Archäologen des Banater Nationalmuseums Temeswar sind im Herbst vergangenen Jahres in der ehemals schwäbischen Gemeinde Neubeschenowa auf einen aus der Ansiedlungszeit des Ortes stammenden Friedhof gestoßen (die Banater Post/ München berichtete darüber in der Ausgabe vom 20. Januar 2021). Auf einer Fläche von nur 150 Quadratmetern wurden mehr als 100 Gräber entdeckt. Den Forschern zufolge handelt es sich um die sterblichen Überreste der ersten Kolonisten, die von Johann Oswald angeworben und 1748 auf dem Prädium Beschenowa angesiedelt worden waren. Vermutet wird, dass die Kolonisten mit Trockenlegungsarbeiten beschäftigt waren und durch das feuchte Klima sowie durch verunreinigtes Wasser an Leptospirose, einer bakteriologischen Infektionskrankheit, gestorben sind.
In einem der Ansiedlergräber wurde eine religiöse Medaille entdeckt, die einem Toten als Beigabe mit ins Grab gelegt worden war. Die Medaille wurde von Fachleuten des Banater Museum gereinigt und restauriert. Zwecks Identifizierung der Darstellungen auf der Medaille wurde Diözesanarchivar Dr. Claudiu Călin zu Rate gezogen.
Auf der einen Seite ist im Medaillenfeld eine bildliche Darstellung der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind zu sehen, die in etwa an die Gnadenstatuen von Altötting oder Mariazell erinnert. Die Umschrift besteht aus dem Wort „MARIA“, wobei die ersten beiden Buchstaben zur Linken und die letzten drei zur Rechten der Figur platziert sind. Die andere Seite enthält eine Darstellung des Heilands Jesu Christus, die dem Typus Christus als Schmerzensmann beziehungsweise Christus an der Geißelsäule entspricht.
Die Fotos und Informationen stellte Dr. Dan Leopold Ciubotaru, Archäologe am Nationalen Museum des Banats in Temeswar, bereit.
Auch andere Devotionalien, wie Rosenkränze oder kleine Kreuze sollen als Beigaben in den Gräbern der ersten Siedler gefunden worden sein. Es handelt sich jedoch um einfache, modeste Obkejte, die aber spirituell viel den Toten, wie Hinterbliebenen bedeutet haben. Darüber hoffen wir bald wieder zu berichten.