„Die Feier des Tages des geweihten Lebens, der am kommenden 2. Februar zum ersten Mal begangen wird, will der ganzen Kirche helfen, das Zeugnis der Männer und Frauen, die sich für ein Leben der engeren Christusnachfolge durch die Übernahme der evangelischen Räte entschieden haben, immer mehr wertzuschätzen. Zugleich will er für die Personen des geweihten Lebens Gelegenheit sein, ihre Vorsätze zu erneuern und ihre Hingabe an den Herrn zu verlebendigen“ – schreibt der hl. Papst Johannes Paul II. in seiner Botschaft an die geweihten Personen vom 6. Januar 1997, anlässlich des ersten Welttages des geweihten Lebens, der auf den 2. Februar, das Fest der „Darstellung des Herrn“, festgelegt wurde.
Papst Johannes Paul II. nennt drei Gründe für die Einführung dieses Tages: „Das Ziel eines solchen Tages ist darum ein dreifaches: zunächst entspricht er dem inneren Bedürfnis, den Herrn in noch feierlicherer Weise zu preisen und ihm für das große Geschenk des geweihten Lebens zu danken. Denn es bereichert und erfreut die christliche Gemeinschaft mit der Vielfalt seiner Charismen und den Früchten der Erbauung, die aus der Ganzhingabe so vieler an Gottes Reich fließen. (…) Zweitens will dieser Tag die Kenntnis und die Wertschätzung des geweihten Lebens im ganzen Gottesvolk fördern. (…) Der dritte Beweggrund betrifft direkt die Personen des geweihten Lebens, die eingeladen sind, gemeinsam und in feierlicher Weise die Wundertaten zu feiern, die der Herr an ihnen vollbracht hat, um mit noch klarerem Glaubensblick die Strahlen der göttlichen Schönheit wahrzunehmen, die der Geist ihrer Lebensform verliehen hat, und um sich ihrer unersetzlichen Sendung in der Kirche und in der Welt lebendiger bewußt zu werden.“
In der Diözese Temeswar wird der Welttag des geweihten Lebens traditionell mit einem Besinnungstag und einem Treffen des Klerus und der geweihten Personen begangen, jeweils an der Feier am nächsten liegenden Samstag – heuer am 31. Januar. Gastgeber war das Römisch‑Katholische Theologische Lyzeum Gerhardinum.
Das Programm begann um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt, das von Diözesanbischof Josef Csaba Pál in der Kirche des Piaristenordens in Temeswar, im Beisein von Priestern, Ordensmännern und Ordensfrauen aus nahezu allen Pfarreien und Gemeinschaften der Diözese gefeiert wurde. Konzelebrant war Bischof László Varga aus Kaposvár/Ruppertsburg (Ungarn). Die musikalische Gestaltung übernahm Róbert Bajkai‑Fábián, Organist der Domkirche zum hl. Georg, in Temeswar.
In seiner Predigt sagte Bischof László Varga: „In der heutigen Lesung hörten wir die Worte des hl. Paulus aus dem Philipperbrief: ›Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!‹ Der Apostel Paulus schreibt über eines der wichtigsten Themen: die Freude. Können wir diese Freude im Leben und Verhalten der Priester und der geweihten Personen erkennen? Man sagt, wir seien die Verkünder der Frohen Botschaft. Kann man die Frohe Botschaft ohne Freude verkünden? Der hl. Franziskus von Assisi sagte seinen Gefährten, dass sie nichts anderes brauchen als die Freude, denn sie bezeugt, dass sie Christus gehören. Was ist die Quelle unserer Freude? Da die Welt einen stärkeren Einfluss auf die Christen ausübt als die Christen auf die Welt – und wir Priester sind keine Ausnahme –, greifen wir zu vielen Stimmungsaufhellern. Doch Jesus hat dies nicht als Quelle der Freude bezeichnet, und auch der hl. Paulus nicht. Die Quelle unserer Freude ist unsere Existenz in der Heiligsten Dreifaltigkeit.“
Während der heiligen Messe wurde das „Vaterunser“ in allen sieben Sprachen gebetet, die in unserer Diözese von römisch‑katholischen Priester und Gläubigen gesprochen werden: Rumänisch, Ungarisch, Deutsch, Bulgarisch, Tschechisch, Slowakisch und Kroatisch.
Nach der heiligen Messe versammelten sich die Priester und die geweihten Personen in der Aula Magna des Gerhardinum‑Lyzeums, wo das Tagesprogramm mit dem Vortrag von Bischof László Varga fortgesetzt wurde – einem Zeugnis über die priesterliche Berufung, die Bedeutung des täglichen Gebets, den Dienst an verletzlichen Menschen (Obdachlose, Menschen mit Behinderungen, Kranke) und das Leben des Evangeliums im Alltag.
„Wenn wir nicht täglich beten, versiegt die Quelle unserer Kraft. Die traurige Erfahrung zeigt, dass zugunsten verschiedener Aktivitäten die Zeit für das Gebet immer kürzer wird. Das Gebet ist eine Verbindung, eine Beziehung zum himmlischen Vater, keine Pflicht. Ebenso die heilige Messe: Wir müssen leben, was wir feiern. Meiner Meinung nach müssen das Leben beten und das Gebet leben. Oft formen wir uns ein Gottesbild, das uns gefällt. ›Ein guter Priester predigt schön, aber sagt nichts, was stört.‹ ›Hochwürden, wann werden Sie ein normaler Pfarrer?‹ – fragten mich Gläubige in einer meiner Gemeinden. ›Und wie ist ein normaler Pfarrer?‹ – fragte ich zurück. ›Ein normaler Pfarrer hält schöne Predigten und zitiert Schriftsteller und Dichter. Aber Sie quälen uns immer mit diesem Jesus Christus‹ – antworteten sie. ›Wenn ihr beginnt, das Evangelium im Alltag zu leben, verspreche ich euch, weniger über Jesus zu sprechen‹ – erwiderte ich. Können unsere Gläubigen, die zur Kirche kommen, über Gott sprechen? Oder haben sie verlernt, Zeugnis von ihm zu geben?“ – sagte Bischof Varga und stellte anschließend die Tätigkeit des Hauses der Barmherzigkeit der hl. Faustina in Kaposvár vor, eines Ortes des Gebets und der geistlichen Unterstützung verletzlicher Menschen, sowie Eindrücke aus der im Herbst 2025 organisierten Synode für Menschen mit Behinderungen unter dem Titel „Unendliche Freude“, die – so der Bischof – „eine barrierefreie Kirche für diese Menschen schaffen möchte“.
Das Treffen endete mit Ankündigungen zu mehreren diözesanen Veranstaltungen, die vom Familienpastoralbüro, dem Erwachsenenpastoralbüro, dem Diözesanjugendzentrum und dem Katechetischen Zentrum organisiert werden.
Nach dem Schlussgebet waren alle Anwesenden zu einer Agape in der Mensa des Gerhardinum‑Lyzeums eingeladen.
Pressestelle der Diözese Temeswar
















