Auf einem alten Schwarz-Weiß-Foto hebt ein junger Priester im Rahmen der Eucharistiefeier den Kelch hoch. Das Bild wurde 1966 in der Kirche von Bokschan anlässlich der Primiz des Neupriesters Franz Ebenspanger aufgenommen – genau vor sechzig Jahren. Am Freitag, dem 17. April, um 16.00 Uhr, feierte Pfr. Ebenspanger, inzwischen im Ruhestand, anlässlich des 60. Jahrestages seiner Priesterweihe sein diamantenes Priesterjubiläum in der Domkirche, der Temeswarer St.-Georgs-Kathedrale. Assistiert hat S.E. Josef Csaba Pál, Diözesanbischof; konzelebranten waren Msgr. Johann Dirschl, Generalvikar, Pfr. Zsolt Szilvágyi, Pastoralvikar, Pfr. i.R. Reinholdt Lovasz, sowie eine große Gruppe von Diözesanpriestern. Domherr Nikola Lauš, Kanzleidirektor, kümmerte sich um den würdigen Ablauf der ganzen Feier.
In seiner Einführung begrüßte der Bischof die Mitbrüder am Altar und die Gläubigen, die aus Turnu, Deutsch-Bokschan, Dognatschka, Gataja sowie aus Ungarn angereist waren, und hieß anschließend den Jubilar willkommen. – Der Weg der priesterlichen Berufung ist nicht frei von Schwierigkeiten, besonders jetzt im Alter, wenn jedes angenommene Kreuz zur Gnade wird, reinigt, stärkt und inneren Frieden schenkt. Die in Treue gelebten Jahre bezeugen, dass dort, wo der Mensch sich Gott hingibt, Er die Früchte in Stille, Ausdauer und Liebe vervielfacht. „Lieber jubilierender Mitbruder, es ist mir eine große Ehre, mit dir gemeinsam diese Dankmesse in unserer Kathedrale zu feiern. Jetzt, da du mit dankbarem Herzen dem Herrn für deine Berufung und für die Gnade von sechzig Jahren priesterlichen Dienstes dankst, danken die mit dir feiernden Priester und Gläubigen, die ganze Diözese, gemeinsam mit dir und würdigen deinen treuen und aufrichtigen Dienst, deine Fürsorge und Zuwendung gegenüber den Gläubigen, den Jungen und Alten, den Kranken und Leidenden“ – sagte der Diözesanbischof.
Der betagte Priester, dessen Beweglichkeit inzwischen eingeschränkt ist und der die Festmesse im Rollstuhl feierte, wurde am Altar aufmerksam begleitet von Dechant Árpád Király, Pfarrer von Arad-Schega, vom Kanzleidirektor Nikola Lauš und vom Pfarrer von Gyomaendrőd, Gábor Czank, der in seiner zweisprachigen Predigt (Ungarisch und Rumänisch) zahlreiche persönliche Erinnerungen teilte. – „Aus mehreren Gründen ist dieses Fest für mich bewegend. Vor allem deshalb, weil ich bei der Diamantmesse jenes Priesters sprechen darf, der mich vor 46 Jahren in der Pfarrkirche von Turnu getauft hat. Anwesend ist auch der Priester, der mich später auf das Sakrament der Firmung vorbereitet hat. Und ich darf wieder in dieser Kirche sein, in der ich als Gymnasiast jahrelang in der zweiten oder dritten Bank saß. Das Leben von Pfarrer Ferenc begann 1943 im Rittberg/Tormac, in einer sehr gläubigen Familie und in einer ebenso frommen Gemeinschaft, sowohl katholisch als auch reformiert. Nach den örtlichen Schulen folgten die Kantorenschule in Karlsburg und das Priesterseminar, das er 1966 – genau an diesem Tag, dem 17. April – abschloss, woraufhin er vom Diener Gottes Áron Márton, Bischof von Siebenbürgen zum Priester geweiht wurde. Sein damaliges Motto war der Anfang des Magnificat: „Meine Seele preist den Herrn“. Und wenn wir das Leben von Pfarrer Ebenspanger betrachten, dann haben diese sechs Jahrzehnte genau davon gesprochen: von der Verherrlichung Gottes – sagte der Prediger und hob anschließend die Marienverehrung des Altpfarrers Ebenspanger, seine gewissenhafte Vorbereitung auf die Heilige Messe sowie seine geduldige, betende und heitere Annahme von Krankheit und Prüfungen im Alter hervor. – Dieses Kreuz nimmt unser Mitbruder Franz jeden Tag auf sich, so wie er auch täglich das Brevier und den Rosenkranz in die Hand nimmt und Gott lobpreist – bemerkte Pfarrer Gábor Czank.
Am Ende der Diamantenen Messe ergriff Altpfarrer Franz Ebenspanger das Wort, um für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit zu danken: – „Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie zu dieser Heiligen Messe gekommen sind, in der ich dem allmächtigen Gott für sechzig Jahre Priestertum gedankt habe. Ich bitte Sie, auch in Zukunft an mich zu denken und für mich zu beten. Gottes Segen begleite uns alle.“
Nach der Heiligen Messe sammelten sich Blumensträuße und Glückwünsche, und die Anwesenden drückten dem Jubilar die Hand – manche freudig, andere bewegt –, und er hatte für jeden ein freundliches Wort, eine Botschaft. Die Feier endete mit einer Agape im Hof des Bischöflichen Ordinariats von Temeswar. Die Freude der Diamantenen Messe bestätigte: Wo ein Priester treu dient, zeigt sich Gottes Segen auch im Leben der Gemeinschaft.

Pressestelle des Bistums Temeswar