selbst aus dieser Erfahrung und diesem Dienst gelernt? Über euren Glauben oder über euch selbst als Person?
Annamaria Ionescu: Ich habe viele Dinge gelernt, auch im theoretischen Bereich. Mir wurde bewusst, dass ich, obwohl ich mehr weiß als andere, noch sehr viel über den Glauben im Allgemeinen lernen muss. Diese Treffen gaben mir auch die Gelegenheit zu erkennen, dass es andere Menschen gibt, die ähnlich denken wie ich und sich dieselben Dinge im Leben wünschen.
Bogdan Ibinceanu: Ich habe meinerseits etwas sehr Wichtiges gelernt: wie man Gemeinschaft lebt. Immer gemeinsam mit dem Nächsten. Immer für den Nächsten. An einem Samstag bin ich mit den Jugendlichen zu Caritas Lippa gefahren, um bei der Verteilung eines warmen Mittagessens an bedürftige Familien dabei zu sein und zu helfen. Ich bin mit dem Gedanken nach Hause gegangen, dass dies für uns vielleicht nur ein Tag war, für die Menschen von Caritas und für die bedürftigen Familien jedoch – einige von ihnen mit sehr traurigen Lebensgeschichten – eine alltägliche Realität darstellte.
Iulian Andreas Ibinceanu: Wenn ich zurückblicke, glaube ich, dass das Wertvollste, was uns diese zwei Jahre geschenkt haben, nicht das war, was wir ihnen vermitteln konnten, sondern das, was wir gemeinsam entdeckt haben: dass der Glaube manchmal bereits vorhanden ist und dass er nicht von Grund auf gelehrt werden muss, sondern entdeckt, in Worte gefasst und gemeinsam gelebt werden möchte.
Was hat es für euch bedeutet, dass ihr bei der Heiligen Firmungsmesse am Altar gedient und gleichzeitig die Jugendlichen betreut habt, die gerade das Sakrament der Firmung empfingen?
Bogdan Ibinceanu: Während der Heiligen Firmungsmesse, als ich am Altar diente, dachte ich an die zwei Jahre der Vorbereitung der Firmlinge. Daran, wie viele neue Freunde ich gefunden habe, wie viel ich gelernt habe, aber auch daran, wie viel Spaß wir miteinander hatten. Am Ende kann ich dennoch sagen, dass sich mein Engagement für mich gelohnt hat.
Iulian Andreas Ibinceanu: Der Moment, in dem ich sie vor mir sah und jeder von ihnen das Sakrament der Firmung empfing, hatte eine ganz besondere Bedeutung. In diesem Augenblick ging es nicht mehr um Unterrichtsstunden, Treffen oder Vorbereitung. Es war die Freude darüber, einen Weg zu sehen, der einen wichtigen Moment erreicht hatte, und gleichzeitig den Beginn eines neuen Weges für jeden Einzelnen von ihnen.
Was hat es für dich bedeutet, dass du als Firmpatin ausgewählt wurdest?
Annamaria Ionescu: Als Firmpatin ausgewählt worden zu sein, ist für mich eine große Freude und Ehre und zugleich eine Aufgabe, die ich ernst nehmen möchte. Ich hoffe, dass es mir gelingt, ein gutes Vorbild zu sein und ihm in den Momenten Unterstützung zu geben, in denen er sie braucht – sowohl im Glauben als auch im täglichen Leben.
Wenn dich ein Jugendlicher, der sich gerade auf die Firmung vorbereitet, fragen würde, warum es sich lohnt, sich im Leben der kirchlichen Gemeinschaft zu engagieren, was würdest du ihm antworten?
Annamaria Ionescu: Der Mensch ist ein soziales Wesen – Gott schuf Eva, damit Adam nicht allein sei. Wir alle leben in einer Gesellschaft, in einer Gemeinschaft, und wir brauchen diese zwischenmenschliche Begegnung. Wenn wir uns also entscheiden müssen: Welche Gemeinschaft wäre besser als die der Kirche, in der Gott an erster Stelle steht und in der die Chancen am größten sind, Menschen zu finden, die ähnlich denken wie du?
Würdet ihr auch anderen Jugendlichen empfehlen, sich an der Vorbereitung der Firmlinge zu beteiligen? Wenn ja, warum?
Annamaria Ionescu: Ich empfehle den Jugendlichen, sich zu engagieren, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Es ist eine gute Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen, aber vor allem auch, Neues zu lernen, andere Sichtweisen kennenzulernen und zu erkennen, dass man nicht allein ist, auch wenn es manchmal schwierig erscheint, als junger Mensch seinen Glauben zu bewahren.
– Wir danken euch für diese Gedanken und dafür, dass ihr sie mit uns geteilt habt!
Pressebüro der Diözese Temeswar








