Der letzte Freitag im Mai war zugleich der letzte Schultag für 17 Schülerinnen und Schüler des Römisch-Katholischen Theologischen Lyzeums Gerhardinum. Es handelt sich um die Absolventinnen und Absolventen der 12. Klassen – 13 Schülerinnen und Schüler der rumänischsprachigen und 4 der ungarischsprachigen Abteilung –, die sich an diesem Morgen zur letzten Klassenleiterstunde in ihren Schulbänken versammelten.
Die festliche Atmosphäre war bereits beim Betreten des Schulgebäudes spürbar. Auf einem kleinen Tisch standen ein Rosenstrauß und ein Beutel als Symbol für die „Wegzehrung“, das heißt für jenes Paket an Wissen und Erziehung, mit dem das Gerhardinum-Lyzeum von seinen Absolventinnen und Absolventen Abschied nimmt.
Plötzlich ertönte auf den hellen Fluren der Schule die Glocke – zunächst länger, anschließend noch zwölfmal –, wodurch die Bedeutung dieses besonderen Ereignisses zusätzlich unterstrichen wurde. Nun war der Augenblick gekommen, in dem die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen die Gänge des Gerhardinum-Lyzeums entlangschritten, nacheinander alle Klassenräume betraten, sich von ihren jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern verabschiedeten und dabei die Hymne „Gaudeamus igitur“ anstimmten.
Nach den Feierlichkeiten in der Schule begaben sich die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern, Verwandten, Freunden und zahlreichen Mitschülerinnen und Mitschülern zum Hohen Dom zum Hl.-Georg, der römisch-katholischen Kathedrale von Temeswar, um an der Heiligen Messe als Dank für die zwölf Schuljahre teilzunehmen. Die Heilige Messe wurde von S.E. Josef-Csaba Pál, Diözesanbischof von Temeswar, zelebriert.
Konzelebranten waren Msgr. Johann Dirsch, Generalvikar, Domherr Zoltán Kocsik, Direktor des Gerhardinum-Lyzeums, Pfarrer Augustin Bărbuț (Temeswar IX Marienheim) und Spiritual der rumänischsprachigen Klassen, P. Zsolt Kalna OFMConv aus dem Kloster der Franziskaner-Minoriten in Arad und Spiritual der ungarischsprachigen Klassen, Pfarrer Ionuc Hojda (Moldova Nouă) und ehemaliger Absolvent des Lyzeums, Pfarrer Francisc Lisi (Lugosch), Pfarrer Lajos Máthé (Neusentesch), sowie Pfarrer Sergiu Ștefan Ursache (Slatina an der Temesch).
Die musikalische Gestaltung der Heiligen Messe übernahm der Chor „Laudetur“ des Gerhardinum-Lyzeums unter der Leitung von Prof. Iustin Călin.
In seinem Einführungswort wandte sich der Diözesanbischof zunächst an die Absolventinnen und Absolventen:
„Liebe Jugendliche, ihr seid heute sicherlich voller Emotionen, denn nach zwölf Schuljahren steht ihr nun an einem wichtigen Wendepunkt eures Lebens. Wir sind hier versammelt, um für euch zu beten und Gott für seine Gnade zu danken – für euer Leben, für eure Familien, eure Gemeinschaft, eure Mitschülerinnen und Mitschüler sowie für die Möglichkeit, lernen zu dürfen.“
Das Evangelium wurde von Pfarrer Sergiu Ștefan Ursache verkündet.
In seiner auf Rumänisch und Ungarisch gehaltenen Predigt sagte der Diözesanbischof:
„Die letzte Schulglocke bedeutet, dass etwas zu Ende geht und zugleich etwas Neues beginnt. Sie bedeutet aber auch Verantwortung. Von nun an müsst ihr in die Praxis umsetzen, was ihr gelernt habt. Ihr steht am Beginn eines neuen Lebensabschnitts und habt die Chance, Frucht zu bringen. Unsere Frucht besteht darin, den Willen Gottes im Hier und Jetzt zu erfüllen: darin, wie ihr heute feiert, wie ihr euch auf das Abitur vorbereitet und wie ihr miteinander umgeht. Jesus sagt: ,Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.‘ Ich ermutige euch, liebe junge Menschen, euren Weg nicht allein zu gehen. Geht mit Jesus. Wenn ihr Jesus Tag für Tag nachfolgt, könnt ihr sicher sein, dass er euch auf dem rechten Weg führen wird.“
Am Ende der Heiligen Messe folgten die Abschiedsworte der Schülerinnen und Schüler. Im Namen der Absolventinnen und Absolventen verabschiedeten sich Alesia-Daria Mariș und Dănuț Ciuciai von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und dankten ihren Klassenleiterinnen, Prof. Lăcrămioara Mirela Negrea und Prof. Erzsébet Orsolya Iakab, sowie allen Lehrkräften für ihren Einsatz:
„Wir danken Ihnen für alles, was Sie uns in diesen Jahren mitgegeben haben. Es tut uns leid für jene Momente, in denen wir Sie verärgert haben. Wir wissen, dass es nicht immer einfach mit uns war und dass wir Ihre Geduld manchmal auf die Probe gestellt haben. Dennoch haben Sie uns stets begleitet und unterstützt. Wir danken Ihnen für jede Unterrichtsstunde, für jede zusätzliche Vorbereitung und für jede Erklärung. Heute verstehen wir, wie viel Sie für uns getan haben, und wir werden Ihnen dafür immer dankbar sein.“
Die beiden Schülerinnen und Schüler standen bereits im vergangenen Jahr vor den Mikrofonen, als sie damals – noch als Elftklässler – im Namen der jüngeren Jahrgänge die Absolventinnen und Absolventen verabschiedeten. Dieses Jahr übernahmen diese Aufgabe die Schülerinnen Enya Peregi und Enikő-Beáta Ciuciai aus den rumänisch- und ungarischsprachigen 11. Klassen.
„Vergesst nicht die Erfahrungen und vor allem die Menschen, die zu eurer intellektuellen und geistlichen Bildung beigetragen haben. Geht euren Lebensweg im Vertrauen auf Gott. Wir wünschen euch viele Erfolge und hoffen, dass all eure Wünsche in Erfüllung gehen“, lautete die Botschaft von Enya Peregi aus der Klasse XI A.
Ein besonders bewegender Moment war die Übergabe des Schlüssels der Schule als Symbol für die Weitergabe der Traditionen und zugleich der Verantwortung an die nachfolgende Generation.
Abschließend richtete Domherr Zoltán Kocsik, Direktor des Gerhardinum-Lyzeums, einige Worte an die Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen:
„An einem katholischen Gymnasium habt ihr gelernt, dass der wahre Wert eines Menschen nicht allein in seinen Erfolgen liegt, sondern auch in der Güte, mit der er seinen Mitmenschen begegnet. Ihr seid gemeinsam gewachsen, habt Prüfungen, Herausforderungen, bewegende Augenblicke und schöne Erfahrungen miteinander geteilt, die euch ein Leben lang begleiten werden. Auf eurem Weg der intellektuellen, geistlichen und menschlichen Entwicklung wurde ihr in den ersten Schuljahren von eurer Lehrerin Maria Rus begleitet. Sie hat euch ein solides Fundament für die kommenden Jahre gelegt. Als ihr die fünfte Klasse begonnen habt, übernahm Prof. Lăcrămioara Mirela Negrea die Aufgabe der Klassenleiterin. Sie stand euch in den vergangenen Jahren in guten wie in schwierigen Zeiten zur Seite, bemühte sich stets, euch zu verstehen und euch zu helfen. Zugleich danken wir den Eltern, die in unserer Schule einen Partner bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder gesehen haben.“
Gemäß dem Kalender der nationalen Abiturprüfung 2026 findet die erste schriftliche Prüfung in Rumänischer Sprache und Literatur am 29. Juni 2026 statt. Die ersten Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen werden am 7. Juli veröffentlicht, die endgültigen Ergebnisse am 13. Juli bekannt gegeben.

Pressestelle des Bistums Temeswar

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